Red Screening (Filmkritik)

Montevideo, Anfang der 90er. An einem stürmischen und verregneten Abend gibt es doch nichts Besseres als ins Kino zu gehen. Am Programm steht ein schmuddeliger Horrorfilm. Dort trifft man auch auf die verschiedensten Menschen. Alte Filmfans, die einfach nur den Film genießen wollen und dabei alle anderen Zuseher als störend erachten. Jugendliche, für die der Film eher Nebensache ist. Liebespaare auf einem Date und kleine Jungs, die sich verstecken um mal einen Horrorfilm zu sehen.

Doch einen mag man dort bestimmt nicht treffen. Ein blutrünstiger Mörder treibt im Schutz der Dunkelheit sein Unwesen und metzelt was das Zeug hält. Und ausgerechnet an diesem Abend vertritt Ana, die Tochter des Vorführers ihren Vater. Sie möchte die Zeit nutzen um für ihre Prüfung zu lernen. Schon bald muss sie nicht nur um ihr Überleben kämpfen, sondern auch versuchen die Kinobesucher zu retten…

Kritik:

Der uruguayische Regisseur Maximiliano Contenti präsentiert uns einen Horrorfilm für Filmfreunde, und wählt den denkbar besten Drehort für die Geschichte des gelungenen Slasher aus. Die Wände des Kinos sind mit Plakaten bekannter Horrorfilme ausgestattet, im Kino läuft eine blutige Frankenstein Verfilmung.

Schon der Name des Kinos „Cine Opera“ baut den Bezug zu den großartigen italienischen Giallos der 70er Jahre auf. Und so gelingt es dem Quasi-Newcomer mit gekonnten Kameraeinstellungen und Close-ups an Genregrößen wie Argento zu erinnern. Dazu passt auch die Musik, die ein Wenig an Goblin erinnert. Die Morde sind gute, alte Handarbeit und sehr blutig umgesetzt. Die Spannung steigt im Verlauf des Films an. Eine dichte und prickelnde Atmosphäre begleitet uns den Film über.

Die Handlung bietet allerdings nicht sehr viel Innovation, und so ist auch die Geschichte schnell erzählt. Die Charaktere sind bunt zusammengewürfelt, sie werden uns kurz vorgestellt, doch erfahren wir fast nichts über ihre Hintergründe, was dem Film allerdings nicht schadet. Contenti konzentriert sich aufs Wesentliche, und das macht er gut. Auch die Darsteller überzeugen in ihren Rollen.

Fazit:

Und so ist Red Screening eine gelungene Hommage an das Horrorkino der 70er und 80er Jahre. Leider bliebt dem Film selbst, wegen der Corona Pandemie, das Kino verwährt. Erfreulicherweise fand er aber einen Platz in Pierrot Le Fous Uncut Reihe.

Bewertung: 4 von 5.

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