Ellos Volvieron (Filmkritik)

Einige Zeit nachdem die erfolglose Suche nach drei verschwundenen Kindern eingestellt wurde, stehen diese plötzlich vor ihren Elternhäusern. Die vormals aufgeweckten Kinder sprechen nicht mehr, wirken teilnahmslos und verstört. Offenbar wurden sie missbraucht und verstümmelt. Eltern und Ärzte sind ratlos. Sie rufen eine Expertenkommission zusammen. Die Dorfgemeinschaft verdächtigt einen alten deutschen Einwanderer, auf dessen Anwesen zu Kriegszeiten ein Nazikrankenhaus betrieben wurde. Heute nutzen die Dorfkinder das verfallene Gebäude als Spielplatz.

Doch es geraten auch andere Personen unter Verdacht, nach und nach kommen vergangene Geheimnisse ans Licht und Zusammenhänge klären sich auf. Nach und nach wird klar was mit den Kindern passiert ist und warum sie zurückgekommen sind…

Kritik:

Der libanesische Regisseur Iván Noel drehte in seiner Wahlheimat Argentinien mehrere Filme mit bedrückender Thematik, bei denen er meist Kinder in den Mittelpunkt des Geschehens rückt. Dabei geht er gern in die Psyche seiner Protagonisten, lässt sie Vergangenes wieder durchleben und sorgt durch seine jungen Darsteller für eine schockierende Grundstimmung.

In der Vergangenheit ist in dem Dorf im Film recht viel passiert. Deutsche Auswanderer betrieben ein Krankenhaus, wo anscheinend Menschenversuche unternommen wurden. Die Deutschen wurden dann enteignet, es gab Verfehlungen in Politik und durch hohe Beamte. Familienkonstrukte sind verworren, aber mehr ins Detail möchte ich nicht gehen. Viel Böses ist passiert und die Dorfbewohner arbeiten das nun nach dem Auftauschen der geschundenen Kinder wieder auf.

Noel löst die Geschichte nach und nach auf. Schon nach einer Stunde ist uns klar was mit den Kindern passiert ist. Dabei driftet er ein Wenig ins Mysteriöse ab, setzt Rückblenden ein um das Gesehene zu visualisieren. Die Geschichte bleibt dabei stets interessant und gegen Ende nimmt auch das Tempo zu. Todesfälle geschehen grundsätzlich im Off und tragen zur weiteren Auflösung bei. Vergleiche zu „Dorf der Verdammten“ möchte ich jetzt gar nicht ziehen, doch diente er teilweise als Vorbild oder Anregung zum Drehbuch.

Die Sets sind gut gestaltet und vor allem das alte Krankenhaus versprüht eine beklemmende Atmosphäre. Mit gut unterlegter Musik, die der 2021 verstorbene Regisseur angeblich selbst komponiert hat, spielen die Kinder in der Ruine, während uns Rückblenden zeigen, was dort vor 80 Jahren geschehen ist. Viel Budget hat der Film nicht verschlungen, das merkt man manchmal bei der Kameraarbeit, doch das schadet dem Film nicht wirklich.

Die Charaktere sind interessant und vielschichtig. Noel lässt auch viele kleine Nebenrollen kurz im Film zu Wort kommen, die die Handlung weiter tragen. Die Hauptdarsteller sind zweifellos die Kinder, die ihre Sache recht gut machen. Gut, Text haben sie ja nicht viel, doch können sie mit ihrer Mimik überzeugen. Noel versteht es, sie im passenden Make up gut in Szene zu setzten, sodass sie verstörend oder bedrohlich wirken.

Fazit:

Ein gelungenes Werk eines Independent Regisseurs über die Aufarbeitung einer dunklen Vergangenheit mit Mystery Elementen.

Bewertung: 3 von 5.

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