Filmserie: Kinder des Zorns

Es ist interessant was man aus einer Kurzgeschichte so alles rausholen kann. Dem Original von 1984 folgten ganze 8 Fortsetzungen, die mehr oder weniger schlecht sind. Auch ein Remake gibt es bisher, das sich etwas mehr an das Buch orientiert.

Ich habe hier mal die Filme zusammengetragen, die ich auf DVD besitze. Sollten mir die anderen noch irgendwie günstig ins Einkaufswagerl fallen, füge ich später die Kritiken dazu. Also verzeit bis dahin die Unvollständigkeit.

Das junge Paar Burt und Vicky fährt auf einer Landstraße mitten in Nebraska durch die Pampa. Plötzlich läuft ein Junge aus dem Maisfeld auf die Straße und wird von den beiden überfahren. Als Burt zu dem Jungen eilt, stellt er fest, dass diesem die Kehle durchgeschnitten wurde und offenbar geschah dies kurz vor dem Unfall.

Auf der Suche nach einem Telefon, um den Vorfall zu melden, verschlägt es die beiden nach Gatlin. Doch die Stadt scheint wie ausgestorben zu sein. Nur ein paar Kinder schleichen umher. Noch wissen Burt und Vicky nicht, dass sie in höchster Gefahr schweben, denn der Kinderprediger Isaac  möchte die beiden dem der hinter den Reihen geht als Opfer darbringen…

Kritik:

Stephen Kings Kurzgeschichte „Children of the Corn“ war die erste, die als Langfilm in die Kinos kam. Überraschenderweise zog der Film etliche Fortsetzungen nach sich, die auf die gleiche Kurzgeschichte zurückgreifen. Das hat vor King auch noch keiner geschafft. Natürlich wurden stets Handlungen dazugedichtet, manche Dinge schöner dargestellt, als sie in der Vorlage sind, und Charaktere in den Vordergrund gerückt.

Im Film erzählt der Junge Job die Geschehnisse in Gatlin aus seiner Sicht. Er und seine Schwester haben sich seit je her von dem Kult, der rund um den Kinderprediger Isaac entstanden ist, ferngehalten. Dieser verlangt von den Kindern, alle Erwachsenen zu töten. Und jedes Kind, das 18 Jahre alt wird, wird ebenfalls dem Gott des Kultes geopfert. Kinder, die Erwachsene töten gab es schon des Öfteren. „Kinder des Zorns“ versucht es, kommt aber nicht an die Klasse eines „Ein Kind zu töten“ ran.

Dennoch ist die Atmosphäre im Film durchaus gelungen. Elendslange Maisfelder, bedrohliches Wetter und psychedelischer Lateingesang vermitteln eine angespannte Stimmung. Die Spannung steigt gelegentlich an. Von den Morden sollte man sich allerdings nicht all zuviel erwarten. Einige geschehen im Off und einige fallen unblutig aus. Doch Regisseur Fritz Kiersch wollte seinen Fokus anscheinend nie auf Blut und Gewalt legen. Bei den Computereffekten, wenn man das so nennen kann, wurde Einiges vergeigt. Diese wirken äußerst billig.

Die Charaktere sind größtenteils dem Buch nachempfunden. Manche wurden etwas besser ausgearbeitet, als sie es im Buch sind. Die beiden Hauptrollen können sich im Buch eigentlich überhaupt nicht leiden. Darsteller sind größtenteils Kinder und relativ unbekannte Erwachsene. Einzig Linda Hamilton kannten wir damals schon aus „Terminator“. Allerdings gibt sie sich hier weniger kämpferisch und bleibt eher blass.

Fazit:

Kinder des Zorns ist eine gelungene Adaption einer King Kurzgeschichte und auch der Beginn einer lange Reihe an Fortsetzungen.

Bewertung: 3.5 von 5.

Als jemand im Gatlin ein Massengrab findet, ruft dies neben Einsatzkräften auch viele Reporter auf den Plan. Und so fährt auch der erfolglose Journalist John Garrett mit seinem Sohn in das Kaff, um auch ein Teil des Kuchens abzubekommen. Die Polizei bringt indes die Kinder in die Nachbarortschaft Hammingford.

