I miss you (Filmkritik)

Nach dem Tod seines Sohnes ist Jorge lediglich ein roter Rucksack und ein Koffer geblieben. Während er damit ringt, Gabriels plötzlichen Tod zu verstehen, durchwühlt er die Sachen seines Sohnes. Dabei stößt er in dessen Onlineaccount auf Sebastian, der schon zwei Wochen lang versucht Gabriel zu erreichen. Das Gespräch eskaliert als Jorge Sebastian vom Tod seines Exfreundes erzählt, und ihm und seines Gleichen die Schuld daran gibt. Doch Jorge bemerkt, dass er seinen Sohn nicht wirklich gekannt hat. Also begibt er sich gemeinsam mit Sebastian auf eine emotionale Reise in Gabriels Vergangenheit…

Kritik:

Rodrigo Bellott führt uns auf eine sehr emotionale Reise, wo er anhand eines überaus gelungenen Beispiels die prekäre Lage für LGBTQ Kinder in erzkonservativen Familien veranschaulicht. Wie so viele lebt Gabriel eine Lüge, um seinen Eltern zu gefallen. Sie üben ständig Druck auf ihn aus und verhindern sein Glück um ihren Seelenfrieden zu wahren. Viele LGBTQ Jugendliche werden mit dem Druck nicht fertig.

Bellott schickt Gabriels Vater auf die Reise, um seinen verstorbenen Sohn kennen zu lernen. Dabei trifft er auf dessen Lebenspartner, einige Freunde und Personen aus Gabriels näherem Umfeld. Sie helfen Jorge zu verstehen, doch ist es längst zu spät. Gabriel ist tot. Er verbrachte sein Leben in sich selbst eingesperrt, konnte seiner Familie gegenüber nie er selbst sein, hatte ständig Angst, was ihn schließlich in den Tod trieb.

In Rückblenden erleben wir Gabriels glückliche Momente und auch die innere Zerrissenheit, die der Druck seiner fanatischen Eltern auslöst. Bellott vermischt gekonnt Rückblenden aus verschiedenen Zeiten, und macht dies durch Gabriels Tätowierungen sichtbar, die in einem Moment da sind, dann gleich wieder nicht. Die Momente mit seinem Freund sind zuckersüß aber auch sehr emotional. Doch wissen wir, wie die Geschichte ausgeht.

Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut. Sie überzeugen vollends in ihren Rollen und stellen auch die Gefühle gut dar. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Einige berichten von ihren Erfahrungen in ähnlichen Situationen. Bellott verstärkt dies noch in dem er im Film ein Theaterstück über Gabriel einbaut, das seine Vielschichtigkeit betont, und den Vater alleine in Erkenntnis zurücklässt. Die Bildsprache ist stellenweise sehr stark, dazu passt die Musik.

Fazit:

Ein sehr emotionaler Film über Liebe, Verlust und Akzeptanz innerhalb der eigenen Familie. Auf jeden Fall Taschentücher bereithalten.

Bewertung: 5 von 5.

Wir bedanken uns bei Pro-Fun Media für die freundliche Unterstützung.

Hier könnt ihr die DVD kaufen.

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