Night of the Shorts (Kurzfilmkritiken)

I’ll take the next one; Frankreich 2002; 5 min.

Eine allein stehende Frau steigt in die Pariser U-Bahn ein. Als der Zug abfährt, bitte ein Mann die Fahrgäste um Aufmerksamkeit. Er sei schon mehrer Jahre Single und versteht nicht, warum er keine Frau findet. Er erzählt von sich, was er beruflich macht, wie viel er verdient. Und ersucht die Frauen, die mit ihm eine Beziehung eingehen möchten bei der nächsten Haltestelle auszusteigen. Die allein stehende Frau glaubt endlich eine Chance zu haben, und springt bei der nächsten Haltestelle aus dem Zug. Als die Türe wieder schließt, sagt ihr der Mann, dass seine Rede nur ein Scherz war.

So einfach diese Geschichte auch gestrickt ist, sie zeigt, wie manche Menschen einfach mit den Gefühlen anderer spielen. Es erlaubt sich einer in der U-Bahn einen Scherz, mit dem er bei manchen Erwartungen weckt, um kurz darauf den eh schon verzweifelten Menschen noch mal ins Herz zu stoßen. Ob es jetzt beabsichtigt war, dass jemand auf seine Rede anspringt, geht nicht hervor. Dennoch ist der Kurzfilm recht witzig. Und vor allem die Pointe am Ende etwas schwarzhumorig.

Bewertung: 3 von 5.

Good bye Antonio; Italien 2003; 20 min.

Antonio hat 45 Jahre lang als Lagerarbeiter gearbeitet. Zu seiner Pensionierung wird er vom Chef geehrt und bekommt 2 Tickets nach New York geschenkt. Die beiden treten sogleich die Reise an. Da sie aber diverse Nahrungsmittel von zuhause mitgenommen haben, werden die am Flughafen konfisziert. Antonio, der nichts anderes als Italienisch essen will, fürchtet sich um sein leibliches Wohl. Der Concierge des Hotels empfiehlt den Beiden ein italienisches Restaurant in der Nähe. Da aber der Restaurantbesitzer kein Italiener ist, mag Antonio nicht dort essen. Und so beschließt er, mitten in der Nacht, am nächsten Tag wieder nachhause zu fliegen. Denn da wartet ja genug Arbeit. Seine Frau ist davon wenig begeistert, denn sie möchte sich ja endlich mal was ansehen. Das ganze Leben ist sie nicht weiter gekommen als in die Nachbarortschaft. Und so macht sie sich am nächsten Morgen auf, um zum Empire State Building zu gehen…

Der Film zeigt unverblümt das Leben zweier, bereits ewig verheirateten, Leute. Sie leidet unter der Fuchtel ihres Mannes, der komplett unaufgeschlossen gegenüber allem Neuen ist. Ihm gefällt es zuhause am Besten, er wäre nie auf die Idee gekommen einmal zu verreisen. Damit verbunden ist auch seine Angst, nichts zu Essen zu bekommen. Seine Frau hingegen ist von dem Ortswechsel begeistert, sie blüht richtig auf, und will sich alles ansehen. Im Laufe des Films merkt Antonio, dass er mit seiner Art nicht mehr weiter kommt. Langsam aber doch öffnet er sich, und geht auf seine Frau zu. Die beiden Darsteller machen ihre Sache gut. Der Film wirkt so natürlich, wie aus dem echten. Leben. Einzig die Tatsache, dass die beiden mit den Amis nur italienisch reden, und verstanden werden stört etwas.

Bewertung: 3 von 5.

The most beautiful man in the world; Großbritanien 2002; 6 min.

Ein kleines Mädchen liegt mit ihrem Hund in der Wohnung. Dieser läuft raus, sie folgt ihm, und sieht dabei einen Mann, der den Hund streichelt. An der Wohnung taucht ihre Mutter auf, und die kleine läuft zurück.

Tja das wars auch schon. Der Film ist komplett stumm. Nur das Mädchen darf einen Satz sagen. Ich seh in dem ganzen nicht wirklich einen Sinn, oder eine Botschaft.

Bewertung: 0.5 von 5.

Fire Butterflies, Spanien 2003; 13 min.

Eine obdachlose Frau und ein obdachloser Mann brechen des Nächtens bei Regen in eine verlassene Lagerhalle ein. Um sich zu wärmen, machen sie ein Feuer. Als sie so am Feuer sitzen erzählen sie sich von ihrer Kindheit. Die Frau wurde von ihrem Vater oft verprügelt. Sie hatte aber einen Freund, mit dem sie oft spielte. Die beiden haben Vaters Revolverpatronen oftmals ins Lagerfeuer geworfen, und gewartet bis sie explodiert sind. Eines Tages geschah dabei ein Unfall. Der Mann stammt aus Afrika, und hatte auch keine einfache Kindheit. Sein Vater wurde bei einem Überfall auf sein Haus getötet. Er ist nach Spanien emigriert, und möchte dort ein neues Leben anfangen. Am nächsten Morgen beschließen die beiden auf Arbeitssuche zu gehen.

