Wir – der Sommer, als wir unsere Röcke hoben und die Welt gegen die Wand fuhr (Filmkritik)

Eine Gruppe Jugendlicher aus gutem Hause verbringt einen unbescherten Sommer in einer kleinen, spießigen Stadt naher der Belgisch-Niederländischen Grenze. Kleine Spielereien, ungezwungener Sex und Alkohol sorgen für Stimmung. Aus Langeweile überlegen sie, wie sie am besten und schnellsten an Geld kommen, um den Sommer so richtig zu genießen. Also beschließt die Gruppe rund um Thomas, Pornos zu drehen  und diese im Internet zu vermarkten. Was mit Spielereien beginnt, entwickelt bald eine Selbstdynamik in Richtung Prostitution und Gewalt…

Kritik:

Rene Eller verfilmte Elvis Peeters Skandalroman und zeigt uns eine verwöhnte Jugend, der es viel zu gut geht, und aus Langeweile ihre Grenzen auslotet und überschreitet. Dass dies früher oder später Folgen haben wird, ist schnell klar und wird schon in der Eröffnung durch Szenen einer Gerichtsverhandlung bekräftigt.

In Episoden geteilt finden sich die Jugendlichen mehr und mehr in einer Abwärtsspirale. Die Atmosphäre wird angespannter. Mittels Off Dialogen wird die Geschichte erzählt und Rückblenden untermalen die Geschichte. Die Geschehnisse werden intensiver, je weiter der Film voranschreitet. Beim Sex in Großaufnahme ist niemand schüchtern, auch wenn es sich wahrscheinlich um Doubles handelt. Dennoch hopsen die Frauen oft nackt durchs Bild.

Es bleibt halt nicht beim unbeschwerten Sex und Spielereien. Diverse Vorkommnisse lassen die Gruppenmitglieder zweifeln. Während die Gruppe zerbricht, sucht der Redelsführer neue Mädchen und spinnt sein wachsendes Imperium und seine Intrigen weiter. Die lockere Stimmung ist schon längst weg, jede Szene mutet bedrückender an als die vorherige.

Eller widmet seinen Charakteren ausreichend Zeit. Diese werden vorgestellt, und entwickeln sich im Verlauf des Films weiter. Die Darsteller machen ihre Sache recht gut und kratzen nicht nur an der Oberfläche ihrer Rollen. Sie verleihen den Protagonisten den nötigen Tiefgang.

Fazit:

Schonungslos schockierende Sozialstudie.

Bewertung: 4 von 5.

Hier könnt ihr die DVD kaufen.

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