Filmserie: Sleepaway Camp

Anfang der 80er liefert Robert Hiltzik seinen Beitrag zur laufenden Slasherwelle und verleiht Sleepaway Camp seinen eigenen Touch. Ganz anders als seine Kollegen ließ Hiltzik in seinem Werk die jungen Männer in bauchfreien Shirts und kurzen Höschen rumhopsen, er zeigt uns zwei Männer gemeinsam im Bett und seine Killerin ist eine in sich verschlossene Transsexuelle. Damit avangierte sich der Film zu einer Ikone in der LGBTQ Community, wobei der Film ja ansich gar nicht mal gut ist. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, schaffte er es nie wirklich im deuschsprachigen Raum veröffentlich zu werden. Eine Schande..

Jahre später griff Michael A. Simpson den Film auf und drehte zwei Fortsetzungen. Dabei machte er alles zu Nichte, was Hiltzik aufgebaut hatte. Er ließ nackte Frauen mit den Titten wackeln, nahm seine Filme selber nie ernst und machte aus Angela eine sprücheklopfende Nervensäge, die im Minutentakt mordete, ohne irgend einen Anflug von Handlung zu erzählen.

2008 drehte Hiltzik dann quasi ein Reunion, das heute als fünfter Teil gelistet ist. Alledings soll dieses mehr schlecht als recht sein. Erst 2012 wurde ein vierter Teil gedreht, der allerdings mehr ein Zusammenschnitt der alten Filme ist und somit nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Ein gemütlicher Ausflug am See endet für Angelas Vater und Bruder tödlich, als Jugendliche ein Motorboot nicht unter Kontrolle haben und zu nah an den Strand fahren. Fortan wächst das kleine Mädchen bei ihrer Tante auf. Acht Jahre später schickt diese sie und ihren Cousin Ricky in sein Sommercamp, das zufällig beim gleichen See gelegen ist. Da sie nach wie vor traumatisiert ist und nicht spricht, wird Angela von den anderen Mädchen ausgeschlossen. Es dauert nicht lange, bis im Camp immer mehr Unfälle passieren…

Kritik:

Um an den Erfolg der Freitag der 13. Filme anzuschließen, schickte Autor und Regisseur Robert Hiltzik 1983 auch eine Gruppe Jugendlicher in ein Sommerlager an einem See. Im Vergleich zu den Freitag Filmen ist das Camp wesentlich größer und es spielen weit mehr Statisten mit. Hiltzik steckt sie jungen Männer dabei gerne in kurze Hosen und bauchfreie Tops. Hingegen bleiben die Frauen relativ angezogen. Einmal lässt er die Männer auch nackt in den See hopsen, oder eine schöne Zeit gemeinsam im Bett verbringen. (Was für 1983 schon fast revolutionär ist)

Muss er wohl, denn viel mehr bringen seine Darsteller auch nicht zusammen. Etwas Schauspielunterreicht hätte nicht geschadet, und dabei spielen die Kinder noch besser als die Erwachsenen. Am Schlimmsten ist die Darstellung von Angelas Tante. Einziger Lichtblick ist Felissa Rose, die Angela spielt. Vielleicht liegt das daran, dass sie relativ wenig Text hat. Jedoch überzeugt sie durch ihre Mimik und Gestik. Und sie beschert uns eine der meist einprägenden Szenen der Horrorfilmgeschichte. Die Charaktere sind jetzt nix Besonderes. Sie tun, was sie halt in so alten Campfilmen getan haben. Saufen, rauchen, vögeln und auf schwächeren Kids herumhacken. Und gerade bei Letzterem nerven die Mädchen extrem.

Aber was wäre ein Horrorfilm ohne Mord und Totschlag? Hierbei kommt Hiltzik überhaupt nicht an seine Vorlage ran. Es gibt schon kreative Morde, doch wird sehr mit Blut gespart und da anscheinend wenig Budget da war, werden uns dann nur die Resultate präsentiert. Spannung gibts allerdings nicht viel. Manche Szenen lassen dank gut eingesetzter Musik einen Anflug von Spannung aufkommen. Atmosphäre kommt nicht wirklich auf. Zu sehr nerven die pubertierenden Mädchen mit ihrem Hass auf Angela, die eigentlich nur ihre Ruhe haben möchte.

Fazit:

In mancher Hinsicht war Sleepaway Camp seiner Zeit voraus. Bei anderen Aspekten ist er dann doch etwas zu zaghaft. Im Großen und Ganzen überwiegt der nostalgische Flair.

