Überleben in L.A. – Zahl für meinen Körper (Filmkritik)

Da es Brett mit seiner Stiefmutter nicht mehr aushält, haut er von zuhause ab. Er möchte zu seiner Großmutter ziehen. Doch leider geht es Oma nicht gut und sie wird demnächst in ein Altersheim übersiedeln. Da Omas Haus nun keine Option mehr ist, verschlägt es den Jungen nach Los Angeles, wo er eine Gruppe Jugendlicher Bettler trifft. Doch bettelnde Hausbesetzer haben es nicht leicht und es dauert nicht lange, bis Brett wieder auf der Straße sitzt.

Doch wo Türen zugehen ergeben sich oft neue Gelegenheiten. Brett trifft eine Gruppe junger Stricher, die ihn aufnehmen. Brett möchte sich an der Miete beteiligen und selbst Geld verdienen. Da er aber noch nicht 18 ist, darf er ohne elterliche Arbeitserlaubnis nicht arbeiten. Verzweifelt beginnt er seinen Körper zu verkaufen…

Kritik:

Regisseur David Burton Morris porträtiert Mitte der 90er die Geschichte eines Ausreißers, der sich auf L.A.s Straßen durchkämpft, Freunde findet, langsam erwachsen wird und in Schwierigkeiten mit dem Gesetz kommt. Dabei nimmt sich Morris viel Zeit für seine Charaktere und erzählt deren Geschichte stets interessant.

Als Grund für das Abhauen erklärt er, wie es in den meisten Fällen auch sein wird, schlechte Beziehungen zu den Eltern. Die Jugendlichen kämpfen auf den Straßen um ihr Überleben, betteln, nehmen Drogen und verkaufen ihre Körper. Gut, Morris hält zu mindest unsere Hauptdarsteller von den Drogen fern, doch zeigt er uns, dass die Polizei doch ein Auge auf die Kids hat.

Brett fühlt sich bei den Stricherjungs wohl. Obwohl er auf Frauen steht, treibt ihn die Verzweiflung in die Selbstprostitution. Morris beleuchtet die Gefühlswelt des Jungen und wie sein Umfeld auf seine Entscheidung reagiert. Ins Detail geht Morris beim Gay for Pay Akt nicht, die Jungs werden nicht bei der Arbeit gefilmt. Viel mehr konzentriert sich Morris auf die Charaktere und deren Gefühle.

Und hierbei überrascht er für einen TV Film. Selbst die Nebencharaktere haben eine Geschichte zu erzählen, sie haben Träume und Ängste. Sie entwickeln sich im Verlauf des Films, machen Fehler, werden erwachsen. Die jungen Darsteller machen ihre Sache recht gut und überzeugen in ihren Rollen.

Fazit:

Ein leider unterschätztes Drama mit einfacher Geschichte und guten Darstellern.

Bewertung: 3.5 von 5.

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