Xenia (Filmkritik)

Nach dem Tod ihrer albanischen Mutter reist der 15jährige Dany nach Athen um seinen älteren Bruder Odysseas zu treffen. Dany möchte ihn überreden gemeinsam ihren griechischen Vater zu suchen. Außerdem möchte er Odysseas dazu drängen, sich bei einer Castingshow anzumelden. Doch den Älteren beschäftigen andere Sorgen. Da ihre Mutter sich Zeit ihres Lebens nicht um die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung gekümmert hatte, sollen die Jungs bald abgeschoben werden. Und das, obwohl sie in Griechenland geboren wurden.

Eine Nacht in Athen und der junge Dani gerät bei der nächtlichen Suche nach Hinweisen auf seinen Vater zwischen die Fronten eines rassistischen Übergriffs und wird verhaftet. Die Polizei schickt ihn in ein Jugendlager was ihn allerdings nicht lange dort hält. Währenddessen hat sich Odysseas mit der Idee um die Castingshow angefreundet und die beiden brechen zu einer musikalischen Odyssee auf…

Kritik:

Panos H. Koutras erzählt die Geschichte zweier ungleicher Brüder auf der Suche nach ihren Wurzeln. Dabei thematisiert er die griechische Asylpolitik, wie auch Rassismus und Homophobie. Unsere Hauptpersonen sind fremd in dem Land, in dem sie geboren wurden. Ihre albanische Mutter verdiente sich als Sängerin und hatte eine Affäre mit einem Griechen.

Während der Ältere, gespielt von Nikos Gelia, schon früh von der Mutter weggezogen war und in Athen in einer Imbissbude jobbt, ist der Kleine, Kostas Nikouli, bis zuletzt bei Mama geblieben. Familiäre Wärme konnte ihm die Frau aber nicht wirklich bieten. Nachdem ihre Karriere nie wirklich ins Laufen kam, dümpelte ihr Leben nur so dahin.

Dany vertreibt sich seine Zeit mit älteren Männern, lässt sich für Sex bezahlen und hat einen recht extravaganten Kleidungsstil. Letzteres lässt den sensiblen Jungen immer wieder Opfer homophober Arschlöcher werden. Doch auch sein älterer Bruder hadert anfangs ein Wenig mit Danys Auftreten. Im Grunde ist er noch ein Kind, ein Jugendlicher, der nie einen richtigen Vater hatte, dafür stets einen Stoffhasen bei sich trägt. In seinen Augen ist das Häschen ein lebendiges Kaninchen und assoziiert seinen Weg zum Erwachsenwerden.

Die beiden Jungs wirken sehr routiniert und vor allem sympathisch. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, harmonieren sie auf ihre eigene Art und Weise. Außerdem sind sie gar nicht schüchtern. Auf ihrer Odyssee treffen sie auf andere mitunter recht skurrile Persönlichkeiten, die auch für etwas Humor sorgen. Doch vor allem finden sie auf ihrer Reise zusammen.

Die Sets sind gut gewählt und stimmungsvoll gestaltet. Auch die musikalische Untermalung passt gut zu den gezeigten Szenen.

Fazit:

Eine sehr gelungene Odyssee mit sympathischen Darstellern, etwas Humor und doch sehr ernstem Hintergrund.

Bewertung: 4 von 5.

Wir bedanken uns bei Pro-Fun Media für die freundliche Unterstützung.

Hier könnt ihr die DVD kaufen.

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