Aus der Haut (Filmkritik)

Milan verbringt seine Zeit am Liebsten mit seinem besten Freund und Klassenkameraden Christoph. Als er eines Abends seinen Mut zusammennimmt und Christoph küsst, weist ihn dieser schockiert zurück. Milan betrinkt sich und steigt ins Auto seiner Eltern. Der folgende Unfall entpuppt sich als verzweifelter Selbstmordversuch. Während seine verzweifelten Eltern Rat und Beistand bei Freunden und Psychologen suchen, erfahren Milans Mitschüler von dem Vorfall und mobben ihn…

Kritik:

Stefan Schaller porträtiert mit Milan einen Teenager, der seit Jahren mit sich ringt, seinen Eltern mit Drogen und Alkoholexzessen Sorgen bereitet und dann doch endlich den Mut fasst sich seinem besten Freund anzuvertrauen. Wobei er sich recht ungeschickt anstellt. Dieser und auch das jugendliche Umfeld reagieren ablehnend Milan gegenüber, was dem sensiblen Jungen psychisch noch mehr zusetzt.

Dabei zeichnet Schaller seine Charaktere gelungen, gibt ihnen eine ausführliche Hintergrundgesichte und lässt sie authentisch miteinander agieren. Die Darsteller überzeugen in ihren Rollen. Es gelingt ihnen die vielschichtige Gefühlswelt gut darzustellen. Und da kommt Einiges auf die Protagonisten zu, denn Schaller verzichtet auf die gestellte Happy Peppi Welt und zeigt uns wie es oftmals abläuft.

Auch wenn sich Milan nach seinem Outing freier fühlt, erfährt er Ablehnung und Gewalt. Homophobie wird zum beherrschenden Thema in seinem Umfeld und das erleben auch Milans Eltern mit. Schaller widmet auch der Beziehung des Paares einige Zeit. Sie werden mit einer neuen Situation konfrontiert, ihr Sohn wird erwachsen, es bildet sich eine Leere.

Milan lässt er in die oberflächliche Schwulenszene eintauchen, wo der junge Twink alsbald erkennen muss, dass nichts eitle Wonne ist. So leiden wir knappe 90 Minuten mit dem Jungen mit und hoffen auf ein gutes Ende.

Die Musik ist gut gewählt und passt auch zu den gezeigten Szenen und unterstützt die getrübte Stimmung. Die Sets sind detailreich gestaltet.

Fazit:

Ein sehr gelungener Film übers Coming out und dem Umgang in der Gesellschaft und Familie.

Bewertung: 4 von 5.

Hier könnt ihr die DVD kaufen.

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