Der Wind wird uns tragen (Filmkritik)

Ein Ingenieur reist mit zwei Begleitern in ein kurdisches Bergdorf um einen Schatz zu suchen. Doch eigentlich möchte das Reporterteam den Tod einer alten Frau und die folgenden Begräbnisrituale dokumentieren. Doch die alte Frau hat es mit dem Sterben nicht eilig, so müssen die Männer länger als gedacht in dem Dorf bleiben…

Kritik:

Abbas Kiarostami lässt in seinem Film Welten aufeinander prallen. Der Ingenieur aus der Stadt kommt mit Auto, Kamera und Handy in ein armes Bergbauerndorf, wo man auch die Kluft zwischen jung und alt bemerkt. Während die Kinder und Alten im Dorf sind, arbeiten die Jungen am Feld.

© MK2

Je länger der Ingenieur in dem Dorf bleibt, desto mehr kommt er mit den Menschen ins Gespräch und entschleunigt sich. Er hört ihre Geschichten, erzählt seine eigene und ändert seine Einstellung gegenüber den Menschen vom Lande. Als Fremdenführer fungiert ein kleiner Schuljunge, der mitten in den Abschlussprüfungen steckt und nicht wirklich Zeit für den Ingenieur hat.

Seine Begleiter sind zwar da, sprechen mit ihm, doch wird ihnen keine Zeit vor der Kamera gegönnt. Und um zu telefonieren, was die einzige Verbindung Moderne darstellt, muss er auf einen nahen Hügel hinauf fahren. Da dies recht oft passiert, ist es mitunter etwas witzig, da er manchmal erst gerade vom Berg heruntergekommen ist. Oben trifft er auf einen Arbeiter der eine Kinette für eine Telefonleitung gräbt. Auch diesen bekommen wir nicht zu Gesicht. Doch tragen die Gespräche der Beiden viel zum Film bei.

Die Charaktere sind allesamt gut ausgearbeitet und werden von den Laiendarstellern gut verkörpert. Durch ihre Gespräche erfahren wir vom Leben am Berg und der herzlichen Gastfreundschaft. Oft und gern lässt er die verschiedensten Protagonisten Gedichtsverse vortragen und darüber sinnieren.

© MK2

Gut eingefangen hat Kiarostami auch die wilde, zerklüftete und doch domestizierte Landschaft, in der das Bergdorf gut rein passt. Die Kulisse wirkt urig und doch gut ausgestattet. Musik kommt selten zum Einsatz, viel mehr sprechen die Bilder für sich und sorgen für eine passende Atmosphäre.

Fazit:

Poetisch wie der Filmtitel vermuten lässt, geht es in diesem Film um das Erkennen wahrer Werte.

Bewertung: 3.5 von 5.

Wir bedanken uns bei Entertainment Kombinat für die freundliche Unterstützung.

Auf LaCinetek könnt ihr den Film kaufen oder leihen.

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