Bewertung: 3.5 von 5.

Am Lagerfeuer sitzend erzählen sich die Sommercamper das Camps Rolling Hills Gruselgeschichten, ohne zu wissen, dass Angela, die transsexuelle Mörderin aus einer ihrer Geschichten mitten unter ihnen ist. Noch dazu ist sie eine Betreuerin im Camp und bestraft alle unartigen Kids…

Kritik:

Ja, viel mehr gibts zur Handlung nicht zu sagen. Beim Auslaufen der Slasherwelle übernahm Michael A. Simpson die Regie der Fortsetzung und drehte eine sich nicht ernst nehmende Hommage an Genregrößen. Dabei reiht er einen Mord nach dem Anderen und erweist sich dabei teilweise kreativ aber dann doch zu schüchtern um mehr Gewalt zu zeigen. Manche Morde geschehen gar im Off. Ein bisschen Blut gibts dann doch, aber von Spannung fehlt jede Spur.

Denn das war auch gar nicht Simpsons Absicht. Als Höhepunkt der Hommage lässt er zwei Jungs als Freddy und Jason verkleidet eine böse endende Begegnung mit Angela als Leatherface haben. Diese gibt ihren Opfern stets einen mehr oder weniger passenden Spruch mit in Richtung Jenseits. Und Angela bestraft alle, die sich nicht an die klassischen Camphorrorfilmregeln halten. Und da gibts in diesem Camp viele. Und wie in vielen 80er Campfilmen üblich werden uns alle paar Minuten nackte Titten präsentiert, naja man kanns auch übertreiben, aber Simpson brauchte anscheinend ein paar Schauwerte für seinen Film.

Wie beim ersten Teil gibt es auch hier wieder jede Menge Kinder im Camp, die das ganze etwas authentischer machen. Dies fehlt bei den Freitag Filmen leider fast komplett. Neben den Kindern sind einige Jugendliche im Camp, wobei manche von denen aussehen, als wären sie schon 30. Die sind dann nur wegen dem Sex im Camp. Schauspielerische Leistung darf man von keinem erwarten. Eine große Änderung gibt es allerdings bei Angela. War sie im ersten Teil noch sehr schüchtern und zurückhaltend, stellt sie hier das komplette Gegenteil dar.

Das Set um das Camp ist gelungen. Die Baracken wirken nicht gerade einladend, erfüllen aber ihren Zweck. Das Gras rund um die Gebäude sieht aus, als stehen die irgendwo in der Wüste, wobei sie ja eigentlich im grünen Wald sind. Statt See gibts diesmal einen Pool. Musikalisch wird im Film nix geboten, einzig beim Abspann gibt einen Rocksong.

Fazit:

Teil zwei nimmt sich selber nicht ernst und bietet uns einen relativ hohen Bodycount. Jedoch dürfen wir keinen Tiefgang erwarten.

Bewertung: 2 von 5.

Im Camp New Horizons werden als Experiment Jugendliche aus zwei komplett unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zusammengewürfelt. Sie sollen voneinander lernen, doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Noch dazu hat sich Angela, mit 80er Turbodauerwelle, eingeschlichen und geht ihrem blutigen Handwerk nach…

Kritik:

Bereits ein Jahr nach Teil 2 schiebt Michael A. Simpson eine weitere Fortsetzung nach. Diesmal verzichtet er auf die Kinder und schickt handlungsbedingt ein paar alt aussehende Jugendliche in den Wald, die dann wieder fröhlich mit den Titten wackeln dürfen. Natürlich dauert es nicht lange, bis Angela die Riege zu dezimieren beginnt. Dabei sind einige Szenen der Zensur zum Opfer gefallen. Ein bisschen Blut ist aber dennoch geblieben. Spannung suchen wir allerdings vergebens.

Das Set ist adäquat und die Musik bietet keine Überraschungen. Viele Szenen spielen im Wald. Die Charaktere sind klischeebeladen und abwechslungsreich. Neben Punks und Gangstern haben wir Weicheier und Rassisten auf der anderen Seite. Aber auch die beiden faulen bzw. notgeilen Campleiter fallen ins Klischee und passen in Angelas Opferschema. Schauspielerisch gibts abermals keine Höhepunkte. Da die meisten ja sowieso nur dem Bodycount dienen, erwarten wir auch nichts von ihnen.

Fazit:

Dritter Aufguss nach bekanntem Schema, mit hohem Bodycount aber ohne wirkliche Höhepunkte.

Bewertung: 2 von 5.

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