300 (Filmkritik)

Der Barde Dilios erzählt die Geschichte von König Leonidas. Dieser wurde als Kind von seinem Vater in der Kampfkunst unterrichtet, und wurde im Alter von 7 Jahren in einem Trainingslager, weit weg von seinen Eltern, weiter ausgebildet. Bei seiner Abschlussprüfung erlegte er einen riesigen Wolf mit List und Tücke.

30 Jahre später: Leonidas ist nun König über Sparta, und unterweist seinen eigenen Sohn in den Kriegskünsten. Eines Tages kommt ein persischer Botschafter mit seinen Leibwächtern nach Sparta, und fordert von Leonidas, sich Xerxes zu unterwerfen. Da die Spartaner ein stolzes Kriegsvolk sind, kommt eine Unterwerfung gar nicht in Frage, und Leonidas tritt den Botschafter in den Brunnen hinab. Auch dessen Leibwächter folgen ihrem Herrn in die Tiefe.

Da sich Leonidas der drohenden Gefahr durch Xerxes Heer bewusst ist, bittet er die Ephoren, mächtige, aber leider auch bestechliche Politiker Spartas, an deren Gesetze sich sogar der König halten muss, um Hilfe. Die Ephoren befragen das Orakel und verbieten Leonidas in den Krieg zu ziehen, da ein wichtiges spartanisches Fest ansteht.

Um nicht gegen das Gesetz zu verstoßen, wählt Leonidas Heerführer nur 300 Spartiaten aus, unter anderen auch seinen eigenen Sohn. Und so ziehen die 300 Männer gen Norden, um Sparta vor der Brandschatzung durch die Perser zu bewahren. Auf dem Weg schließen sie sich mit einem 1.000 Mann starken arkadischen Heer zusammen. Leonidas wählt als Ort der Schlacht die Thermopylen, einen Felsenengpass. Hier kann Xerxes seine 170.000 Mann starke Streitmacht nicht entfalten, womit die spartanische Phalanx klar im Vorteil ist.

Als die Griechen sich auf die bevorstehende Schlacht vorbereiten, ersucht der Krüppel Ephialtes um Audienz bei Leonidas. Er möchte, im Austausch von Informationen über einen kleinen Pfad, der den Griechen zum Verhängnis werden kann, auch sein Vaterland an Seite der Spartaner verteidigen. Da Ephialtes jedoch durch seine Missbildung nicht in der Lage ist, seinen Schild hoch zu halten würde er eine Schwachstelle in der Phalanx darstellen. Und somit kann Leonidas seiner Bitte nicht nachkommen.

Es dauert nicht lange, da rücken auch schon die ersten persischen Angriffswellen, die hauptsächlich aus Sklaven bestehen an, und werden von den Spartiaten erfolgreich zurückgeschlagen.

Währenddessen versucht Leonidas Frau den hohen Rat davon zu überzeugen, ihrem Mann in der Schlacht zu helfen. Was sich allerdings als schwieriges Unterfangen heraus stellt.

Am Schlachtfeld ruft nun Xerxes selbst Leonidas zu einer Audienz, um ihn zur Aufgabe zu überreden. Xerxes bietet dem Spartaner an, das ganze griechische Heer für die Perser anzuführen. Doch Leonidas bleibt bei seinen Grundsätzen, dass ein Spartaner lieber auf dem Schlachtfeld stirbt, als sich zu unterwerfen.

