Harry Potter und der Stein der Weisen (Filmkritik)

Waisenjunge Harry wächst bei seiner Tante Petunia und seinem Onkel Vernon auf. Da sich die beiden mit Harrys Eltern nie verstanden haben, empfinden sie den Jungen als ungebetene Last. Er muss in einem Abstellraum unter der Treppe schlafen und bekommt stets Cousin Dudley alte Klamotten zum anziehen, die ihm allerdings viel zu groß sind. Als an seinem 11. Geburtstag ein Brief aus Hogwarts eintrifft und ihm offenbart, dass er ein Zauberer ist, ändert dies sein Leben schlagartig.

Da die Dudleys ihn nicht freiwillig auf die Zauberschule gehen lassen, wird Harry vom Halbriesen Hagrid abgeholt und zur Winkelgasse gebracht, wo er seine Schulsachen kaufen kann. Jeder scheint dort den junge Harry Potter zu kennen und zu bewundern, wobei dieser gar nicht weiß warum. Denn seine Tante hat ihm nie von seinen Eltern erzählt. So muss er nun erfahren, dass diese von einem mächtigen bösen Zauberer getötet wurden, und er den Angriff überlebt hatte, was ihm seine blitzförmige Narbe auf der Stirn eingebracht hat.

In der Schule lernt Harry seine Freunde Ron und Hermine kennen, mit denen er fortan Abenteuer erleben wird. So gilt es für das Trio nun das Rätsel vom Stein der Weisen zu lösen, denn kurz nachdem Harry mit Hagrid diesen aus der Gringots Bank geholt hatten, wurde dort eingebrochen. Harry muss herausfinden, was diesen Stein so besonders macht und wer ihn stehlen will. Und so ganz nebenbei soll er auch noch für die Schule lernen, bei Quidditch gewinnen und den Hauspokal für Gryffindor holen…

Kritik:

Die britische Autorin Joanne K. Rowling entsann im Jahre 1997 den jungen Zauberer und widmete ihm und seinen Freunden 7 Romane, die aus der heutigen Gesellschaft gar nicht mehr wegzudenken sind. Sie schuf ein zauberhaftes Universum und baute eine riesige Fangemeinde auf. Und so wundert es nicht, dass noch bevor sie mit der Reihe fertig war, die ersten Bücher verfilmt wurden.

Regisseur Chris Columbus übernahm die Verfilmung der ersten beiden Bücher. Zum Glück lehnte er den Vorschlag der Produzenten, diese zu einem Film zusammenzufassen ab. In einem Interview erzählte er wie schwierig es war, die richtigen Darsteller für die Kinderrollen zu finden und wie herausfordernd die Szenen beim Quidditch waren, denn sowas wurde bis dato noch nie verfilmt.

Der erste Roman ist noch etwas kindlich geschrieben, Rowling musste hier noch den Stil um das Potteruniversum finden. Doch gelingt es im Buch wie im Film recht gut, die Charaktere vorzustellen, wobei manche Details erst später offenbart werden sollen. Columbus hält sich bei seiner Verfilmung zum größten Teil and die Vorlage. Einige Infos aus dem Buch, die für den Film weniger relevant schienen, ließ er weg. Allerdings fiel auch ein durchaus interessanter Teil der Schere zum Opfer. Im Buch wird die Geschichte über Hagrids Babydrachen viel mehr beleuchtet und wir erfahren, wie die Kids den Drachen aufs Dach von Hogwarts schaffen, wo er von Rons Bruder abgeholt wird, damit Hagrid keine Probleme bekommt.

Ansonsten wurde sehr viel Wert auf Details gelegt. Die Gestaltung des Schlosses, das auf mehrere Drehorte aufgeteilt ist, und der anderen Orte wie die Winkelgassen oder dem Haus der Dudleys ist überaus gelungen und so wirken die Szenen sehr authentisch, was dem Film einen gelungnen Flair und Atmosphäre verleiht. Im Schloss treffen wir auch auf die Hausgeister, denen in den Büchern etwas mehr Zeit gewidmet wird. So vermissen wir hier schon mal den Poltergeist. Dennoch finden auch kleine Dinge wie Süßigkeiten Einzug in den Film.

Zudem kommen bei dem fantastischen Umfeld die Action und Spannung nicht zu kurz. Das zuvor angesprochene Quidditch Spiel ist gelungen in Szene gesetzt und wirkt wie ein authentischer Sport. Spannungsspitzen gibt es ab und zu ein paar, wie zum Beispiel im verbotenen Wald. Gegen Ende steigt die Spannungskurve noch mal ein wenig an, bis Harry schließlich dem Bösewicht gegenüber steht.

Die Charaktere sind schon im Buch sehr gut ausgearbeitet, wobei im ersten Teil ja nur an der Oberfläche gekratzt wird. Später gehts Rowling mehr ins Detail. Auch die Darsteller wurden gut gewählt und erfreulicherweise begleiten sie uns, abgesehen von Richard Harris, der nach Teil zwei verstorben ist, über die ganzen acht Filme durch.

Die Harry Potter Reihe bescherte Daniel Radcliffe und Emma Watson ein Karrierensprungbrett. Aber auch andere Kinderstars blieben danach im Filmgeschäft. Unter den Erwachsenen treffen wir auf alte Bekannte, denen die jungen Mimen natürlich nicht das Wasser reichen können. So spielt Alan Rickmann den finsteren Snape mit einer düsteren Erhabenheit, oder John Hurt überzeugt als schrulliger Mr. Olivander.

Fazit:

Harry Potter und der Stein der Weisen liefert einen gelungenen Auftakt zu einer Buch- und Filmreihe, die aus der heutigen Popkultur gar nicht mehr wegzudenken ist.

4/5

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