Da Isaac zuletzt gestorben ist, sucht sich Der, der hinter den Reihen geht einen neuen Jungen, der die Kinder von Gatlin anführen soll. Sie sollen fortführen, was sie in Gatlin begonnen hatten, und kein Erwachsener wird mehr sicher sein…

Kritik:

Acht Jahre nach dem Ersten Teil drehte David Price eine Fortsetzung und erweiterte die Welt rund um die Kinder des Zons etwas. Die Handlung schließt mehr oder weniger an den Vorgänger an und verlagert sich in die Nachbarortschaft, die schon mehrmals namentlich im vorherigen Teil erwähnt wurde. Stephen King distanzierte sich gleich hier von der Reihe.

Denn Teil zwei kann mit dem Vorgänger kaum mithalten. Es gibt zwar viel mehr Nebencharaktere, die Geschichte wird erweitert und weitererzählt. Doch schwächelt die Atmosphäre und Spannung kommt auch weniger auf. Das Ganze wird noch eine Spur mehr okkulter, so wird der Kult nun mit indianischen Mythen in Verbindung gebracht und ein bisschen Voodoo kommt auch dazu. Die Kinder verhalten sich offensiv, das Mysteriöse rund um sie ist verloren.

Price legt mehr Wert auf blutige Morde und schafft es aber nicht, diese atmosphärisch umzusetzen. Auch die Musik passt nicht mehr so ganz zu den Bildern. Dennoch ist der Bodycount um Einiges höher als beim Vorgänger. Und man muss sagen, dass die Computereffekte, wenn man das so nennen kann, doch besser als beim älteren Teil eins sind.

Positiv sind die Hauptcharaktere zu bemerken, die vorgestellt werden und sich über den Film auch entwickeln dürfen. Auch manche Nebenrollen sind gut in Szene gesetzt. Die Darsteller spielen solide, ragen aber nicht heraus. Der junge Anführer der Kinder ist schon sehr schwach umgesetzt. Auch wird Der, der hinter den Reihen geht eher in Ruhe gelassen.

Fazit:

Wie so oft erreicht die Fortsetzung nicht das Original, und das obwohl das Original schon kein Meisterwerk war. Jedenfalls geht die Geschichte weiter und es gibt blutigere Morde.

Bewertung: 2.5 von 5.

Die Brüder Joshua und Eli leiden unter der Fuchtel ihres ständig betrunkenen Vaters. Also beschließen sie, aus Gatlin abzuhauen und fahren nach Chicago. Dort werden sie von einem jungen Paar adoptiert. Während sich Joshua relativ gut einlebt und Anschluss zu andern Jugendlichen schließt, bleibt Eli für sich und betet Den der hinter den Reihen geht an. Dazu pflanzt er Mais aus Galtin auf einem verlassenen Betriebsgrund an und beginnt eine Schar Jugendliche mit seinen Predigten um sich zu scharen…

Kritik:

In Teil 3 führt uns Der, der hinter den Reihen geht in die große Stadt. Einige Rückblenden aus Teil 2 bauen eine Verbindung auf. Ansonsten hat die Geschichte nicht mehr viel mit dem Original zu tun. Zwei Kids werden nach Chicago adoptiert. Während der Ältere sich anpasst, macht der Kleine dort weiter, wo er in Gatlin aufgehört hat.

Die Szenerie rund um den Maisgott wird noch eine Stufe erweitert. In der Großstadt gibts viele Kinder, die für Elis Predigten empfänglich sind und einen neuen Kult bilden. Und mit Hilfe eines Börsenmaklers könnte Der, der hinter den Reihen geht bald globalisiert werden. Was die Großstatt allerdings nicht schafft, ist eine Atmosphäre zu generieren. Spannung kommt auch kaum auf. Logiklöcher gibts bei der Entfernung von Gatlin zu Chicago. Die 10stunden Fahrt wird hier in wenigen Minuten erledigt.

