Young Hunter (Filmkritik)

Nachdem seine Eltern mal wieder alleine nach Europa geflogen sind, freundet sich der 15jährige Ezequiel mit dem etwas älteren Mono beim nahen Skatepark an. Er lädt den Jungen zu sich nach Hause ein und die beiden kommen sich näher. Eines Tages beschließen sie Monos Cousin zu besuchen. Als dieser über Nacht zu seiner Freundin fährt, nutzen die beiden die Gelegenheit um miteinander zu schlafen.

Doch schon am nächsten Tag meldet sich Mono nicht mehr bei Ezequiel. Einige Tage vergehen und Ezequiel macht sich Sorgen um seinen Freund. Plötzlich bekommt er vom Cousin ein Video geschickt, dass ihn beim Sex mit Mono zeigt. Der Cousin verlangt von dem Jugendlichen weitere Videos mit Jungs in seinem Alter zu drehen, ansonsten stellt er Ezequiels Video ins Darkweb…

Kritik:

Der argentinische Regisseur Marko Berger spricht mit seinem Film eine überaus ernste Thematik an und ermahnt zur Vorsicht beim Daten. Dabei schockiert er einerseits mit dem jungen Alter seines Protagonisten, andererseits zeigt er auf, wie dieses Verbrechen geschickt eingefädelt wurde, um Ezequiel in Sicherheit zu wiegen. Zum Glück hält Berger sich bei den Erotikszenen sehr bedeckt.

Durch den Einsatz bedrohlicher Musik wird uns Zusehern jedoch schnell klar, dass im Haus des Cousins etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Ansonsten ist die musikalische Untermalung gut gewählt und drückt Ezequiels Stimmung recht gut aus. Voller Sorge sitzt er im Regen am Pool und einige Szenen darauf erfährt er von diesem Arsch, sein Freund bezahlt wurde um ein Video mit ihm zu drehen, und lässt den Zuseher mit blankem Hass fassungslos sitzen.

Und da gerade erst der halbe Film vorbei ist, erzählt uns Berger wie es mit Ezequiel weiter geht. Wir hoffen ja natürlich auch, dass es für ihn gut ausgehen wird. Dabei stellt uns Berger einen anderen Jugendlichen, Juan, näher vor und zeigt uns ein wenig von dessen Alltag. Wir kennen ihn aus einer kleinen Szene beim Skatepark, wo Ezequiel gemerkt hat, dass Juan auf ihn steht. Und so lässt er den Jungen mit dem Hintergedanken, dass sein Video gelöscht wird, näher an sich ran.

Obwohl Berger relativ unerfahrene Darsteller gecastet hat, machen sie ihre Sache doch recht gut und vor allem Juan Pablo Cestaro als Ezequiel gelingt es seine Gefühle mittels Mimik und Gestik gut darzustellen. Man sieht ihm seine Zerrissenheit direkt an und bedauert, dass es ihm nicht vergönnt war sich ganz normal zu verlieben und dabei glücklich zu sein. Das einzig Positive ist, dass er keine Coming out Krise seinen Eltern gegenüber hat. Und als er den jungen Freund mit nachhause nimmt akzeptieren sie das wie es eben sein sollte.

Berger hingegen lässt uns mit vielen Fragen zurück. Jedoch zeigt er uns Richtungen auf, wie die Geschichte weiter gehen wird. Ich möchte hier natürlich nicht zuviel verraten. Der Film regt zum Nachdenken an, vielleicht sind die aufgezeigten Gefahren überspitzt, aber doch hört man immer wieder Ähnliches.

Fazit:

Gelungener Film über ein schockierendes Thema und überzeugendem Hauptdarsteller.

Bewertung: 3 von 5.

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