Love, Simon (Filmkritik)

Simon ist ein ganz normaler Teenager. Er bereitet sich auf den Schulabschluss vor, verbringt gerne Zeit mit seinen Freunden und tut alles, was Teenager eben so tun. Ja er ist ein ganz normaler Teenager, aber doch anders. Denn Simon hat ein Geheimnis. Simon ist schwul. Niemand weiß es, nicht mal seine ihn über alles liebende Familie.

Eines Tages taucht im schulischen Social Media eine Nachricht unter dem Namen Blue auf, der der Schule mitteilt, dass er schwul ist. Fasziniert beginnt Simon mit Blue zu chatten und versucht hinter Blues geheime Identität zu kommen. Sie schreiben über ihre Gefühle, über Dinge, die sie sonst niemanden anvertrauen wollen. Und während Simon Hinweise aus den Chats analysiert, entdeckt ein Mitschüler eine versehentlich offen gelassene Mail am Schulcomputer und erpresst Simon ihn zu outen…

Kritik:

Becky Albertalli schuf mit ihrem erfolgreichen Buch „Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ eine realitätsnahe und einfühlsame Geschichte über einen schwulen Teenager, der sein Coming out noch vor sich hat, sich verliebt und ein Chaos zwischen seinen Freunden anrichtet. Ich habs in nur 3 Tagen ausgelesen.

Regisseur Greg Berlanti, der auch ein Wenig von seinen eigenen Erfahrungen einfließen lässt, gelingt es die Vorlage sehr nach am Buch zu verfilmen, und schuf auch gleich den ersten Film eines großen Hollywoodstudios, in dem der Hauptprotagonist schwul ist und dessen Geschichte erzählt wird.

Prominentes Thema ist natürlich, wie so oft, das Coming Out und wie es den Betroffenen dabei ergeht. Natürlich ist es tragisch dass ein Coming Out überhaupt noch nötig ist. Albertalli und Berlanti gehen behutsam mit dem Thema um und lassen uns in Simons und Blues Gefühlswelt eintauchen. Beide sind froh, jemanden gefunden zu haben, mit dem sie über alles reden können, da ja schwul zu sein in der Gesellschaft immer noch nicht als normal angesehen wird. Und doch sind Simon und Blue ganz normale Teenager.

Mit Nick Robinson und Keiynan Lonsdale wurden zwei Darsteller gefunden, die in ihren Rollen vollends überzeugen können. Ok, jetzt hab ichs verraten. Doch Jahre nach Kinostart weiß wahrscheinlich eh schon jeder, wer Blue ist. Die anderen Darsteller wurden auch sehr gut gewählt und passen gut zu ihren Rollen. Es gelingt ihnen gut die Chemie zwischen Simon, seinen Freunden und seiner Familie darzustellen. Auch ihre Reaktionen auf Simons Outing sind herzlich und überzeugend.

Die Atmosphäre ist meist warm und herzlich, die Freunde harmonieren und wir verstehen auch Martins dumme Beweggründe ein Wenig. Die Sets sind sehr gelungen und auch die Musikauswahl passt gut zu den gezeigten Szenen. Und obwohl der Film fast zwei Stunden dauert, fehlen dennoch einige Passagen des Buches, das ich sehr empfehlen kann.

Und auch die Geschichten rund um den Film sind interessant und herzlich. So outete sich Nicks jüngerer Bruder kurz bevor der Film ins Kino kam bei seiner Familie. Irgendwie schade, dass die Disco Szene mit Colton Hayness es nicht in den fertigen Film geschafft hatte, aber dafür gibt’s ja DVD Extras. Ok, sie stört ein Wenig den Filmfluss. Und da der Film so erfolgreich war, entstand einige Zeit darauf die Anschlussserie Love, Victor, die auf Diesney+ läuft, und natürlich in drei Staffeln auch mehr Zeit für die Nebencharaktere hat.

Fazit:

Jeder verdient eine große Liebe. Love, Simon ist ein einfühlsamer Feel Good Film übers Erwachsenwerden, Liebe und Freundschaft. Sehr empfehlenswert und natürlich solltet ihr auch die Serie um Victor nicht verpassen.

Bewertung: 5 von 5.

Hier könnt ihr die Blu-ray kaufen

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IMDB

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