Troja (Filmkritik)

Um ca. 1200 vor Christus unterwirft König Agamemnon von Mykene fast ganz Griechenland. Zu einer Siegesfeier lädt er die trojanischen Prinzen Hektor und Paris ein, um Frieden zwischen den beiden Ländern zu schließen. Bei der Feier verliebt sich Paris in Menelaos, der jüngere Bruder von Agamemnon, Frau Helena. Sie begleitet Paris nach Troja. Was Menelaos gar nicht gefällt. So bittet er seinen Bruder, sie zurückzuholen. Agamemnon sieht nun seine Chance, auch Troja zu unterwerfen.

Da Troja aber als uneinnehmbar gilt, muss Agamemnon den besten Krieger Griechenlands, Achilles, um Hilfe bitten. Da sich beide aber nicht achten, schickt er seinen Freund Odysseus zu den Myrmidonen. Der anfangs noch recht unentschlossene Achilles bittet seine Mutter um Rat. Schließlich entscheidet er sich für Ruhm und Ehre und zieht mit 50 Männern und seinem Vetter Patroklos in den Krieg.

Währenddessen nimmt König Priamos von Troja Helena in seinem Haus auf, und unterstützt somit Paris in seiner Entscheidung. Somit bereiten sich die Trojaner auf den Krieg vor, denn am Horizont erscheint schon die griechische Flotte. Allen voran die Myrmidonen, die sogleich den Strand entweihen und Appolons Tempel überrennen.

Achilles erfreut sich an seiner Kriegsbeute, doch Agamemnon will sie ihm nicht gönnen. Besonders an der letzten Priesterin, Hektors Cousine, finden beide Männer Gefallen. Daraufhin verwehrt Achilles Agamemnon die Unterstützung im weiteren Kriegsverlauf. Und so marschieren die Griechen ohne ihre besten Krieger Richtung Stadtmauern. Dort werden sie schon von der wesentlich kleineren trojanischen Armee erwartet.

Vor den Stadttoren fordert Paris Menelaos zu einem Zweikampf, um die Sache ohne Schlacht zu regeln. Da Paris aber unterlegen ist, eilt Hektor ihm zu Hilfe und erschlägt Menelaos. Daraufhin ruft Agamemnon zum Krieg, und eine blutige Schlacht entbrennt. Die griechischen Reihen versinken im Chaos und Agamemnon muss sich zur Küste zurückziehen. Nun kann den Griechen nur noch eine List helfen, um Troja zu erobern…

“Ich kenne mich in meinem eigenen Land besser aus als die Griechen.“ – Geschichtliche Hintergründe

Der trojanische Krieg ist ein zentrales Ereignis in der griechischen Mythologie. Homer schildert in seiner Ilias die entscheidenden Kriegsszenen und reduziert den zehnjährigen Krieg auf nur 51 Tage. Dabei spielen die Mythologie und die Götter eine tragende Rolle.

Die Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite waren zusammen mit anderen Göttern zur Hochzeit von dem Sterblichen Peleus und der Göttin Thetis (Eltern von Achilles) eingeladen. Durch Zutun der uneingeladenen Göttin Eris entbrennt ein Streit zwischen den drei Göttinnen, wer nun die Schönste sei. Da Zeus die Entscheidung nicht fällen wollte, schickte er Hermes, um nach Paris, dem trojanischen Prinzen, zu suchen. Alle drei Göttinnen wollten Paris bestechen. Schließlich stieg er auf Aphrodites Angebot ein. Er solle die schönste Frau auf Erden bekommen. Helena von Sparta.

Diese ist allerdings mit dem spartanischen König Menelaos verheiratet. Als Paris in Sparta auf Helena traf erfüllte Aphrodite ihr Versprechen, und Helena verliebte sich in ihn. Gemeinsam flüchteten sie nach Troja. Menelaos forderte von den anderen Königen Griechenland Eidpflicht, und so zogen sie unter dem Heerführer Agamemnon, Menelaos älteren Bruden, König von Mykene in den Krieg gegen Troja, sehr zur Freude von Hera und Athene.

Der Seher Kalchas hatte Agamemnon vorhergesagt, dass die Griechen ohne Hilfe von Achilles die Schlacht nicht gewinnen werden. Die Göttin Thesis, Achilles Mutter, wusste jedoch, dass ihr Sohn vor Troja fallen würde, und so versteckte sie ihn am Hof von Lykomedes in Skyros. Dort finden ihn jedoch Odysseus und Diomedes und überzeugen ihn, Agamemnon im Kampf zu unterstützen.

Schon die Abreise sollte sich als schwierig erweisen, da sich Agamemnon Artemis’ Zorn zugezogen hatte. Weil er eine Hirschkuh in ihrem Schutzwald erlegte, verhinderte die Göttin die Abfahrt durch eine Windstille. Nach einer Opfergabe konnte die Flotte dann in See stechen.

In Troja angekommen, entführte Achilles die Priesterin Biseis und machte sich zu seiner Bettsklavin. Da Agamemnon seine Sklavin zurückgeben muss, um Apollon zu besänftigen, und somit die Pest, die über die griechischen Truppen gekommen war, zu vertreiben, forderte er Ersatz. Dafür nahm er Achilles die Priesterin weg. Dieser bat seine Mutter, Zeus zu bitten, die Trojaner so lange in den Gefechten siegen zu lassen, bis ihm Genugtuung gegeben wird. Zu jener Zeit nahm er selbst an keiner Schlacht teil.

Da die Griechen sichtlich unterlegen waren, zog Patroklos Achilles Rüstung an und zog in die Schlacht. Hektor erschlug ihn im Kampf und nahm seine Rüstung an sich. Achilles schwor, den toten Patroklos nicht zu beerdigen, bevor Hektor tot ist. Tethis schenkte ihrem Sohn eine neue Rüstung und er trat zum Zweikampf gegen Hektor an.

