300: Rise of an Empire (Filmkritik)

Während König Leonidas von Sparta versucht, mit seinen 300 Männern die Thermopylen gegen die persische Übermacht um den Gottkönig Xerxes zu halten, steuert eine riesige persische Flotte, unter der Oberbefehlshaberin Artemisia, auf Athen zu. Und da Griechenland zu jener Zeit noch ein Vielvölker-Stadtstaatenstaat war, stehen die Athener so ziemlich allein da. Themistokles, ein Athener Feldherr und Politiker, ersucht seine Nachbarstaaten um Hilfe. Sparta lehnt ab, da sie gerade selbst gegen die Perser kämpfen und die übrigen Länder gewähren nur geringe Unterstützung. So stehen 50 griechische Schiffe 1000 persischen Kriegsschiffen gegen über.

Noch ein paar Worte zur Vorgeschichte. 10 Jahre zuvor landete König Daraius mit dem persischen Heer an der Küste Marathons, wo Themistokles ihn mit einem Überraschungsangriff empfing. In einem günstigen Moment erschoss er Daraius, sein Sohn Xerxes trat den Rückzug an.

Artemisia wurde von ihren griechischen Landsleuten als Sklavin gehalten, nachdem ihre Familie ausgerottet wurde. Sie kam nach Persien, wurde ausgebildet und schwor Rache. Sie wollte Athen brennen sehen. Durch ihre Verdienste stand sie in der Gunst von Daraius. Sie war es auch, die Xerxes dazu trieb, erneut Griechenland anzugreifen.

Kritik:

Da ist sie nun, die lang erwartete Fortsetzung von 300. Da die Handlung gleichzeitig zur Schlacht an den Thermopylen abläuft, gibt es kurze Einblendungen zu den Geschehnissen. Die Handlung der beiden Filme wurde gut verbunden und so konnten auch die Beweggründe der Nichtunterstüzung Spartas klar dargelegt werden. Wobei die Athener ja im ersten Teil auch ihre Unterstützung verwährt hatten. Der Hauptteil der Handlung fokussiert nun auf die Seeschlacht zwischen Athen und Persien, die bei Salamis ihren Höhepunkt findet.

Da Xerxes ja mit Leonidas beschäftigt ist, rückt sein Charakter eher in den Hintergrund und wird zur Nebenrolle degradiert. Nicht so tragisch, denn seine Oberbefehlshaberin Artemisia ist um Einiges wahnsinniger und blutrünstiger. Sie befindet sich auf ihrem eigenen Rachefeldzug gegen Griechenland. Doch in Themistokles sieht sie zum ersten mal einen ebenbürtigen Gegner. Sei es auf dem Schlachtfeld oder während „emotionalen“ Verhandlungen in ihren Gemächern. Von schauspielerischer Seite her überbietet Eve Green locker, den eher blassen Sullivan Stapleton. Ok vielleicht waren die Erwartungen mit Gerald Buttler aus Teil 1 doch etwas zu hoch.

Dennoch sind die Charaktere und deren Darsteller eher nachrangig. Der Film ist eine Blut- und Effektorgie sondergleichen. Schon sehr übertrieben spritzt das CGI Blut über die Kinoleinwand. Besser sind da schon die hervorragend choreographierten Kämpfe und die Effekte der Schiffschlachten. Auffällig ist, dass das beabsichtigte Bildrauschen aus Teil 1 nun nicht mehr da ist. Dies tut der dichten Atmosphäre zwar keinen Abbruch, doch hätt ich mir schon den gleichen Stil erwartet.

Da die 300 Geschichte eine Comicverfilmung mit geschichtlichem Hintergrund war, ist es bei der Fortsetzung auch nicht verwunderlich, dass einige geschichtliche Tatsachen verdreht wurden oder in ein besseres Licht gerückt wurden. Athen und Sparta befanden sich zu jener Zeit im Kriegszustand, die hätten sich nie gegenseitig um Hilfe gefragt. Artemisia ist ein rein fiktiver Charakter, die Umstände dass Xerxes sich als Gottkönig ansieht sind zwar gut in Szene gesetzt, aber ohne jeglichen Hintergrund. Themistokles gewann zwar die Schlacht bei Salamis, doch für den Einfall der Perser in das nun schutzlose Athen auf dem Landweg musste er sich im Endeffekt verantworten, und wurde verbannt. Er wechselte die Seiten und wurde Befehlshaber der Perser. Er sollte in Folge dann den dritten Sturm auf Griechenland leiten, beging aber Selbstmord.

Also Stoff für eine weitere Fortsetzung ist genug da. Und falls diese jemals realisiert wird, dann hoffentlich auf gleichem Level. Denn wie Teil 1 vor einigen Jahren, macht auch Teil 2 unheimlich Spaß und sorgt für einen unterhaltsamen Kinoabend. Also Hirn abschalten, gut choreographierte Blutorgie mit interessanter Handlung und geschichtsträchtigen Charakteren genießen.

Fazit:

Im direkten Vergleich zu Teil 1 zwar etwas schwächer, aber dennoch sehr gut.

4/5

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