Der Prinz (Filmkritik)

Chile, irgendwann in den 70ern. Nachdem Jamie seinen Freund erstochen hatte, wird er inhaftiert. Dort nimmt ihn ein älterer Insasse unter seine Fittiche und gewährt ihm Schutz vor all den anderen Verbrechern. Jedoch muss er sich dem Alten bedingungslos unterwerfen.

Über die Zeit entfaltet sich Jamie und fühlt sich zu dem alten Mithäftling, der ihn gleich in der ersten Nacht vergewaltigt, hingezogen. Docht entbrennt langsam ein Machtkampf im Gefängnis…

Kritik:

Bei seiner Romanverfilmung stellt und Regisseur Sebastian Munoz vor vollendete Tatsachen. Blut rinnt über Fliesen, ein Mord ist geschehen. Ein junger Mann wird in ein Gefängnis gesteckt. Erst im Verlauf des Films erfahren wir die Hintergründe. Nach und nach öffnet sich der verschlossene Jamie und erzählt in Rückblenden von seinem Leben und den Freund den er einst begehrte.

Parallel dazu entwickelt sich die Geschichte im Häfn weiter. Aus Gewalt und Unterdrückung entsteht Verlangen. Der schüchterne Junge entwickelt mehr Selbstvertrauen und Gefühle für seinen Peiniger. Er fühlt sich zusehends in seiner Situation wohl und irgendwann wird aus dem Prinzen ein König werden.

Dabei porträtiert Munoz hart und unverblümt den Gefängnisalltag. Einige wenige behaupten ihren Machtanspruch mit Gewalt und Unterdrückung. Sex wird dabei genauso ungeschönt gezeigt wie oberflächliche und auch tiefere Gefühle zwischen den Häftlingen und in den Rückblenden.

Die Charaktere sind durchwegs gut ausgearbeitet und tragen den Film. Manche überzeugen allein schon mit ihrer Erscheinung und Mimik. Munoz legt viel Wert auf seinen Hauptprotagonisten und lässt uns in seinen anfangs zerrissenen Geist in den Rückblenden einsehen und überzeugt mit seiner an die Situation angepasste Entwicklung. Die Darsteller machen ihre Sache gut und sind auch keinesfalls schüchtern.

Fazit:

Gelungene Charakterstudie die einen gewaltsamen und auch erotischen Einblick in ein chilenisches Gefängnis gewährt. Die Südamerikaner zeigen schwules Kino noch ungeschönt und sind nicht prüde.

Bewertung: 3.5 von 5.

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