Der Dieb von Bagdad (Filmkritik)

König Ahmad wird von seinem Großvesier rein gelegt. Dieser schickt ihn verkleidet auf die Straßen Bagdads um zu erfahren, wie das Volk über ihn denkt. Doch als er zum Palast zurückkehren will, wird er verhaftet. Jaffar hat den Thron an sich gerissen. Im Gefängnis lernt er den jungen Abu, Dieb in vierter Generation, kennen. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht nach Basra, wo Ahmad sich in die hiesige Prinzessin verliebt, nachdem er sie einmal aus der Ferne erblickt hat.

Währenddessen reist Jaffar nach Basra um die Prinzessin zu heiraten. Diese ist jedoch gar nicht davon begeistert und haut ab. Also findet Jaffar nur den liebeskranken Ahmad und seinen Begleiter Abu im Palastgarten. Zornig blendet er Ahmad und verwandelt Abu in einen Hund. Die Prinzessin wird in des gefunden, doch fällt sie in ein Schockkoma. Wie durch ein Wunder erwacht sie als Ahmad an ihr Bett geführt wird. Kurz darauf entführt sie Jaffar und segelt Richtung Bagdad, wo es der Prinzessin gelingt den Fluch der beiden zu brechen, die sogleich die Verfolgung aufnehmen. Doch ein nicht ganz zufälliger Sturm beendet die Rettung.

Gestrandet findet Abu eine alte Flasche und befreit den gefangenen Djinn. Mit dessen Hilfe begibt er sich auf ein fantastisches Abenteuer um den liebeskranken Ahmad wieder zu finden und die Prinzessin zu retten….

Kritik:

Anfang der 40er Jahre lagen Fantasyfilme über den fernen Orient hoch im Kurs. Diesen Hype nutzte auch der britische Produzent Alexander Korda und verzauberte das Kinopublikum mit Geschichten aus 1001 Nacht. Doch es war auch eine von weißen Schauspielern geprägte Zeit. Diese wurden dann recht gerne dunkel geschminkt um wichtige Rollen in den Filmen zu übernehmen. Die farbigen Darsteller blieben als Komparsen ohne Text im Hintergrund.

So stellt es eine kleine Sensation dar, dass der indische Junge Sabu hier eine Hauptrolle übernimmt. Korda hatte den Burschen 3 Jahre zuvor in Indien aufgrund, wie er in einem Interview sagte, dessen schönen Körperbaus für seinen Film „Toomai, der Elefantenboy“ entdeckt. Daraufhin nahm er Sabu mit und förderte ihn als Schauspieler und ließ ihn in seinen Filmen auftreten, was dem Jungen zu Ruhm verhalf.

Und weil Korda so fasziniert von dem jungen Talent war, ließ er den damals 16jährigen den Film über nur mit einem kurzen Höschen bekleidet durchs Bild hopsen. Übrigens verlangte Korda auch von Newcomer John Justin, der Ahmad spielt, mehr Haut zu zeigen. Sabu gelingt es hingegen wirklich als Schauspieler zu überzeugen. Er weiß perfekt Mimik und Gestik einzusetzen und hatte bis dahin auch schon recht gut Englisch gelernt. Leider wurde in der deutschen Synchro Sabus Stimme von einem Kind gesprochen.

Korda hat für seinen Film weder Kosten noch Mühen gescheut und lässt ihn ihm prächtigen Technicolor erstrahlen. Der Dieb von Bagdad ist einer der ersten großen Filme, wo Spezialeffekte und gar Bluescreen eingesetzt wurden. Heute wirken die Effekte natürlich etwas angestaubt, doch damals waren sie revolutionär. Die Hintergründe sind in Matte-Painting entstanden, so konnte im Studio eine orientalische Stadt simuliert werden. Die Setausstattung ist opulent und trägt auch gut zur Atmosphäre bei. Aufgrund des ausbrechenden zweiten Weltkrieges musst die Produktion in die USA verlegt werden und Afrika fiel als Drehort aus. Die Musik ist recht einfach gehalten, doch passt sie gut zum Film. Leider wurde Sabus Gesang auch ins Deutsche übersetzt.

Die ganzen technischen Spielereien, gepaart mit der interessanten Geschichte verleihen dem Film seine fantastische Atmosphäre. In die Geschichte ließ Korda mehrere Elemente aus dem 1001 Nacht Roman einfließen. Die erste Hälfte nimmt er sich Zeit um die Geschichte zu umreißen, die Charaktere vorzustellen und die etwas peinliche Liebesgeschichte ins Laufen zu bringen.

Die zweite Filmhälfte beschert uns dann mehr Action, mehr Effekte und Sabu wird mehr in den Mittelpunkt gerückt. Ihm gewährt Korda einige Szenen alleine, in denen er sich als Held der Geschichte avancieren kann, was für seine Karriere sehr förderlich war.

Fazit:

Obwohl der Film heute etwas angestaubt wirkt, hat er nichts von seinem Charme verloren und stellte das große Sprungbrett für Sabu dar, der leider viel zu früh von uns gegangen ist.

Bewertung: 4 von 5.

Wir bedanken uns bei Koch Media für die freundliche Unterstützung.

Ein Kommentar zu „Der Dieb von Bagdad (Filmkritik)

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