Dramarama (Filmkritik)

1994, irgendwo in einem erzkatholischen Bundesstaat der USA. Gene und seine besten Schulfreunde veranstalten eine letzte Themenparty bevor sie getrennte Wege gehen werden. Dazu erscheinen sie als Charaktere aus Film und Literatur verkleidet und interagieren in ihren Rollen bei einem Mörder-Mystery Spiel. Sie stehen kurz vor einem neuen Lebensabschnitt, sprechen über die Zukunft und ihre Pläne. Doch ist es auch der richtige Moment für Gene sich zu outen…

Kritik:

Autor und Regisseur Jonathan Wysocki kombiniert das ewige coming out Thema gekonnt mit dem aktuellen Retrotrend und siedelt seine charmante Komödie in den90ern an. So begegnen uns Kids ohne Handys, CD und Plattenspieler, VHS Kassetten und eine illustre Gruppe Nerds, die Filme und Theater zitieren und dabei sichtlich Spaß haben

Doch greift Wysocki auch ernstere Themen auf. Die lockere Schulzeit ist vorbei, nun kommt der nächste Lebensabschnitt, die Gruppe trennt sich, da einige in andere Staaten zum Studieren gehen. Und da sie allesamt von kirchlichen Gedankengift geschädigt sind, ist es für den jungen Gene noch schwieriger den Mut zu fassen und seinen Freunden zu sagen, wer er ist.

Dass die jungen Leute gerne Theater spielen, passt hier gut ins Konzept, da sie oft eine verklärte Realität vorspielen und es schwer zu sagen ist, wann sie sie selbst sind. So suchen sich die einen in dieser Realität selbst und ein anderer ringt mit sich, um sämtliche moralische Werte zu brechen, die ihm und seiner Gesellschaft seit ihrer Geburt eingeimpft wurde. Und eben diese Werte führen schon in der kleinen Gruppe zu Reibereien, was ein wenig Gesellschaftskritik aufkeimen lässt und langsam aber sicher die Gruppe dem Titel näher bringt. Die anfängliche witzige Leichtigkeit verfliegt und Gefühle stellen sich in den Vordergrund. Sie vertreten ihre teils prüden Ansichten und es lässt erahnen, wie schwer sich da Neues tut um sie aufzuschließen.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und das kleine Ensemble macht seine Sache recht gut. Den Darstellern gelingt es gut Emotionen darzustellen und ihre Charaktere im Verlauf des Films weiter zu entwickeln, und erwachsener werden.

Die Ausstattung des Sets ist sehr gelungen und auch die Musik passt stets gut zu den gezeigten Szenen. Die lockere Atmosphäre wird im Verlauf etwas angespannter, und obwohl alles in einer Nacht spielt, bleibt die Geschichte ohne Längen und stets interessant.

Fazit:

Dramarama ist eine gelungene Mischung aus nerdiger Komödie und gefühlsvollen Drama. Die Darsteller überzeugen und treffen den Zeitgeist der frühen 90er recht gut. 

Bewertung: 3.5 von 5.

Wir bedanken uns bei Cinemien Deutschland und Pro-Fun Media für die freundliche Unterstützung.

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