In der Nacht schickt Xerxes seine eigene Leibwache, die bestausgebildete Elitetruppe im asiatischen Raum, um der 300 Spartiaten Herr zu werden. Doch auch diese Recken können gegen die Spartaner nicht ankommen. Doch dann werden sie verraten, und als die Perser den geheimen Pfad entdecken, flüchten die Arcadier. Leonidas schickt seinen Freund, den Barden Dilios zurück nach Sparta, um von den Vorfällen zu berichten. Die Spartiaten bereiten sich auf ihre letzte Schlacht vor, denn Xerxes Armee rückt näher…

Meine Pfeile werden den Himmel verdunkeln – Geschichtliche Hintergründe

Das Perserreich breitete sich etwa 500 v.Ch. von Nordwestindien bis nach Ägypten aus. Sie verpflichteten die übernommenen Gebiete zum Dienst in der persischen Streitmacht. Die Perser konzentrierten sich dabei eher auf den Osten, Griechenland interessierte sich derweil nicht.

Erst durch den von Athen unterstützten Ionischen Aufstand, die Ionier waren die ausgewanderten Griechen auf Zypern und in der heutigen Türkei, die unter persischer Herrschaft lebten, wurden die beiden großen Perserkriege ausgelöst. Die Griechen entsandten nach einem Hilferuf der Ionier einige Kriegsschiffe, die die persische Stadt Sardes eroberten, und niederbrannten. Dies provozierte den persischen Einmarsch in Griechenland. Bei einer Seeschlacht wurde die griechische Flotte versenkt, womit der Aufstand zusammenbrach.

Der persische Großkönig Dareios, Xerxes Vater, forderte Vergeltung für die griechischen Schandtaten Er sandte Botschafter nach Griechenland und forderte Unterwerfung. Viele kamen dieser Forderung nach. Athen und Sparta jedoch weigerten sich und töteten die Botschafter.

Als Antwort entsandte Persien seine Flotte, um die griechische Unterwerfung mit Gewalt zu erzwingen. Sie landete in Marathon. Die Athener schickten einen Boten nach Sparta, um Unterstützung anzufordern. Die Spartaner jedoch zogen zu spät los, da sie ein religiöses Fest feierten. Und so stellten sich die Athener und Platäer alleine gegen die persische Übermacht bei der Schlacht um Marathon, wo die Griechen, aufgrund ihrer starken Phalanx, als Sieger hervor gingen.

10 Jahre später startete Dareios Sohn, Xerxes, mit etwa 170.000 Soldaten und bis zu 700 Kriegsschiffen, den zweiten Perserkrieg gegen Griechenland. Nach anfänglichen Erfolgen wurde Xerxes Armee bei der Schlacht bei den Thermopylen 2 Tage lang von nur 300 Spartiaten, sowie 1.000 Arcadiern und einigen 1.000 anderen Griechen (Gesamt 4.200 Mann) aufgehalten.

Nach dem Sieg gegen Leonidas zogen sich die Griechen nach Salamis zurück. Athen wurde evakuiert. Bei der Seeschlacht von Salamis errangen die Griechen einen wichtigen Sieg. Die meisten von Xerxes Schiffen wurden zerstört. Er selbst, der nie aktiv gekämpft hatte, flüchtete mit den Resten seiner Flotte in die Heimat.

Daraufhin rebellierten die unterdrückten Griechen und vertrieben auch die übrigen persischen Besatzer.

Dann kämpfen wir eben im Schatten – Von der Geschichte zum Comic

Frank Miller verarbeitete die Schlacht bei den Thermopylen zu einer Comicgeschichte über Tapferkeit, Treue und natürlich den Sieg der Intelligenz über brutale Gewalt.

Der Comic weicht von der Geschichte in einigen Details ab. So ließ Miller die anderen griechischen Verbündeten einfach weg. Es blieben lediglich die 1.000 Arcadier, die die Spartiaten unterstützen. Den Verräter Ephialtes hat es wirklich gegeben, jedoch ist nirgends hinterlegt, dass dieser Leonidas um Beteiligung an der Schlacht ersuchte. Der Comic machte aus ihm einen Krüppel und fügte diese Handlungspassage ein, um einen Grund für den Verrat liefern zu können.