In Rückblenden wird auf das tragische Schicksal der beiden Darsteller eingegangen. Am Abend ist deren Stimmung noch getrübt. Das wird unter anderem durch den Regen deutlich gemacht. Und als sie sich ausgesprochen haben, scheint am nächsten Morgen die Sonne, und sie fassen den Entschluss, ihr Leben zu ändern. Zu den Schauspielern gibt’s nicht viel zu sagen. Sie sitzen am Feuer und erzählen sich Geschichten. Dennoch vermittelt der Film die Botschaft, dass nichts hoffnungslos bleibt, und es irgendwann mal wieder Bergauf geht.

Bewertung: 3 von 5.

Beans; Belgien 2002; 6 min. (Plastilin)

Jim sitzt morgens beim Frühstück. Danach geht er zur Arbeit. Eine Straße weiter kommt er bei einem Restaurant vorbei, wo als Tagesmenü Bohnen angeboten werden. Jim liebt Bohnen. Da er darauf aber heftigste Blähungen bekommt, hat ihm seine Frau verboten, sie zu essen. Am Nachhauseweg kann er sich nicht mehr zusammenreißen, und geht ins Restaurant. Kurz nach dem Essen entfalten die Bohnen ihre Wirkung. Zuhause angekommen, verbindet seine Frau ihm die Augen und sagt, sie hat eine Überraschung für ihn. Sie führt Jim zum Esstisch, muss aber kurz raus zum Telefon. Jim nutzt die Chance und lässt die gefährlichen Dämpfe entweichen. Als seine Frau wieder kommt, und ihm die Augenbinde abnimmt, sitzen seine Freunde am Tisch und wollen seinen Geburtstag feiern. Was jetzt allerdings mehr als Peinlich für Jim ist.

Abgesehen mal von der stumpfsinnigen Handlung, die sich eigentlich nur über die Auswirkungen der Bohnen dreht, ist der Film tricktechnisch durchschnittlich aber mit viel Liebe zum Detail gemacht worden. Die Knetfiguren reichen zwar lange nicht an Wallece und Gromit ran, auch die Animation hakt teilweise ein wenig. Jedoch für einen Amateurfilm im Rahmen.

Bewertung: 2 von 5.

Adrian; Slowenien 1998; 15 min.

Der kleine Adrian geht mit seiner Mutter zum Strand. Er ist total in seine Mutter verliebt. Als sie dann aber einen Mann anlacht, den sie zufällig im Wasser begegnet, fühlt sich Adrian allein gelassen. Seine Mutter amüsiert sich, und er bleibt alleine am Strand zurück.

Daraufhin wird er eifersüchtig und weißt seine Mutter ab.

Dieser Film kommt gänzlich ohne Sprache aus. Dafür aber mit Musik. Schon alleine das Titellied verrät, dass der Junge in seine Mutter verliebt ist. Die Schauspieler leisten dabei nichts Aufregendes. Die Optik lässt auf die 70er Jahre schließen.

Bewertung: 2 von 5.

This Charming Man; Dänemark 2002; 29 min.

Lars ist ein arbeitsloser Buchhalter. Seit 2 Jahren versucht er erfolglos einen Job zu bekommen. So schickt ihn das Arbeitsamt zu einem Kurs. Bevor er den Kurs antritt bekommt er eine Zusage in einer Druckerei. Dazu muss er nur seine Papiere in Ordnung bringen. Auf dem Weg zum Arbeitsamt trifft Lars seine alte Schulkollegin Ida, und verliebt sich in sie. Sie jedoch hat gerade eine Langzeitbeziehung hinter sich. Am nächsten Tag bekommt Lars Post vom Arbeitsamt, dass er sich zum Dänischkurs melden soll. Die haben dort seine Id Nummer mit der eines pakistanischen Einwanderers verwechselt. Als er zum Kurs erscheint, um das Missverständnis zu klären, trifft er wieder auf Ida, die den Kurs leitet. Um an sie ran zu kommen, verkleidet Lars sich als Pakistaner. Just in den verliebt sich Ida, ohne zu wissen, dass Lars unter der Maske steckt…

Der Film wirft einen kritischen Blick auf Probleme wie Arbeitslosigkeit und Rassismus. So darf man Lars zusehen, wie er seine Not mit dem Arbeitsamt hat, und auch einen seiner Kurskollegen, der einen Job nicht bekommt, weil er kein gebürtiger Däne ist. Nebenbei ist noch die Liebesgeschichte zwischen Lars und Ida eingebaut. Die Darsteller wirken recht routiniert, sie bringen auch ihre sozialen Probleme recht gut rüber.

Bewertung: 4 von 5.

Flatlife; Belgien 2004; 11 min. (Zeichentrick)

Ein Hochhaus in irgendeiner Stadt. Man sieht 4 aneinandergrenzende Wohnungen und die Menschen darin, wie sie interagieren. So hängt z.B. der Typ in der Wohnung links oben ein Bild auf, was seinen Nachbar in der darunter liegenden Wohnung stört. Dieser klopft mit dem Besen an die Decke, so dass das Bild wieder nach unten fällt. Auch die Waschmaschine und die beiden Fernseher bereiten einige Probleme. Und zu jeder Problemlösung wird ein Bewohner einer anderen Wohnung gebraucht.

Dieser anfangs billig wirkende Zeichentrickfilm ist durch und durch mit Humor gespickt, und somit ein würdiger und runder Abschluss der DVD. Es ist verdammt witzig zu beobachten, wie eine Aktion, eine Andere auslöst.

Bewertung: 4 von 5.

Wir bedanken uns bei Ascot Elite Home Entertainment für die freundliche Unterstützung.

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