Serbis (Filmkritik)

Familie Pineda betreibt seit Generationen ein Kino mit Imbiss an einer belebten Straße in Manila. Doch die Zeiten sind schlechter geworden, das Kino heruntergekommen und zeigt nur noch schmuddelige Pornofilme. Es ist ein Treffpunkt für Schwule, Transpersonen und Prostituierte, die ihren Service dort anbieten, geworden. Mittendrin versucht die Betreiberin Nayda ihre Familie zusammenzuhalten. Zu all den Geldproblemen kommen immer mehr Sorgen dazu. Ihre Mutter will sich vom brutalen Vater scheiden lassen. Ihr Sohn hat ein Mädchen geschwängert. Dessen Bruder lässt sich mit einem Ladyboy ein und der kleine Nachzügler soll auch noch zur Schule gebracht werden. Nayda bleibt kaum Zeit um sich über ihre eigenen Sorgen und Träume zu kümmern…

Kritik:

Meisterregisseur Brillante Mendoza zeigt uns anhand einer Familie die weniger schönen Seiten einer Großstadt in einer Momentaufnahme. Einst ging es der Familie gut, sie betrieben drei Kinos in Manila, doch viele Umstände von außen und innen ließen sie zusehends verarmen. So kämpfen sie täglich ums Überleben.

Doch ständig treten neue Probleme auf. Das Kino ist heruntergekommen. Menschen vom Rande der Gesellschaft gehen in und aus und versuchen ihre Körper zu verkaufen. Die Darsteller sind bei den Sexszenen keinesfalls schüchtern und Mendoza zeigt uns Einiges, doch bleibt er stets außerhalb des Pornos. Der rennt im Kino allerdings auch nur im Hintergrund. Viel interessanter ist, was sich im Saal und hinter der Leinwand tut.

So bietet Mendoza seinen Charakteren genug Raum um sich vorzustellen und zu entwickeln. Die Darsteller machen ihre Sache recht gut und verleihen ihren Rollen Persönlichkeit. Es gelingt ihnen, uns mit ihren Problemen mitfiebern zu lassen. Und davon gibt’s genug.

Die Kulisse ist abgefuckt und schmuddelig. Sie fügt sich perfekt in die Handlung ein. Es wundert nicht, dass dieses Kino nur noch die ärmeren Gesellschaftsschichten anzieht. Die Musik passt gut dazu und die Atmosphäre ist stimmig. Und wie uns Mendoza in den Moment hineingeworfen hat, endet auch der Film. Wir erfahren nicht, wie es mit den Charakteren weitergeht, aber können es uns anhand des Gesamtbildes ausmalen.

Fazit:

Gelungene Milieustudie und Momentaufnahme in der philippinischen Hauptstadt.

Bewertung: 3.5 von 5.

IMDB

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