#Alive (Filmkritik)

Während Hobbygamer Oh Joon-woo fleißig beim Streamen ist, versinkt die Stadt um ihn herum im Zombiechaos. Ein unbekannter Virus ist ausgebrochen und die Apokalypse ist perfekt. Erst eine Nachricht seiner Eltern weist ihn auf die Katastrophe hin. Sie beschwören ihn, zuhause zu bleiben, denn er muss überleben.

Und so steckt er nun in seiner kleinen Wohnung, umgeben von Zombies fest, und ermahnt sich, doch auf seine Mutter gehört zu haben, was die Essensvorräte im Haus betrifft. Die Tage vergehen, die Zombies werden immer mehr. Als Oh Joon-woo schon aufgeben will, nimmt eine Frau im gegenüberliegenden Haus zu ihm Kontakt auf…

Kritik:

Nachdem Train to Busan weltweit Erfolge gefeiert hat, ist in Südkorea eine regelrechte Zombiewelle im Kino losgebrochen. So sprang auch Jungregisseur Il Cho, der zuvor mit Kurzfilmen Erfahrungen sammeln konnte, auf den Zombiezug auf.

Dabei konzentriert er sich auf die Kleinräumigkeit eines Wohnkomplexes und lässt die meiste Zeit der Handlung in einer kleinen Wohnung abspielen, wodurch eine klaustrophobische Grundstimmung entsteht, was auch eine Stärke des Films ist. Cho zeigt uns einen jungen Erwachsenen im digitalen Zeitalter, der sich neben Computerspielen und Streamen um nicht viel kümmert. So ist er auch ziemlich aufgeschmissen, als er in der Krise in den Kühlschrank schaut, und sich dabei denkt, Mama hatte doch Recht. In dieser Rolle überzeugt Ah-In Yoo, der schon in Burning eine sehr gute Figur machte.

Das Auftreten weiterer Charaktere bringt rechtzeitig frischen Wind in den Film und sorgt auch für interessante Wendungen. Cho hält die Anzahl der Personen allerdings überschaubar, was dem Film keinesfalls schadet. Einen nicht unwesentlichen Part nehmen natürlich die Zombies ein. Diese sind sehr gut gestaltet, schnell und bedrohlich. Sie scheinen eine gewisse Grundintelligenz behalten zu haben. Bei blutigen Szenen hält sich Cho allerdings eher zurück, wer Innereien-Szenen wie bei Romero erwartet wird enttäuscht werden, denn darauf ist der Film nicht ausgerichtet. Natürlich gibt es flottere und spannende Szenen im Film.

Cho stellt hier die Charaktere und deren Verzweiflung in den Vordergrund, wirft dabei einen kritischen Blick auf die zu digitalisierte Jugend. Er schneidet einen wichtigen Punkt leider nur an, und es macht den Eindruck, er traue sich diesen nicht so recht filmisch Umsetzen, oder es hätte die Frage ab wann wir unsere Menschlichkeit verlieren den Rahmen gesprengt und den Film in eine ganz andere Richtung geführt. 

Fazit:

#Alive ist ein weiterer sehr gelungener Zombie-Beitrag aus Südkorea, der atmosphärisch und mit dem sympathischen Hauptdarsteller punkten kann.

Bewertung: 4 von 5.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s