Gameboys (Serienkritik)

Nachdem der routinierte Fortnite Spieler und Streamer Cairo von einem scheinbaren Anfänger mit dem Spielernamen Angel2000 besiegt wurde, sendet ihm dieser auch prompt eine Freundschaftsanfrage auf Facebook und lädt ihn zu einem Videochat an. Dabei offenbart Gavreel, der als Angel gespielt hat, dass er Cairo süß findet und alle seine Streams gesehen hat, was den wiederum gleich total überfordert. Denn eigentlich wollte Cairo nur eine Revange. Doch Gavreel stellt die Bedingung, dass er den süßen Jungen weiter umwerben darf.

Und so chatten die beiden regelmäßig, teilen Privates und kommen sich schließlich näher. Auch wenn sie sich aufgrund des Corona-Lockdowns nicht persönlich treffen können, finden sie online Wege für ein Date. Cairos anfängliche Skepsis verfliegt und er verliebt sich in den feschen und sportlichen Gavreel. Doch bis die beiden zusammen sein können, ist noch ein weiter Weg…

Kritik:

Regisseur Ivan Andrew Payawal nutzt den Corona Lockdown um eine zeitgenössische Webserie über zwei junge Computerspieler zu drehen. Und das unterstreicht er, indem er fast die ganze Serie über Webcams, Screenshots auf Handys und Monitoren, sowie Handyvideochats dreht. Aber keine Sorge, die Imitation, welche die Darsteller wirklich in ihren eigenen Wohnungen mit Hilfe von Familienmitgliedern gefilmt hatten, ist gut gelungen und das Bild wird in HD ausgestrahlt und mit gelungener Musik unterlegt. Als Vertriebsweg haben sich die Produzenten für Youtube entschieden und dort gibts die Serie sogar mit deutschen Untertitel.

Payawal trifft dabei genau den Nerv der jungen Generation, Fortnite ist sehr beliebt, auch wenn er das Spiel aus Lizenzgründen nicht zeigen darf und aus Facebook eine namentlich geänderte Version wird, wissen die meisten eh welches Programm es ist. Also beobachten wir unsere feschen Protagonisten beim Videochatten oder SMS schreiben.

Aber keine Sorge, das klingt zwar fad, ist aber alles andere als langweilig. Manchmal gehts romantisch zu, manchmal witzig, dann lernen wir wieder Nebencharaktere, Familie und Freunde der beiden kennen. Es geht rauf und runter, wie in jeder Beziehung. Schwärmerei weicht einem Anflug von Liebe, Eifersucht kommt auf, Missverständnisse müssen geklärt werden, und all das und noch viel mehr müssen die Beiden im Verlauf der 13 Episoden meistern.

Cairos Outing wird gefühlvoll thematisiert, und ist auch ein wesentlicher Aspekt in der Handlung. Dabei geht der junge Darsteller gut auf seine Rolle ein und bringt etwas Dramatik in die Serie, doch mehr möchte ich hier nicht verraten. Erfahrungsgemäß kann ich sagen, die Philippinen sind uns in dem Bereich weit voraus.

Obendrein fängt Payawal auch die weltweite Pandemie thematisch gut ein. Die Jungs sitzen in Quarantäne, Corona ist allgegenwärtig, sogar Cairos Papa liegt mit Covid im Spital. Auf dem Serienfacebook sehen wir laufend Sicherheitshinweise. Den Darstellern gelingt es zudem auch recht gut die psychischen Auswirkungen des Krise gut darzustellen.

Mit Kokoy De Santos (Gav) und Elijah Canlas (Cai) hat Regisseur Payawal zwei überaus fesche und talentierte Jungdarsteller gefunden. Erfahrungen konnten sie schon am Theater, bei wenigen Film und Fernsehrollen und als Models sammeln. Sie verleihen ihren Charakteren den nötigen Tiefgang, überzeugen mit Minik und Gestik und stellen Gefühle aller Art hervorragend dar. Die Charaktere entwickeln sich über die Serie hindurch und wir bekommen auch genug Infos aus ihrer Vergangenheit. Aber auch die Nebenrollen können überzeugen.

Fazit:

Gameboys ist eine überaus gelungene Webserie über zwei junge Männer, die sich über ein Onlinespiel kennen lernen, verlieben und allen Widrigkeiten trotzen um zusammen sein zu können.

Bewertung: 5 von 5.

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