Regisseur Hickox legt eher mehr Wert auf Effekte, und diese sind wirklich gelungen. Man merkt seine Erfahrung aus Warlock und Hellraiser 3, wo er zwar noch nicht Regie geführt hat, aber am Schnitt beteiligt war. Kinder des Zorns 3 ist sein Debut als Regisseur. Das titelgebende Massaker passiert dann eher kleinräumig in einem Hinterhof, kann sich aber sehen lassen. Der, der hinter den Reihen geht tritt hier auch erstmals in Erscheinung.

Doch bis es so weit ist lehrt Eli den Erwachsenen das Fürchten. Gelungen sind die Psychospiele, die er mit dem Schuldirektor treibt. Hier kommen auch die zuvor erwähnten Rückblenden zum Einsatz. Die Charaktere sind geradlinig und bleiben ihrer Linie treu. Erfreulich ist, dass der Cast etwas bunter geworden ist. Von den Schauspielern bleibt eigentlich niemand wirklich im Gedächtnis. Ab und zu gibts mal was fürs Auge.

Fazit:

Teil drei führt uns in die große Stadt, wo alles sich zu verlaufen droht. Als Pluspunkt lassen sich hier die gelungenen Effekt anführen.

Bewertung: 2.5 von 5.

Hannah fährt nach Gatlin, um ihre Mutter zu suchen, die sie nach ihrer Geburt weggegeben hatte. Dort angekommen findet recht seltsame Menschen vor. Die Kinder des damaligen Kultes sind erwachsen geworden und haben nun selbst Kinder. Der alte Anführer Isaac liegt im Koma, doch sein Kult ist nicht vergessen. Einige Anhänger glauben noch immer an die Prophezeiung.

Als Hannah in ihre alte Heimat kommt, erwacht Isaac aus dem Koma und schart erneut Kinder und Jugendliche um sich, denn Der der hinter den Reihen geht soll bald erwachen.

Kritik:

Kari Skogland versucht mit dem sechsten Aufguss der Reihe irgendwie an Teil 1 anzuknüpfen und ignoriert die Vorlage aber größtenteils. Somit haben wir nun einen im Koma liegenden Isaac, der erfreulicherweise vom gleichen Darsteller verkörpert wird, eine alte Prophezeiung, und relativ erwachsene Kinder.

Diese lassen sich teilweise auf den neuen Kult ein, einige Erwachsene sind noch immer beim Kult. Sie haben wohl vergessen, dass sie nicht älter als 18 Jahre alt werden dürften. Aber naja, es mangelt halt an kleinen Kindern. Und so haben wir nun einen erwachten Prediger, Leute die an eine Prophezeiung glauben und welche, die mit dem ganzen Blödsinn nichts zu tun haben wollen. Die streiten dann untereinander.

Dazwischen gibts die ein oder andere blutige, aber viel zu dunkel gefilmte Szene. Spannung kommt gar keine auf. Atmosphäre suchen wir auch vergebens. Musikalisch wird es etwas moderner, was auch nicht ganz dazu passt. Die Darsteller sind austauschbar die Charaktere bleiben blass und unbedeutend.

Fazit:

Naja Fans der Reihe könnten an dem Murks vielleicht ihre Freude haben, aber da ist eindeutig schon die Luft raus. Sehr viel verspieltes Potential.

Bewertung: 1 von 5.

Irgendwo in der Pampa von Nevada, in der Nähe von Gatlin. Auf dem Weg zu Tims Großvater verreckt das Auto des jungen Paares, also mach sie sich auf die Suche nach einem Telefon. Dabei treffen sie auf einen alten Prediger und dessen importierte osteuropäische Frau. Da kein Abschleppwagen in ihrer Budgetklasse soweit raus fahren will, beschließen sie bei dem gruseligen Alten zu übernachten und am nächsten Tag ein Ersatzteil für das Auto zu suchen. Des Nächtens schleicht Allie ums Haus und entdeckt einen eingesperrten Jungen.

Als ihnen der Alte auf die Schliche kommt, erzählt er die Geschichte der Kinder aus Gatlin. Doch als sie das Haus verlassen wollen, scheint sie eine unsichtbare Macht daran zu hindern…

Kritik:

Im mittlerweile 8. Aufguss der Reihe begegnen wir wieder einem jungen Paar, das mitten im Nirgendwo Hilfe sucht. Allerdings kommen sie nur zu einem Haus in der Pampa, so bleibt der Film ziemlich kleinräumig.

