Limbo – Children of the Night (Filmkritik)

Die Reporterin Alicia erhält eine Einladung in ein Heim für schwer kranke Kinder. Da in letzter Zeit außergewöhnlich viele Kinder gestorben sind, soll sie über die Zustände des Heimes berichten. In der Einrichtung namens Limbo findet sie streng religiöse Krankenschwestern und Kinder, deren Krankheit sie empfindlich gegen Sonnenlicht macht. Nachts sind die Kinder aktiv, sorgen sich um Heim und Garten, waschen ihre Wäsche und spielen miteinander. Doch verhalten sie sich teilweise seltsam.

Nach und nach dämmert es Alicia, all diese Kinder wurde über die Jahre hinweg als vermisst gemeldet und in ihrer Zeitung porträtiert. Manche Kinder sind wesentlich älter als sie und sehen noch immer so aus wie am Tag ihres Verschwindens. Dann offenbaren sie Alicia, dass sie alle Vampire sind und in diesem Refugium Schutz gefunden haben. Doch wird ihr Lebensraum ständig bedroht…

Kritik:

Autor und Regisseur Iván Noel präsentiert uns hier einen recht ungewöhnlichen Vampirfilm. Die Kinder stehen hier deutlich in der Opferrolle, doch wissen sie sich wohl zu verteidigen. Als Kinder wurden sie von Vampiren gebissen und harren nun in ihrer Gestalt. Von Erwachsenen werden sie für das was sie sind gejagt, oder mit religiösem Fanatismus unterdrückt.

Mansche Kinder fühlen sich in ihrer Situation nicht wohl, sprechen mit Alicia über ihr Dasein und ihren Ängsten. Dies hat Noel gut umgesetzt und die jungen Darsteller überzeugen in ihren Rollen. Andere wiederrum haben sich mit ihrem Schicksal abgefunden und kommen recht gut damit klar. Sie lieben es den Spieß mit ihren Häschern umzudrehen und ein perfides Spiel mit ihnen zu spielen. Ausgewählte Charaktere bekommen etwas mehr Zeit.

Als Limbo bezeichnet er das Kinderheim, was sich vom theologischen Limbus ableitet, womit die Katholiken die Vorhölle bezeichnen, an dem sich die Seelen derer befinden, die ohne eigenes Verschulden vom Himmel ausgeschlossen wurden. Dieser Bezug passt recht gut auf das Refugium und das Schicksal der Vampirkinder. Noel nimmt sich für seine Protagonisten viel Zeit, die Dramaturgie kommt nicht zu kurz.

Gelegentlich gibt es Actionszenen, die die Stille durchbrechen. Die Effekte sind einfach gehalten, können sich aber sehen lassen. Horrorelemente werden durch schwarzen Humor aufgelockert. Die Ausstattung der Sets ist recht einfach gehalten, erfüllt jedoch ihren Zweck. Die Musik passt zu den gezeigten Szenen, wobei sie aber nichts Besonderes ist.

Fazit:

Ein erfreulich innovativer Vampirfilm, der sich von Einheitsbrei abhebt. Es gibt manche Längen, doch können Geschichte und Charaktere überzeugen.

Bewertung: 3.5 von 5.

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