Nobody sleeps in the Woods tonight (Filmkritik)

Alle Jahre wieder werden Jugendliche in ein christliches Camp mitten in einem Wald in Polen geschickt. Dort sollen sie ohne Handy und elektronische Geräte eine Zeit verbringen. Auf dem Programm stehen Wanderungen, Lagerfeuer und so weiter. Die Kids sind natürlich wenig begeistert, es ist ja schon ein Grauen mal das Handy abgeben zu müssen. Zu allem Überdruss streift auch noch ein Killer durch den Wald….

Kritik:

Ok, Horrorfilme aus Polen hatte ich eher selten auf dem Schirm, umso mehr reizt nun der auf Netflix erschienene Slasher. Regisseur Bartosz M. Kowalski klaut dabei fröhlich bei großen Vorbildern und setzt uns hier eine Mischung aus Freitag der 13., Hatchet und Wrong Turn vor. Die Geschichte ist nicht sonderlich innovativ und weist zudem noch ein paar Schwächen beim Erzählen auf.

Doch gleich vorweg muss ich Kowalski einen ausgesprochenen Mut zu Gute halten. Einen 08/15 Horrorfilm zu machen erfordert keinen besonderen Mut. Doch er lässt in einem polnischen Film, dessen Zielgruppe vor allem das jüngere Publikum ist, einen Jungen über seine Homosexualität und die furchtbare Situation in Polen sprechen, wobei er den ganzen Staat mitsamt seinen konservativen Einwohnern und der noch viel schlimmeren Regierung an den Pranger stellt. Respekt.

Also im Film haben wir ein paar frustrierte Jugendliche, übermotivierte Campbetreuer, und einen ungustiösen Killer, dessen Hintergrundgeschichte gar seltsam anmutet, aber doch erzählt wird. Die Kids lernen sich kennen, nachdem sie in Gruppen aufgeteilt wurden. Dabei entfalten sie ihre Charakterstärken und Schwächen, erzählen etwas von ihrem Hintergrund, vögeln am Strand eines Sees und werden vom Killer, ohne irgend ein Motiv umgebracht. Seltsamerweise jammern sie gar nicht, dass ihre Handys weg sind.

Zum Glück lässt Kowalski die Morde nicht am Fließband passieren, sie fügen sich etwas in die Geschichte ein, dazwischen bleibt den Charakteren Zeit in Panik zu verfallen und die Geschichte zu ergründen. Die Morde gestalten sich teilweise blutig, wobei sehr gut gemachte Szenen dabei sind, teilweise geschehen sie im Off. Spannung versucht ein wenig aufzukommen, so verhält es sich auch mit der Atmosphäre. Die Kulisse ist durchaus gelungen und passt gut zum Film. Die jungen Darsteller wirken bemüht, können aber aus dem Drehbuch nicht mehr raus holen.

Fazit:

Polnischer Horror nach US Vorbild und gehöriger Kritik am homophoben Staat.

Bewertung: 2.5 von 5.

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