Und dabei startet er doch recht gut mit einem Kriegsheimkehrer, der zuhause ein Massaker vorfindet. Dies wird dann komplett aus dem Kontext gerissen und der Film flacht extrem ab. Sicher ist der Prediger etwas gruselig und die Geschichte, die er zu erzählen hat ist stimmungsvoll. Aber es passiert eine ganze Stunde lang überhaupt nix. Es gibt auch keine Kinder die im Kukurutz Feld den der hinter den Reihen geht anbeten.

Im Gegenteil, es wird surreal. Gegenstände fliegen durch die Luft. Dies geschieht auch aus weiter Entfernung. Ist zwar nett, hat aber mit dem Ursprung gar nix mehr zu tun. Weder Musik, noch Sets tragen irgendwas zur Atmosphäre bei. Spannung gibts überhaupt keine und Der Bodycount hält sich sowieso in Grenzen.

Die Charaktere sind einfach da. Beim Prediger und seiner Importfrau gibts ein bisschen Hintergrundgeschichte. Das junge Paar taucht auf, wir erfahren fast gar nix über sie und sie schaffen es auch nicht, dass wir mit ihnen mitfühlen. Zu den Darstellern gibts nicht viel zu sagen.

Fazit:

Na jetzt ist endgültig die Luft raus. Genesis hat mit der Reihe bis auf den Titel nicht mehr viel gemeinsam. Kann man sich getrost sparen.

Bewertung: 0.5 von 5.

1963 versammelt Kinderprediger Isaac die Jugendlichen von Gatlin im Namen von Dem, der hinter den Reihen geht und ruft dazu auf, dem Gott Opfer zu bringen.

12 Jahre später fährt das verkrachte Paar Vicky und Burton durch die Pampa von Nebraska. Plötzlich läuft ihnen ein Junge vors Auto. Als Burton ihn untersucht, merkt er, dass die Kehle des Jungen durchgeschnitten wurde. Auf der Suche nach dem nächsten Telefon kommen sie nach Gatlin. Die Stadt scheint ausgestorben zu sein. Als sie auf eine Schar gewaltbereiter Kinder treffen, sind sie selbst in höchster Gefahr, denn Erwachsene werden von dem Kult nicht geduldet…

Kritik:

Nach unzähligen Fortsetzungen wurde es anscheinend Zeit, die Serie neu aufzuwärmen. Also, was gibts da Besseres als ein Remake? Allerdings wurde zum Glück nicht 1:1 nachgefilmt. Die Neuauflage hält sich etwas mehr an die Vorlage, lässt dazu gedichtete Passagen des Originals weg und schreibt die Handlung selber um.

So ist das Ehepaar nun hier wirklich zerstritten. Die erzählenden Kinder, sowie vergangene Morde fehlen und Burton ist als Vietnam Veteran erheblich wehrhafter. Gleich ist allerdings, dass alle über 18 sterben müssen. Nur nimmt man dem Malachias Darsteller die 18 Jahre nicht ab, war der Darsteller doch damals schon 28.

Die Stimmung ist im Film angespannt, was auch der Atmosphäre gut tut. Spannung kommt jeoch eher selten auf. Der Gewaltgrad ist gestiegen. Morde geschehen hier im Vordergrund. Auch gibt es nun mehr Action, und im Maisfeld werden Kriegstraumen visualisiert. Die Musik passt durchaus zu den Bildern.

Die Charaktere folgen ihren Rollen. Das gescheiterte Ehepaar macht seine Sache recht gut. Beim Kriegstrauma wirds aber dann a bissl absurd. Die Darsteller sind sichtlich bemüht, mehr aber auch nicht.

Fazit:

Nette Neuauflage, die etwas näher an der Vorlage ist, jedoch dem Originalfilm nicht das Wasser reichen kann. Den Abspann sollte man abwarten.

Bewertung: 3 von 5.

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