Filmserie: Descendants – Die Nachkommen

Disneys Halloweenspecial beschert uns drei Filme, die einer interessanten Idee folgen, aber leider bei der Umsetzung an Disneys Teeniefilmgrenzen stoßen. Und die haben allesamt Highschool Musical als Vorlage, und so wird auch hier gesungen und getanzt, was das Zeug hält. Einige Jungschauspieler bekommen hier wieder die Chance sich zu profilieren.

Alle zwei Jahre wurde eine Fortsetzung gedreht, ob dies so weitergeht ist fraglich, nachdem einer der Hauptdarsteller an einen epileptischen Anfall gestorben ist. Eine Zeichentrick-Kurzfilmserie wurde schon 2015 produziert.

Die Geschichte ist durchaus interessant und hätte Potential. Netflix hätte daraus sicher eine coole Serie gemacht, doch das wird nie passieren. Jedenfalls hätte man in einer Serie mehr Zeit für die Charaktere, was hier etwas zu kurz kommt.

Alle Disney Bösewichter wurden besiegt und auf eine Art Gefängnisinsel verbannt. Die Helden hingegen leben glücklich und zufrieden auf dem sonnigen Festland. Allesamt lieben und vermehren sich und so wächst gerade eine neue Generation heran, an die das Zepter langsam übergeben wird. Und so soll auch Ben, der Sohn von Belle und dem Biest an seinem 16. Geburtstag der neue König werden.

Und als seine erste Amtshandlung erlaubt er es vier Jungendlichen von der Insel auf das Festland zu kommen und auf der Sonnenseite zu leben. Und so kommen, unter heftigen Protest der ältern Inselbewohner die Kinder von Cruella de Ville, Jafar, der bösen Königin und Maleficent mit dem Auftrag ihrer Eltern, den Zauberstab der guten Fee zu stehlen, auf die Insel…

Kritik:

Der als Halloweenspecial gedachte TV Film spinnt die „Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute“ Theorie der beliebten Disney Märchenfilme weiter und übergibt das Ruder sogleich an die junge Generation. Die dann in bester High School Musical Tradition trällernd durch die Happy Peppi Welt hopst.

Dabei hätte die Geschichte so Einiges an Potential, was aber dann verkindlicht wird. So gelingt Regisseur Kenny Ortega kein dramaturgischer Tiefgang. Natürlich baut er die für Disney klassische Hetero-Lovstory, ohne Mut für Neues, ein. Seine Außenseiter lernen sich in der braven Welt einzugliedern, was allerdings sehr schnell von statten geht und als Serie vielleicht besser wäre.

Beim Höhepunkt wird dann in die CGI Trickkiste gegriffen, die allerdings für Disney relativ wenig Budget bekommen hatte. Die Kids der Bösewichter sind ja gar nicht so böse wie alle dachten und retten dann sogleich den Tag. Dazwischen gibts ein paar gelungene Sticheleien und etwas Humor. Die Gesangseinlagen sind gut choreographiert und auch gut eingesungen, wobei man einen deutlichen Unterschied zwischen den Erwachsenen und dem Nachwuchs merkt.

Die Charaktere sind gut gewählt, wobei die Kids nur bedingt Eigenschaften der Eltern mitbekommen haben, das hätte viel mehr ausgebaut werden können. Dennoch hat sich Ortega hier etwas Mühe gegeben und stellt zumindest seine vier Hauptrollen gelungen dar. Die jungen Darsteller überzeugen in ihren Rollen, die ohnehin nicht viel Entfaltungsfeirum zulassen. Bunt gemischt ist der Disneycast und es ist erfreulich mal wieder Booboo Stewart, der hier leider viel zu viel an hat, zu sehen. Eine ebenso gute Figur macht der leider viel zu früh verstorbene Cameron Boyce.

Fazit:

Durchschnittliches Disney-Teen Movie mit interessanten Ansätzen, einem fröhlichen Jungcast, aber keinem dramaturgischen Tiefgang.

Bewertung: 2.5 von 5.

