My Own Private Idaho (Filmkritik)

Mike windet sich als Stricher durchs Leben. Dass er an einer seltenen Schlafkrankheit leidet, macht die Sache nicht unbedingt einfach. Er träumt von seiner Kindheit und will unbedingt seine Mutter wieder finden. Scott kommt aus gutem Hause, braucht sich über Geld keine Sorgen machen, denn er erbt zu seinem 21. Geburtstag ein Vermögen. Und doch ist er dort abgehauen, weil er es mit seinen herrischen Eltern nicht aushält. Gemeinsam irren sie durch eine bizarre Welt aus Abenteuern und skurrilen Freiern. Sie passen auf sich auf und kommen sich näher…

Kritik:

Gus Van Sant schickt die Jungstars der 90er auf eine Reise um sich selbst zu finden. Dabei geizt er nicht mit beeindruckenden und gut eingefangenen Landschaftsaufnahmen mitsamt in Zeitraffer vorbeiziehenden Wolken, interessanten Einfällen und einer Schar gut durchdachter Charaktere.

Manche Einstellungen muten dabei poetisch an. Stimmungsvolle Kulissen und tiefsinnige Dialoge leisten dazu ihren Beitrag. Die Szenen mit den Freiern sind teilweise mehr witzig als erotisch ausgefallen. Unsere Protagonisten erfahren da recht eigensinnige Vorlieben. Anders ist es scheinbar ihren Freunden ergangen, wie diese bei einem Abendesser erzählen. Van Sant lässt Erotikszenen als Bilderabfolge laufen und nimmt so ein wenig Dynamik raus.

Die Chemie zwischen dem viel zu früh verstorbenen River Phoenix und Keanu Reeves passt sehr gut. Van Sant gibt den Beiden auch genug Zeit für sich und lässt ihre Freundschaft entwickeln. Wobei allerdings einer mehr empfindet als der Andere. Vorgestellt werden sie in einer witzigen Einstellung über Magazincover, die ganz ohne CGI aufgenommen wurde. Bei den ruhigen Szenen, wie zum Beispiel am Lagerfeuer, durften die Darsteller auch improvisieren. Beide überzeugen in ihren Rollen, doch besonders Phoenix stellt die Psyche seiner Rolle hervorragend dar.

Auch die Nebencharaktere passen gut in den Film und sorgen gelegentlich für skurrile Momente. Van Sant nicht sich auch für diese Protagonisten ausreichend Zeit und gibt ihnen eine Geschichte.

Fazit:

Ein poetischer Roadtrip auf dem Weg zum Erwaschenwerden.

Bewertung: 4 von 5.

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IMDB

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