Miller lässt die Geschichte von dem Barden Dilios erzählen. Auch die Königin kommt zu Wort. Im Verlauf der Handlung trägt Dilios auch andere Anekdoten und Legenden über Leonidas vor, wie zum Beispiel die Prüfung mit dem Wolf.

Der Comic, coloriert von Millers Frau Lynn Varley ist ähnlich seiner anderen Werke.

Das ist Wahnsinn! – Das ist Sparta! – Vom Comic zum Film

Da der Film eine Comicverfilmung ist, konzentrierten sich die Produzenten auf die Handlung des Comics und ließen den geschichtlichen Hintergrund außen vor. So wurden auch geschichtliche Details weggelassen, da sie in der Vorlage nicht vorkommen. Andererseits wurden auch Details aus dem Comic nicht in den Film übernommen. Deshalb erscheint die Handlung eher straff und kurz, wobei sich die Vorlage auch größtenteils nur auf diese eine Schlacht konzentriert.

Die typischen Frank Miller Comicelemente wurden recht gut im Film umgesetzt. So leuchten die Augen des Wolfes zu Beginn rot, die entstellten Charaktere wurden ebenfalls sehr gut hergerichtet, bzw. digital bearbeitet. Der Großteil des Filmes wurde mit einer Bluebox im Studio gefilmt, und die Umgebung, sowie auch einige Soldaten, und vor allem die Kreaturen digital eingefügt. Die CGI Effekte sind sehr gut ausgearbeitet.

Und an Effekten gibt’s einiges zu sehen. So dürfen zum Beispiel die persischen Schiffe in der Küste zerschellen, aber auch die einzelnen Schlachten sind ein wahrer Augenschmaus. Weiters wird bei den Kämpfen auch Slow-Motion eingesetzt, was bei einigen Szenen sehr gut aussieht, da hebt der Krieger in Zeitlupe das Schwert, und plötzlich läuft der Film wieder in der normalen Geschwindigkeit, und er sticht zu. Blut und abgetrennte Körperteile gibt’s hierbei auch genügend zu betrachten. Die Optik der Umgebung, wenn auch aus dem Computer, passt hervorragend zur Geschichte. Es wirkt alles düster und bedrohlich.

Die Filmmusik wird größtenteils von Metallklängen beherrscht, wobei die Wirkung der Bilder mit einer eher epischen Musikrichtung besser rüber gekommen wäre. Besonders gut wissen die Off-Kommentare zu gefallen, die die Geschichte aus Dilions Sicht weitererzählen. Auch einige sarkastische Meldungen seitens der Charaktere passen gut in den Film, und lockern in ein wenig auf.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Vor allem den Hauptrollen unter den Spartanern wird einige Zeit gewidmet, sich vorzustellen. Entwicklung macht hierbei leider nur einer durch, und zwar der Heerführer, der in der Schlacht mit ansehen muss wie sein Sohn stirbt. Er lässt seiner Wut freien Lauf und versinkt dann in Trauer. König Xerxes wirkt im Film eher wie eine Lusche, und noch dazu ziemlich metrosexuell. Den Persern wird leider keine Vorstellungszeit gewidmet, sie kreuzen einfach auf, und kämpfen.

Die Darsteller machen ihre Sache allesamt gut. Neben dem spartanischen Heerführer glänz vor allem Gerard Butler als König Leonidas. Er spielt überzeugend mit Mimik und Gestik. Auch Lena Heady verkörpert die Königin Gorgo als starke und sympathische Frau. Natürlich kommt auch der Pathos im Film nicht zu kurz, und so darf Leonidas den ein oder anderen motivierenden Spruch los lassen.

Fazit:

“300“ ist eine hervorragende Comicverfilmung, die nicht nur Kennern der Vorlage gefallen kann. Wer allerdings auf eine geschichtstreue Verfilmung hofft, sollte sich den Film nicht ansehen, da auf die Geschichte hier sehr wenig eingegangen wird. Es ist halt eine Comicverfilmung.

4,5/5

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s