Departure (Filmkritik)

Irgendwo in Südfrankreich. Nachdem ihre Ehe in die Brüche gegangen ist, möchte die Engländerin Beatrice ihr Ferienhaus verkaufen. Gemeinsam mit ihrem Sohn Elliot räumt sie das Haus aus. Mitgenommen vom Rosenkrieg seiner Eltern streift der Junge Elliot durch die angrenzenden Wälder, schreibt in sein Tagebuch, erinnert sich an schönere Zeiten und träumt vor sich hin. Beim nahen Stausee trifft er auf den jungen Franzosen Clément, welcher selbst dort Urlaub macht und sich bereit erklärt, beim Ausräumen des Hauses zu helfen. Trotz sprachlicher Barrieren freunden sich die beiden an. Doch der fesche Clément weckt nicht nur Elliots Begehren…

Kritik:

Departure, Aufbruch. Autor und Regisseur Andrew Steggall erzählt uns eine Geschichte einer endenden Jugend. Jahrelang ist die Familie im Sommer in das Ferienhaus gefahren. Nun zerbricht die Familie und das Haus wird geräumt. Wie diese Ära endet auch die Jugend des Sohnes, der schon jahrelang vor den Streitereien seiner Eltern in die Wälder und in seine Gedanken geflüchtet ist. Die Begegnung mit dem etwas älteren Jungen weckt Gefühle in ihm, die er als Kind nie hatte. Der Aufbruch von einer Lebensphase in die nächste hat begonnen.

Steggall nimmt sich dabei viel Zeit für seine Charaktere. Der junge Elliot (Alex Lawther) erkundet seine Sexualität, versucht seine Gedanken niederzuschreiben und zu ordnen. Und da überkommen ihn relativ viele seit er Clément (Phénix Brossard) getroffen hat. Dieser ist von einer inneren Traurigkeit geprägt, und wir erfahren später auch den Grund dafür. Wie Elliot ist auch Mama Beatrice von dem jungen Franzosen fasziniert, obwohl sie noch um das Ende ihres Kapitels im Leben trauert und in Papas Gegenwart mit den Nerven am Ende ist. Die Darsteller überzeugen voll und ganz in ihren Rollen.

Ein Highlight ist zweifelsohne die schöne südfranzösische Landschaft und die mittelalterlichen Ortschaften. Unterlegt mit der stets passenden Musik entsteht eine angenehme Atmosphäre, die förderlich für Elliots poetische Gedanken und Sehnsüchte ist.

Fazit:

Gelungenes coming of age Familiendrama mit poetischen Ansätzen und gelungenen Charakteren.

Bewertung: 4 von 5.

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