Freak Show (Filmkritik)

Nach der Trennung seiner Eltern verbrachte Teenager Billy sieben Jahre mit seiner Mutter, einer begabten, trinkfesten und extravaganten Sängerin. Billy legt selbst auch sehr viel Wert auf sein Outfit, sein Make up und will ganz sicher nicht langweilig wie der schnöde Durchschnitt sein. Doch eines Tages treibt es seine Mutter weiter und Billy zieht zu seinem steinreichen Vater, der ihn auf eine erzkonservative Schule steckt, wo der Junge fortan von Mobbern und Homophoben sekiert wird, die mit seiner extravaganten Erscheinung nicht klar kommen, und ihn schlussendlich verprügeln. Doch Billy lässt sich nicht unterkriegen und kandidiert als Homecoming-Queen…

Kritik:

Trudie Styler erzählt die Geschichte eines queeren Jugendlichen, der sich weder von homophoben Schlägern noch anderen Widrigkeiten unterkriegen lässt. Nach einem fürchterlichen Vorfall rät ihm sein bester Freund sich zu verstellen, um die Mobber abzustellen, doch Billy möchte er selbst sein, und steht dazu.

Stylers Protagonist muss sich nicht erst finden und erblühen. Er ist bereits fabulös, doch kommt die Gesellschaft nicht damit klar. Und so ist Homophobie das beherrschende Thema im Film. Billys bester Freund Flip versucht ihn zu beschützen und gerät auch selbst in den Fokus der konservativen Mitschüler.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und haben jede Menge Tiefgang. So erkennt Billy die Wahrheit in seinen Eltern, was hinter der Fassade seines besten Freundes steckt und hält den Homophoben einen Spiegel vor die bibeltreue, konservative Fratze. Die Schauspieler, besonders Alex Lawther, den wir aus „The End of the fucking World“ bereits kennen, machen ihre Sache sehr gut. Als Billy Mutter tritt die großartige Bette Middler auf, die sämtliche Filmangebote ausgeschlagen hatte, um Zeit für diese Rolle zu haben.

Doch Billy bleibt stark, und der Wahlkampf gestaltet sich sehr erfrischend und Styler zeigt Probleme der LGBTQ Gemeinde im kleinen Raum der Schule stellvertretend für unsere Gesellschaft. Manche Schüler verbergen sich hinter einer Fassade und blicken insgeheim zu dem tapferen Billy auf, der schließlich mit seiner Ausstrahlung und Extravaganz die Schule rockt, und für Akzeptanz eintritt. Andere zeigen offen den Hass auf Homosexuelle. Styler baut in ihrem Film einiges an Symbolik ein, besonders witzig ist eine Szene die ans Letzte Abendmahl erinnert.

Die Setausstattung ist opulent und sehr gelungen. Die Musikauswahl passt zu den gezeigten Szenen und trägt auch gut zur Feel-Good Atmosphäre bei. Besonders Billy Outfits sind grandios in Szene gesetzt.

Fazit:

Freak Show überzeugt auf ganzer Linie und schreit seine Botschaft glamourös hinaus.

Bewertung: 4 von 5.

Hier könnt ihr die DVD kaufen.

IMDB

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s