Heartstopper (Serienkritik)

Charlie Spring ist schwul und besucht eine Schule für Jungs irgendwo in England. Seit er im letzten Schuljahr unfreiwillig geoutet wurde, beherrschten Mobbing und Ablehnung seinen Alltag. Halt fand er bei seinen Freunden, Tao, Isaac und Elle, die als Transmädchen Ähnliches durchmachen musste und im aktuellen Schuljahr auf die Mädchenschule wechseln durfte.

Ein neues Schuljahr beginnt und die Aufregung über Charlies Homosexualität sind in der Schule größtenteils abgeflaut. Er hat sogar einen Freund, doch dieser möchte sich nur heimlich treffen und ignoriert den sensiblen Charlie in der Öffentlichkeit, woraufhin dieser Schluss macht.

Im Unterricht wird Charlie neben Nick Nelson, den Captain des Rugby Teams, gesetzt und schon schwärmt er für den feschen Sportler. Doch so einer kann doch nur hetero sein. Auch Nick fühlt sich von Charlie angezogen und nimmt ihn kurzerhand ins Rugbyteam auf. Die Beiden verbringen mehr Zeit miteinander und merken, dass sie einige gemeinsame Interessen haben.

Als Charlie schon Hals über Kopf in Nick verliebt ist, kämpft dieser noch mit seiner eigenen Identität und steht nun zwischen Charlie und seinen alten homophoben Freunden, die ihn ständig mit Mädchen verkuppeln wollen. Erst als Elle Anschluss an ein lesbisches Paar ihrer Schule findet, nimmt auch Charlie und Nicks Beziehung an Fahrt auf…

Kritik:

Ach, hätte es solche süßen Serien doch schon vor 30 Jahren gegeben, doch zum Glück hat sich seit dem Einiges gebessert. Wenn auch noch sehr viel geschehen muss, können wir stolz auf das Erreichte sein. So erzählte zum Beispiel Joe Locke, der Charlie spielt, auf seinem Instagram von einer Mutter, die sich bei ihm meldete und überglücklich erzählte, dass ihre Tochter dank Herartstopper den Mut fasste sich zu outen und sie selbst zu sein. Hoffentlich wird es irgendwann nicht mehr nötig sein, sich zu outen, sondern einfach zu sagen, man liebt jemanden.

Heartstopper entstand als Graphic Novel von Alice Oseman, die bei der Serienumsetzung sehr eng mit Netflix zusammengearbeitet hat. Und sie hat auch einen kleinen Cameoauftritt in der 8. Episode, und ihre Bücher stehen in Charlies Zimmer. Ihr Zeichenstil floss in die Serie ein, so entdecken wir gelegentliche Regenbögen oder es fliegen gezeichnete Blätter herum, die auch in der Graphic Novel durch die Bilder huschen.

Die Kameraarbeit ist sehr gut gelungen. Manche Einstellungen wirken fast schon poetisch und sind noch dazu mit guter Musik unterlegt. Auch eine gute Portion Symbolik fand Einzug in die Serie. So sitzt Charlie oft in der Pause im Kunstraum in einer Ecke, auf dessen Boden ein Baum gemalt wurde. Hier kann er unter der Anleitung des schwulen Kunstlehrers wachsen und ist gleichzeitig in seinem Safe Space.

Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und passen sich sehr gut in die Geschichte ein. Neben unseren beiden Hauptprotagonisten spielen auch Charlies Freunde eine Große Rolle. Während sich der gemütliche und wortkarge Isaac gerne in seine Bücher vergräbt, hält Charlies bester Freund Tao stets Mobber mit vernichtenden Worten von Charlie fern und leidet aber auch unter der Tatsache, dass Charlie mehr Zeit mit seinem Freund Nick verbringen will, aber deren Beziehung noch geheim ist. Zum Glück sind die Kids soweit erwachsen um über ihre Gefühle zu reden. Die Schauspieler machen allesamt ihre Sache recht gut.

Mit Nicks Freunden spricht Heartstopper Themen wie Homophobie und Heteromachos an. Die Gruppendynamik rund um Harry Greene macht Charlie und auch Nick das Leben schwer. Doch blickt Harry stets zu Nick auf, und versteht nicht, dass dieser den Schulen der Schule ständig in Schutz nimmt, anstatt mit Mädchen rum zu machen. Mit Ben Hope als Charlies Exfreund wird ein weiterer dunkler Aspekt porträtiert, womit Charlie zu kämpfen hat.

So entwickelt sich zwischen unseren beiden Protagonisten eine zuckersüße Romanze, die mit aus dem Leben gegriffenen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, ein bisschen Drama schadet nicht und die Serie bleibt stets interessant. Charlie ist ein sensibler Junge, der sich weiterentwickelt und selbstbewusster wird, während Nick stets für ihn da sein will und sich erst selbst finden muss. Nick wird einmal als treuer Golden Retriver beschrieben, was recht passend erscheint.

Fazit:

Eine sehr süße, romantische Feel Good Serie mit überaus sympathischen Charakteren, LGBTQ Themen und jeder Menge Charme. Erfreulicherweise sind schon zwei weitere Staffeln angekündigt.

Bewertung: 5 von 5.

Hier noch die Liste der Bücher, die Isaac im Verlauf der ersten Staffel liest. Vielleicht ist für euch auch was Interessantes dabei.

  • Dune Messiah – Frank Herbert
  • Naruto Vol 72 – Masashi Kishimoto
  • A Good Girl’s Guide to Murder – Holly Jackson
  • Pride and Prejudice – Jane Austen
  • Proud – Gareth Thomas
  • Radio Silence – Alice Oseman
  • Gender Explorers – Juno Roche
  • Quantum Mechanics – Leonard Susskind
  • The Time Traveler’s Wife – Audrey Niffenegger
  • There is No Planet B – Mike Berners-Lee

Anschauen könnt ihr die Serie auf Netflix

IMDB

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