Hitlerjunge Salomon (Filmkritik)

Salomon war das vierte Kind eines jüdischen Schuhhändlers. Er wurde am 20. April 1925 in Deutschland geboren. Als er ein Teenager war, erlebte er den Aufstieg der Nazis, die brandschatzend durch jüdische Geschäfte zogen, wobei sein Bruder ums Leben kam, was die Familie nach Polen emigrieren ließ. Als der Krieg ausbricht, schickt der Vater Salomon und seinen älteren Bruder in Richtung Osten fort. Doch werden die Brüder bei der Flucht getrennt.

Salomon wird von einem russischen Soldaten gerettet und in ein Waisenhaus gebracht, wo er zwei Jahre verbringen soll und zum russischen Patrioten ausgebildet wird. Gelegentlich erhält er Post seiner Eltern, die in ein Getto ziehen mussten. Und schon bald wird Sally vom Krieg eingeholt und muss erneut die Flucht ergreifen, wo er von deutschen Soldaten aufgegriffen wird. Um sein Leben zu retten, gibt sich Sally als Deutscher namens Josef aus…

Kritik:

Regisseurin Agnieszka Holland verfilmt die Lebensgeschichte von Solomon Perel, der dem Holocaust entgeht aber stets in höchster Gefahr schwebt entdeckt zu werden. Dabei schaffte es der Film in die Liste „1001 Filme die du vor deinem Tod gesehen haben musst“.

Perel erzählt wie er sich selbst verleugnen musste um zu überleben. In Träumen sucht ihm die Zwiegespaltenheit heim. Die Träume dienen auch als Narrator der Hintergrundgeschichte. So sieht Sally im Traum zum Beispiel wie sich Hitler von Stalin lossagt. Da Salomon als Jude beschnitten war, fürchtete er auch stets erkannt zu werden. Er erlebt den Hass auf Juden aus nächster Nähe und lässt uns an den Gräueln teilhaben. Wir erfahren von der arischen Gehirnwäsche, die den Jugendlichen in der Hitlerjugend eingetrichtert wird. Und doch trifft Sally auch gute Menschen und findet Freunde.

Sally wird von Marco Hofschneider verkörpert, der die Rolle gar nicht schüchtern und mit überzeugender Mimik und Gestik spielt. Seine Blicke sprechen Bänder. Sein Bruder René spielt den Filmbruder Isaak. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und einigen Nebenrollen wird Zeit und Dramaturgie gewährt. Die Darsteller machen ihre Sache recht gut.

Die Sets sind opulent und authentisch ausgestattet. Die Wohnung der Familie wirkt warm und heimelig, sie strahlt Geborgenheit aus, und doch bietet sie keinen Schutz vor dem Wahnsinn. Die beiden Schulen wirken kühl und bedrohlich und tragen viel zur Stimmung des Films bei. Auch die Musik ist gut gewählt.

Fazit:

Ein filmisches Mahnmal mit einer atemberaubenden Geschichte.

Bewertung: 4.5 von 5.

IMDB

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