Julie and the Phantoms (Serienkritik)

Nachdem ihre Mutter gestorben war, hatte Julie irgendwie den Bezug zur Musik verloren. Früher hatte sie mit Mama stets gemeinsam gespielt und gesungen, nun bringt sie dank großer Trauer keinen Ton mehr raus und fliegt aus der Schulmusikgruppe.

Während sie den Proberaum ihrer Mutter aufräumt, stößt sie auf eine alte CD einer unbekannten Band. Als Julie die CD abspielt erscheinen plötzlich die Geister von drei jungen Musikern. Die Jungs standen vor 25 Jahren vor ihrem ersten großen Auftritt, sind aber kurz davor an einem verdorbenen Hotdog gestorben.

Und Julie ist die einzige lebende Person, die die Geister sehen kann. Außer sie spielen Musik, dann kann sie jeder sehen. Und so helfen sie fortan Juli wieder zur Musik zu finden und wieder in die schulische Musikgruppe zu kommen. Dort rocken sie das Haus und Julie wird plötzlich von ihren Mitschülern bewundert.

Doch auch die Jungs haben noch eine unerledigte Sache, wobei Julie ihnen helfen kann. Allerdings gibt es einen bösen Geist, der alles verkompliziert…

Kritik:

Mit Julie and the Phantoms haben Dan Cross und David Hoge eine brasilianische Teenyserie aufgegriffen und für Netflix adaptiert und macht damit Disney ein Wenig Konkurrenz. Viele Aspekte der Vorbildserie wurden übernommen und teils modernisiert.

Eine große Stärke der Serie ist natürlich die Musik. Und da vor allem angehende Musiker gecastet wurden, dürfen die auch gleich selber singen, was den Titeln auch Qualität verleiht. Als kleines Detail am Rande sein erwähnt, dass die Episodennamen mit dem Hauptsong der jeweiligen Episode identisch sind.

Etwas schwach ist der Zeitgap ausgefallen. Die Jungs sind seit 25 Jahren tot und tauchen nun erstmals wieder auf. Da hat sich technisch viel verändert. Es gibt nur sehr wenige Seitenhiebe auf den Fortschritt. Der Witzigste dabei ist noch wie sie feststellen müssen, dass es nun mehr Star Wars Filme gibt.

Ein großer Teil der Serie spielt sich natürlich in der Schule rund um Julie ab. Hier wird nach allen Regeln des Klischees vorgegangen. Eine selbsternannte Prinzessin glaubt sie regiert die Schule und packt es dann nicht, dass Julie durch ihre Geisterband beliebt wird, und ihr dann auch noch der Freund davon läuft, weil er schöne Augen für Julie hat. Kreativität erkennen wir dabei überhaupt nicht, und diese Zickerein nerven nur, nachdem wir sie schon in X Filmen und Serien ähnlich erlebt haben. Dass die Jungs auch manchmal nicht auftauchen wenn Julie sie braucht, verwundet uns nicht mehr, das kennen wir auch bereits aus andern Genrevertretern.

Als erfreuliche Abwechslung dürfen wir dann die drei feschen Geister bei ihrer Vergangenheitsbewältigung begleiten, die leider nur als Nebenstränge behandelt werden. Ihnen scheint es primär nur um ihre Musik zu gehen, doch ist da viel mehr, was halt nur angeschnitten wird.

Mit Booboo Stewards Geister-Charakter William baut Netflix dann etwas LGBTQ Präsenz ein und lässt Geist Alex sich in ihn verlieben. Leider bleibt das Ganze etwas oberflächlich, nicht mal ein Kuss ist ihnen gegönnt. Durch William lernen wir dann auch den Bösewicht kennen, der weder charismatisch noch überzeugend ist. Doch sorgt er für etwas Abwechslung in der Happy Peppi Welt von Julie und ihren Geistermusikern.

Die Charaktere sind wie gesagt größtenteils vom Vorbild übernommen. Wir erfahren etwas aus ihrer Vergangenheit, sie entwickeln sich etwas über die neun Episoden hinweg. Die Darsteller können zwar gut singen, aber hätten Nachholbedarf bei der Schauspielerei. Naja Oscarreife haben wir ja eh nicht erwartet.

Na schau ma mal ob Netflix noch eine zweite Staffel nachschießt oder wie so oft uns mit einem Cliffhanger da stehen lässt. Denn einige Fragen bleiben dann doch ungeklärt und wir möchten ja wissen wie es mit William und Alex weiter geht.

Fazit:

Nette Adaption mit gelungener Musik, die sich leider in vielen Klischees verliert.

Bewertung: 2.5 von 5.

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