Hot Summer Nights (Filmkritik)

Daniel trauert noch immer um seinen Vater. Seit dessen Tod hat sich der Teenager zurückgezogen, nichts macht ihm mehr Freude. Seine verzweifelte Mutter schickt ihn kurzerhand über den Sommer zu seiner Tante. Diese wohnt in einem Küstenort, der im Sommer mit reichten Touristen überflutet wird. Der Junge findet weder zu den hiesigen, noch zu den auswärtigen Jugendlichen Anschluss.

Dies ändert sich als er den charismatischen, ortsansässigen Drogendealer Hunter kennen lernt. Fasziniert von dem coolen Typen und dessen heißer Schwester, steigt er mit ihm ins Drogengeschäft ein. Mit einigen guten Ideen möchte er das Geschäft expandieren, was nicht ganz ungefährlich ist…

Kritik:

Autor und Regisseur Elija Bynum erzählt uns ein seinem Debutfilm eine Geschichte über Jungs, die er in seiner Jugend kannte. Dabei braucht er sich nicht hinter Hollywoodgrößen zu verstecken. Locker leicht erzählt er von seinen Charakteren, welche durchaus witzig vorgestellt werden.

Und für die nimmt er sich dann auch ausreichend Zeit. Allen voran dreht sich natürlich alles um den jungen Daniel, der gekonnt von Timothée Chalamet verkörpert wird, den wir schon aus Call me by your Name kennen. Hier verliebt er sich allerdings in eine junge Frau, was zu klischeebeladenen Reiberein mit deren Bruder führt. Er entwickelt sich vom verschlossenen, gar traumatisierten Jugendlichen zum selbstbewussten jungen Mann.

Doch auch Hunter, Axel Roe, macht über den Film hinweg eine Entwicklung durch. Über ihn kursieren die wildesten Gerüchte, doch unter all seinem coolen Gehabe steckt ein weicher Kerl, der mit seiner Vergangenheit hadert und keine Perspektive für die Zukunft hat.

Und je weiter Daniel in die Szene eintaucht, desto ernster und bedrückender wird der Tenor des Films. Die flockigen Partys und sonnigen, unbeschwerten Strandszenen werden dunkleren Tönen abgelöst. Ein nahender Wirbelsturm kündigt kommende Bedrohung an. Im Finale schüttet es aus Schaffeln und die Lage spitzt sich zu. Bynum gelingt ein guter Mix aus Kameraarbeit und musikalischer Untermalung.

Angesiedelt ist der Film Anfang der 90er. Bynum stattet ihn authentisch aus. Die Autos passen gut zur Zeit, im Autokino läuft gerade Terminator 2, Kids treffen sich noch im Diner, keiner spielt mit einem Handy rum. die Sets sind gut gestaltet und tragen auch zur Atmosphäre bei.

Fazit:

Ein gelungenes Debüt mit guten Darstellern und einer spannend erzählten Geschichte.

Bewertung: 4 von 5.

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