Gelangweilt vom Leben auf der Sonnenseite in Disneyland beschließt Mal, Tochter der Maleficent, wieder auf ihre dunkle Insel zurückzukehren. Dort wurde ihr Platz als Anführerin der Jugendlichen allerdings von Ursulas Tochter (das muss a Rauschaktion gewesen sein) Uma eingenommen. Diese kommandiert mit Hooks Sohn Harry ein Piratenschiff und entführt kurzerhand Ben, der mit Mals Freunden gekommen war, um sie wieder aufs Festland zu bringen. Uma ist angepisst, weil sie nicht zu den auserwählten Vier gezählt hat und möchte nun den Zauberstab der guten Fee haben, um die magische Barriere der Insel zu durchbrechen…

Kritik:

Zwei Jahre später bringt Kenny Ortega seinen Cast erneut nach Disneyland und lässt die jungen Helden ein weiteres Abenteuer erleben. Die Erwachsenen wurden dabei allerdings ausgespart und so begnügen wir uns mit purer Highschool Musical Oberflächlichkeit.

Denn Tiefgang gibt es hier noch weniger als beim ersten Teil. Die Charaktere kennen wir größtenteils, so spart man sich die Zeit der Vorstellung und nutzt diese für weitere Musikeinlagen, um auf die fast zwei Stunden Laufzeit zu kommen. Gut die Singerei ist wieder adäquat choreographiert und versprüht Happy Peppi Laune.

Schade ist allerdings, dass sich die Charaktere nicht wirklich weiterentwickeln. Außer Hetero-Lovestory Herz/Schmerz Drama gibts wieder keine Dramaturgie. Etwas aufgelockert wird das Ganze durch einen sprechenden Hund und etwas Action mit den Piraten. Die sind neu und fügen sich perfekt in die Riege ein. Und nein, ich will mir noch immer nicht vorstellen wie Ursula, lassen wir das. Billige CGI Effekte gibts dann mal wieder gegen Ende, aber viel Spannung tut sich nicht auf.

Fazit:

Das Niveau wird in der Fortsetzung auf annähernd gleichem Level gehalten, die neue Geschichte kommt bekannt vor und bietet wenig Innovation.

Bewertung: 2 von 5.

Als Mal weitere Kids von der Insel holen will, greift Hades die Barriere an und schockiert somit die Bewohner von Disneyland. Irgendwie kann mans ihm ja nicht verdenken. Und so beschließt Mal, die Barriere für immer zu schließen und die Leute dort versauern zu lassen, was für eine angehende Königin nicht gerade nobel ist.

Währenddessen überkommt Bens Exfreundin ein Anflug von bösem Größenwahn und sie sorgt für Chaos in Disneyland. Sie hat sich dabei just die Geburtstagsfeier von der Tochter der guten Fee ausgesucht um alle zu versteinern. Nun müssen unsere Helden und die Piraten zusammenarbeiten…

Kritik:

Kenny Ortega schließt am Vorgänger an und spinnt die Geschichte um die vier Nachkommen der Disney Bösewichter weiter. Erfreulicherweise gibts keine Änderungen beim Cast, allerdings gibts auch keine schauspielerischen Steigerungen. Wir merken, dass die Kids schön langsam erwachsen werden, aber das wars auch schon.

Die Geschichte ist etwas komplexer als beim Vorgänger, lässt uns aber auch nur an der Oberfläche kratzen. Dennoch wird wieder ein erwachsener Bösewicht eingeführt, der allerdings als Nebenrolle sehr im Hintergrund bleibt. Es geht ja schließlich um die junge Generation, die ihre Zeit wieder mit Tanzen und Singen verbringt. Das können sie mittlerweile recht gut.

Gelungen umgesetzt ist die Tatsache, dass gut und böse zusammenarbeiten, wobei so richtig böse bei den Filmen ja niemand ist. Allerdings läuft das nicht ohne Teeniedrama und Hetero-Lovestory Geschnulz ab. Drei unserer Vier Helden verkommen hier nun ganz zu Nebenrollen. Einige gute Handlungsansätze werden auch sofort wieder im Keim erstickt. Dennoch findet die Reihe hier nun ihren Happy Peppi Abschluss und alle sind glücklich. Naja fast.

Fazit:

Teil 3 macht da weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat. Es gibt etwas mehr Innovation, doch das Grundrezept bleibt das Gleiche. Ob es eine weitere Fortsetzung geben wird, ist fraglich, nachdem Cameron Boyce kurz nach dem Dreh überraschend gestorben ist.

Bewertung: 2 von 5.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s