Superdeep (Filmkritik)

Als die Entwicklung eines Impfstoffes im vorgezogenen Menschenversuchsstadion missglückt, zweifelt die leitende Forscherin Anya an dem Projekt. Doch der Druck ihrer Vorgesetzten lässt sie weitermachen und das Medikament fertig stellen.

Viel Zeit zum Feiern bleibt ihr allerdings nicht. Als in einem 12000 Meter tiefen Bohrloch Stimmen aufgezeichnet wurden, und eine Krankheit ausgebrochen ist, wird die dortige geheime Forschungsstation von der Schließung bedroht. So wird Anya dort hin geschickt um Proben zu entnehmen und der Sache auf den Grund zu gehen. Nicht im schlimmsten Alptraum hätte sie sich ausgemalt, was sie dort unten vorfindet…

Kritik:

Autor und Regisseur Arseny Syuhin nimmt sich in seinem Film eine im Ansatz wahre Geschichte vor und baut diese zu einem Horrorfilm aus. Doch zunächst zur Tatsache. Ja, die Russen haben wirklich ziemlich tief gegraben, und es wurden Laute aufgezeichnet, die wie Stimmen klangen. Religionsfanatiker haben gleich mal gemeint, die Forscher seien in die Hölle vorgedrungen und man hört die geschundenen Seelen wehklagen. Als sich dann heraus stellte, dass die Geräusche durch Luftzirkulationen in Hohlräumen entstehen, waren zwar die Pfaffen enttäuscht, aber den geneigten Horrorfan stiftet der um das Loch entstandene Mythos zu gruseligen Geschichten an.

Somit stoßen die Forscher in Syuhins Film auch wirklich auf was Böses. Bis es soweit ist, dauert es allerdings etwas und Syuhin nutzt die Zeit um seine Hauptprotagonistin vorzustellen. Anya (Milena Radulovic) forscht für die Regierung, tut was ihr gesagt wird, denn die Vorgesetzten sitzen schließlich am längeren Ast. In der Ausweglosigkeit entwickelt sie ihre inneren Stärken und avanciert sich zu unserer Heldin. Radulovic überzeugt in ihrer Rolle.

Und so dümpelt die erste Stunde vor sich hin, wir lernen weitere Charaktere kennen, die zum Großteil wegen des Bodycounts da sind. Syuhin versucht einige Nebenrollen auszubauen, doch fehlt ihm hier irgendwie der Pepp. Die übrigen Darsteller bleiben ihren flachen Rollen treu und bleiben auch nicht lange im Gedächtnis.

In der zweiten Hälfte wirds etwas düsterer, die Gruppe dringt in die tieferen Regionen der Bohrung vor und dort erwarten uns sehr stimmungsvoll gestaltete Monster. Die engen Gänge der Schächte vermitteln eine beklemmende Atmosphäre, doch gelingt es Syuhin leider nicht etwas Spannung dabei aufzubauen. Oft passiert Interessantes in der Dunkelheit, Action setzt teilweise zu schnell ein und die Stimmung ist dahin.

Erst das Finale kann überzeugen, hier steigt die Dramaturgie, unsere Heldin ist am Ende ihrer Entwicklung angekommen und die Ereignisse überschlagen sich. Leider passt die Musik nicht so ganz zu den gezeigten Szenen.

Fazit:

Superdeep erzählt uns eine interessante Geschichte, die an einem realen Hintergrund kratzt. Doch leider wird Einiges an Potential verschenkt.

Bewertung: 2 von 5.

Mediabook:

Koch Media präsentiert den Film in zwei Schnittfassungen, in 4K Ultra HD, in einem gelungenen Mediabook. Als Bonus gibts einen Einblick in die Entstehung der Monster und ein Booklet.

Wir bedanken uns bei Koch Media für die freundliche Unterstützung.

Hier könnt ihr das Mediabook kaufen.

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