Sommersturm (Filmkritik)

Die beiden Ruderer Tobi und Achim sind beste Freunde. Gemeinsam mit ihrem Team bereiten sie sich auf die Rudermeisterschaft und das Zeltlager vor. Neben dem Sport konzentrieren sich die Jungs vor allem auf Mädchen, doch nach und nach merkt Tobi, dass er sich mehr zu Achim hingezogen fühlt. Er weiß nicht so recht, wie er es ihm sagen soll und fürchtet sich auch vor Achims Reaktion.

Als Tobi dann miterlebt, wie seine Mannschaft über das rein schwule Team aus Berlin herzieht, nimmt ihm das den letzten Funken Selbstvertrauen. Und doch ist er von Berlinern fasziniert und möchte am liebsten auch aus seiner Haut raus…

Kritik:

Marco Kreuzpainter erzählt uns eine Coming Out Geschichte, die in einer Zeit spielt, wo alles noch etwas komplizierter war und leider auch einige Klischees bedient. Dies ist einerseits witzig, die zum Beispiel die Bibelliedersingenden Klosterschülerinnen, andererseits aber eher gewollt ärgerlich, doch mit unter aus dem Leben gegriffen.

So echauffieren sich die Heteromachos über das schwule Team, weil sie fürchten ein Schwuler könnte auf sie stehen. Also können wir uns Homophobie vom Feinsten antun, was hier klar überdeutlich dargestellt ist und dem Zweck dient, dem Hauptprotagonisten noch mehr zu verunsichern. Denn wüssten seine eigenen Teamkollegen, dass er schwul ist, würde er in den Mittelpunkt ihres Spotts rücken.

Doch leider ist eines klar, sollte sich Tobi sein Selbst eingestehen, wird sich für ihn alles ändern. Seine Freundin wird ziemlich frustriert sein und die Freundschaft zu Achim (Kostja Ullmann) steht auch auf dem Spiel. Robert Stadlober überzeugt als Tobi auf ganzer Linie und kann dessen Zerrissenheit und Charakterentwicklung sehr gut darstellen. Und da kommt so Einiges auf den jungen Protagonisten zu. Doch zum Glück sind ihm auch wenige schöne Momente gegönnt.

Kreuzpainter gelingt es vor allem die Stimmung im Film gut einzufangen. Sei es mit kleinen, stimmungsvollen und guten Score unterlegten Szenen oder die Gruppendynamik der jungen Sportler zu zeigen. Hauptsächlich geht es ihm um die Situation Schuler und Homophober, wodurch die Sportkomponente im Film in den Hintergrund rutscht, so lässt er auch kein Teamgefühl aufkommen. Selbst bei gefährlichen Situationen scheinen sich die unterschiedlichen Jugendlichen nicht zusammenfinden zu wollen.

Fazit:

Ein sehr gelungener Coming Out Film mit einem hervorragenden Hauptdarsteller und einem stets angespannten, klischeebeladenen Gefühl.

Bewertung: 4 von 5.

Hier könnt ihr die DVD kaufen.

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