Dieser war zuvor von Ajax dem Großen verwundet worden. Achilles jagte Hektor drei Mal um die Mauern Trojas, stellte ihn schließlich und tötete ihn. Anschließend schleift er ihn drei Mal mit seinem Streitwagen um die Mauern Trojas. Achilles gestattete jedoch König Priamos, aus Mitleid, den Leichnam gegen Geschenke mitzunehmen, und standesgemäß zu bestatten. Außerdem gewährte er ihm 11 Tage Waffenstillstand.

Nach dieser Zeit besiegte Achilles auch die Helden der trojanischen Verbündeten. Kurz darauf wurde er von Paris vor dem Stadttor getötet. Dieser schoss einen, von Apollon vergifteten, Pfeil in seine Ferse. Nach seinem Tod stritten Odysseus und Ajax um Achilles Waffen und Rüstung. Odysseus gewann mit Athenas Hilfe den ausgeschriebenen Wettstreit, und Ajax verfiel der Raserei, und stürzte sich anschließend in sein Schwert.

Nach fast zehnjähriger Belagerung ersann Odysseus die entscheidende List, um Troja zu bezwingen. Scheinbar die Belagerung beendend hinterließen die Griechen ein riesiges hölzernes Pferd am Strand. In dessen Bauch versteckten sich die Griechen unter Odysseus Führung. Die Trojaner zogen das Geschenk hinter die Stadtmauer, und des Nächtens entstiegen die Griechen dem Pferd und ließen die Armee in die Stadt. Troja wurde niedergebrannt, nur wenige überlebten das Massaker.

“Ich kannte deinen Vater. Er starb vor seiner Zeit. Doch hatte er das Glück nicht seinen Sohn sterben zu sehen.“ – Ein Epos wird neu adaptiert.

Wolfgang Petersen verfilmte die Trojasage neu, hielt sich aber nicht immer an die Vorlage. So erscheint die Belagerung im Film lediglich wenige Wochen zu dauern, einige Charaktere erleiden ein anderes Schicksal. Petersen lässt die Mystik außen vor und konzentriert sich auf die Schlacht, ohne dass die Götter eingreifen. Somit wird der Film ein realistisches, wenn auch kleiner Historienepos. Leider verzichtet er auch auf die Verbündeten Trojas und so manche interessante Helden der Geschichte. Kann man darüber hinweg sehen, wird man mit perfektem Popcornkino belohnt.

Schon zu Beginn werden die beiden Hauptfiguren der Ilias vorgestellt. Der von Eroberungsdrang besessene Agamemnon und der auf Ruhm und Ehre ausgerichtete Egozentriker Achilles. Dieser geht seinen eigenen Weg, kämpft wann immer es ihm passt, und lässt sich von keinem König was sagen. Agamemnon empfindet nur Verachtung für ihn, weiß aber, dass er den Helden braucht, denn ohne ihn hätte er wohl selten eine Schlacht gewonnen.

Bei der Siegesfeier lernt man auch gleich die beiden trojanischen Prinzen kennen. Hektor, Kriegsheld Trojas, möchte den Frieden wahren, erpicht darauf, die schöne Helena zurückzugeben. Jedoch ist Paris blind vor Liebe und weigert sich. Ihr Vater, Priamos, erweist sich schon zu Beginn als unentschlossen, und lässt sich von Paris überzeugen, Helena in Troja aufzunehmen. Hier, wie auch später, muss er erkennen, dass er lieber auf seinen Thronfolger hätte hören sollen.

Es dauert nicht lange, da präsentiert sich der Film von seiner guten Seite. Die Griechen landen in Troja und die Schlacht beginnt. Diese wurde im Director’s Cut noch besser, da der Gewaltgrad steigt. Die Action wurde perfekt choreographiert. Auch die Digitaleffekte passen sich gut ins Bild, somit fallen diese nicht als solche auf. Die Schlacht ist zwar schnell, aber demnach noch angenehm geschnitten. So kann man sich hier einfach zurücklehnen und die Show genießen. Selbst die griechischen Bestattungsrituale wurden detailliert gezeigt.

Zwischen den Schlachten wird die Handlung fortgeführt, der Streit zwischen Agamemnon und Achilles vertieft, sowie die Politik in Troja gezeigt. Diese ist geprägt von Weissagungen alternder Priester und dem Glauben an diverse Götter. Beide Seiten werden gleichwertig beleuchtet, sie verlieren Beide ihre Helden. Man lernt sämtliche wichtige Charaktere kennen.

Im weiteren Verlauf des Films wird zweckmäßig aber gut auf die Charaktere eingegangen. Man erfährt von ihren Stärken und Schwächen. Die Besetzung ist größtenteils in Ordnung. Orlando Bloom wirkt in seiner Rolle als Paris etwas schwach, er kann dabei nur schwer überzeugen. Brad Pitt kann die Charakterzüge des Achilles gut darstellen, sei es im Kampf oder in Trauer. Eric Bana überzeugt als Hektor, der schön langsam an den Göttern zweifelt, aber seinen Vater nicht überzeugen kann, klar zu denken. Die beste Darstellung bietet allerdings Peter O’Toole als verzweifelter König Priamos. Er bringt seine ganze Erfahrung und Können in die Rolle ein.

Fazit:

Wer nicht auf Vorlagengetreue Verfilmungen besteht, wird mit Troja sicher seine Freude haben. Der Dir. Cut rundet die Geschichte dann ab und bietet auch einiges an blutigeren Schlachtenszenen.

4/5

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