Coming Out (Filmkritik)

Philipp kommt als neuer Lehrer an eine Schule in Ostberlin Ende der 80er. Durch Zufall stößt er mit seiner Kollegin Tanja zusammen und kommt ihr näher. Es läuft gut zwischen den Beiden und Philipps Mutter denkt schon ans Heiraten. Eines Tages trifft Philipp seinen alten Schulfreund wieder und erinnert sich an gemeinsame, erotische Momente. Fortan plagen Phlipp Selbstzweifel und er taucht in die Ostberliner Schwulenszene ein, wo er Matthias kennen lernt und sich in ihn verliebt. Doch die Realität holt Philipp bald ein, Tanja ist schwanger und die Gesellschaft verachtet Schwule…

Kritik:

Heiner Carow präsentiert uns den ersten Ostdeutschen Film, der Homosexualität zum Thema hat. Premiere feierte er während des Mauerfalls. Carow zeigt noch immer aktuelle Themen. Gesellschaftlich hat sich in den letzten 30 Jahren etwas bewegt, doch ist die im Film gezeigte Homophobie nach wie vor präsent. Und leider wird die Gesellschaft zusehends wieder konservativer.

Die Geschichte des jungen Mannes war damals und ist vielerorts noch immer aus dem Leben gegriffen, in der Jugend kommt er einem Schulfreund näher, seine Eltern verbieten ihm den Umgang in der Hoffnung ihr Sohn wird wieder „normal“, bis er es selbst glaubt, mit einer Frau zusammen kommt um der Gesellschaft zu gefallen, doch innerlich leidet. Eines Tages fasst er den Mut um er selbst zu sein, geht in die Szene, lernt Andere kennen und verliebt sich. Doch Glück ist ihm keines vergönnt.

Carow hat seine Charaktere facettenreich gestaltet und gibt Einblick in die Gesellschaft. Er lässt manche Charaktere über die Zustände reden und einen alten Mann von früher erzählen wo Homosexualität noch verboten war. Die Darsteller machen ihre Sache recht gut und überzeugen in ihren Rollen. Matthias Freihof gelingt es gut die Gefühle seiner Rolle darzustellen.

Gedreht hat Carow teilweise in echten Ostberliner Szenelokalen und gibt uns heute einen historischen Einblick. Auch die übrigen Sets sind gut gestaltet. Die Musik ist stimmig mit den gezeigten Szenen.

Fazit:

Ein Meilenstein des ostdeutschen Kinos und nach wie vor aktuell.

Bewertung: 3.5 von 5.

Hier könnt ihr die DVD kaufen.

IMDB

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