Auf Bösem Boden (Filmktirik)

Romeo und Julia sind auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Dabei zeigt ihnen ein schmieriger Makler ein Loft in einer aufgelassenen Fabrik. Julia ist sofort begeistert und drängt auf den Abschluss des Geschäftes.

Während sie die Inneneinrichtung plant, trifft sich Romeo mit dem Makler. Dieser entpuppt sich allerdings als Psychopat, und trachtet seinem Käufer nach dem Leben. Romeo weiß sich aber zu wehren, und kurz darauf liegt der Makler tot im Kofferraum des Mustangs. Die beiden Liebenden wissen sofort, was zu tun ist. Die Leiche muss beseitigt werden.

Und so fährt Romeo zur neu erstandenen Liegenschaft, um den Makler dort zu vergraben. Zu seinem Pech ist der komplett durchgedrehte Fabrikbesitzer noch da, und schon bald steckt Romeo bis zum Hals in Schwierigkeiten. Doch der Irre hat nicht damit gerechnet, dass Romeo und, die zu Hilfe eilende, Julia mindestens genau so durchgedreht sind, und ihm den geplanten Mord nicht so einfach machen…

Kritik:

Filme, die “Texas Chainsaw Massacre“ imitieren wollen gibts wie Sand am Meer. Das dachte sich auch Peter Koller, und schlug mit seinem Projekt einen interessanten Mittelweg ein. Obwohl die Rahmenhandlung, sowie das Cover schon einen solchen Abklatsch erwarten lassen, überrascht schon die erste Szene positiv, wobei sich die beiden Hauptdarsteller bei der Wohnungsbesichtigung brutalem, dreckigem Sex hingeben, und dann beschließen, das Loft zu kaufen.

Dass diese nicht den typischen Klischees der Filmliebespaare folgen, sollte hierbei ebenfalls schon klar sein. Anstatt sich mit Gefühlsduselei herum zuschlagen bekunden sie ihre Liebe mit Beschimpfungen. Auch fallen sie nicht in die klassische Opferrolle, so weiß sich Romeo nichts Besseres anzufangen, als den Mörder zu beschimpfen, und das in seiner anscheinend aussichtslosen Situation.

Relativ schnell stellt sich auch heraus, dass sich der Film keinem bestimmten Genre zuordnen lässt. Peter Koller vermischte bewusst Horror, Western und Komödie, um Abstand von der Vorlage zu nehmen. Dazu trägt auch die Musik sehr viel bei. Oft erkennt man vereinzelte Melodien zu bekannten Western wieder, die hierbei aber sehr gut zu den gezeigten Bildern passen. Die Optik wurde mit diversen Stilmitteln auffrisiert, was dem Gesamtkonzept ebenfalls zu Gute kommt. Die Farben weisen einen leichten Gelbstich auf, und bei manchen Szenen wurde ein Hintergrundrauschen eingefügt. Anhand der Ausstattung und der Kostüme lässt sch auch der Schauplatz des Films nicht klar zuordnen.

Diese Genremischung klingt zwar etwas seltsam, erweist sich aber als durchaus gelungen. Bevor sich der Film zu sehr auf eine Richtung versteift, schwenkt er um 180 Grad und überrascht den Zuschauer mit teilweise überdrehten Einfällen. So jagt der Verrückte Julia im Stil von “Tom und Jerry“ hinterher, was durch schnelleres Vorspulen und gut platzierten Kameras bestärkt wird.

Obwohl der Fabrikbesitzer in seinem Wahnsinn fast eine One-Man-Show liefert, wurden auch die anderen Darsteller gut gewählt. Jeder Charakter ist auf seine Weise verrückt. Sei es jetzt der schmierig kranke Makler, oder die beiden gegensätzlichen Polizisten. Die Leistung der Schauspieler ist auf hohem Niveau, sie passen zu ihren Rollen und verleihen diesen ihre persönliche Note.

Fazit:

Peter Koller schuf mit “Auf Bösem Boden“ einen interessanten, auf seine Art kranken, und auf alle Fälle witzigen Film.

4/5

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