Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Filmkritik)

Das zweite Schuljahr beginnt für unsren Zauberlehrling recht turbulent. Zuerst warnt ihn Hauself Dobby eindringlich nicht nach Hogwarts zurückzukehren, denn dort soll ihn der sichere Tod erwarten. Dann verpasst er mit Ron noch den Hogwarts Express und zu allem Überdruss macht ihr fliegendes Auto Bekanntschaft mit der Peitschenden Weide.

Endlich angekommen merken sie bald, dass  Dobbys Warnungen nicht ohne Grund waren. Denn die Kammer des Schreckens wurde von Slytherins Erben geöffnet und nun sind alle nicht reinblütigen Schüler in Gefahr. Und da Harry Potter mit Schlangen reden kann, wie es seinerzeit Slytherin konnte, wird er nun von allen verdächtigt und gefürchtet. Nun gilt es den wahren Erben zu finden, um Schlimmeres zu verhindern…

Kritik:

Nachdem das Team schon für die ersten beiden Filme verpflichtet wurde, konnte man gleich direkt weiterfilmen. Auch Autorin Rowling war natürlich weiterhin an Bord und unterstützte den Drehbuchschreiber. Ihr zweites Buch wirkt schon etwas reifer, die Geschichte nimmt mehr Form an und wird dunkler, gar bedrohlich. Und so schlägt auch der Film eine düstere Grundstimmung ein.

Die Bedrohung durch das Monster in der Kammer des Schreckens ist omnipräsent und es gilt herauszufinden, wer die Kammer öffnen konnte. Leider werden im Film einige Bereiche des Buches eher wenig bis gar nicht gezeigt. Wobei einige Szenen ja sogar gedreht wurden und es dann nicht in den fertigen Film schafften. So wird Harry ja verdächtigt der Erbe Slytherins zu sein, doch im Film wird die Ablehnung und Angst ihm gegenüber nicht so gezeigt, wie sie im Buch beschrieben ist. Die Hintergrundgeschichte zum Hausmeister Filch wird außer Acht gelassen. Auch der Teil wo Lucius Malfoy seine schwarzmagischen Objekte und Gifte verkauft, damit das Ministerium und Mr. Weasly nichts in seinem Heim finden können, ist der Schere zum Opfer gefallen. Auch Hermines Begeisterung für den Blender Gilderoy Lockhart und dessen Selbstbeweihräucherung gehen im Film unter.

Andere Teile aus dem Buch sind in den Film eingeflossen und wurden sehr gut umgesetzt. So kann zum Beispiel das Tagebuch von Tom Riddle überzeugen, auch wenn er selbst am Ende etwas blass wirkt. Auch die Aktion mit dem Vielsaft Trank ist in ihrer Umsetzung gelungen.

Mit diesem neuen Lehrer für Verteidigung gegen die Schwarzen Künste treffen wir auch mehr neue, und vor allem für den weiteren Verlauf wichtige Charaktere. So bringt schon zu Beginn Hauself Dobby Harry in Schwierigkeiten. Er hat in der Buchreihe weitere Auftritte, die in den kommenden Filmen leider weg gelassen wurden. Mit Jason Isaacs als Lucius Malfoy wird eine weitere dunkle Gestalt und Widersacher von Harry Potter eingeführt. Isaacs spielt den arroganten Snob hervorragend.

Neben Dobby begegnen wir weiteren zauberhaften und gar düsteren Wesen, wie der Riesenspinne Aragog, die als Modell gebaut wurde und nicht aus dem Computer stammt. Und auch der Basilisk ist sehr gut und bedrohlich in Szene gesetzt worden. Generell ist die Ausstattung der Sets wieder sehr gelungen. Die Designer haben sich Mühe gegeben alles authentisch wirken zu lassen. So besuchen wir hier zum ersten Mal den Fuchsbau, der für Harry im Kontrast zum Haus der Doudleys wie ein wohl fühlendes Heim wirkt, auch wenn es der Ghoul am Dachboden nicht in den Film geschafft hat. Die Gnomjagd im Garten bleibt uns Regisseur Columbus auch schuldig.

Nach einem Besuch der Winkelgasse und einem unfreiwilligen Abstechern im Geschäft von Borgin & Burke’s, das voll von verbotenem und schwarzmagischen Zeug ist, spielt der Großteil der Geschichte natürlich wieder in Hogwats, das uns weitere Einblicke in die gut gestalteten Räumlichkeiten bietet. Hier wurde wieder auf jedes Detail geachtet und die Atmosphäre des Films ist wieder sehr dicht, was wir natürlich auch der passenden Musik verdanken. Und ab und zu gibt es auch witzige Momente.

Die Schauspieler überzeugen wieder auf ganzer Linie. Auch die Kinder sind nun etwas reifer geworden, konnten Erfahrungen sammeln und spielen schon etwas routinierter. Aber wie es leider oft bei Buchverfilmungen ist, es wird in den 2 Stunden nie soviel Zeit für die Charaktere sein wie im ganzen Roman. Wie schon erwähnt wurden einige wesentliche Stellen weg gelassen, die auch der Charakterentwicklung dienen. So verteidigt zum Beispiel Hermine Lockhart ständig im Buch ohne zu sehen, dass er eigentlich gar nix kann.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung der Reihe, die sich aufs Wesentliche konzentriert, aber leider schon Einiges aus dem Buch weg lässt, was verständlicherweise den Rahmen eines zwei Stunden Films sprengen würde. Die Geschichte wird düsterer, die Kinder werden reifer und die Charaktere werden interessanter.

4/5

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