Die Wunde – Inxeba (Filmkritik)

Xolanis Onkel bittet ihn als Betreuer für seinen Sohn Kwanda zu fungieren, der das traditionelle Beschneidungsritual mitmachen soll. Er findet, der Junge sei in der Stadt verweichlicht worden und Xolani soll ihm helfen, ein Mann zu werden.

Am Ritualsberg trifft Xolani seinen alten Freund Vija, mit dem er seit Jahren ein sexuelles Verhältnis hat. Kwanda, der selbst schwul ist, kommt hinter Xolanis Geheimnis…

Kritik:

Regisseur John Trengove zeigt in seinem Film die Kontroverse zwischen Tradition und Moderne. Und die ist größer denn je. Regisseur und Hauptdarsteller bekamen Morddrohungen, der Film durfte in Südafrika nicht mehr im Kino gezeigt werden. Die Gesellschaft ist in vielen Teilen der Welt von Heteromachos geprägt, die meinen echte Männer sein zu müssen.

Und so stößt der junge Kwanda gleich von Beginn an auf Ablehnung. Er kommt aus der Stadt, sein Vater ist reich. Somit wird er von den anderen Jugendlichen ausgegrenzt. Noch dazu gibt er sich nie als harter Mann. Widerwillig gibt er sich gezwungenermaßen dem Ritual hin, das mit einem brutalen Verstümmelungsakt ohne Betäubung oder sauberem Werkzeug beginnt.

Rau geht der Ton weiter. Es wird gesoffen, über Frauen als Sexobjekte geredet, und alle hacken auf den Jungen aus der Stadt herum. Und inmitten dieser Runde scheint Xolani als Schwuler total fehl am Platz zu sein. Er hütet sein Geheimnis und gibt sich der gefährlichen Lust hin, Sex mit einem alten Freund zu haben. Und der Skandal im Kino war perfekt.

Der junge Kwanda scheint der einzig Vernünftige in dem Ensemble zu sein. Durch das Leben in der Stadt, hat er seinen Horizont erweitert. Er merkt, wie sein Betreuer mit sich selbst hadert. Ihm gegenüber steht ein Haufen konservativer, schwanzgesteuerter Machos, die jeden der anders ist unterdrücken oder gar töten.

Obwohl es wenig Action gibt, bleibt der Film die ganze Zeit über spannend. Bild und Ton sind gut eingefangen und tragen positiv zur Atmosphäre des Films bei. Die Darsteller machen ihre Sache recht gut, auch wenn sie keinerlei Erfahrung vorweisen.

Fazit:

Tregove hält der Gesellschaft mit diesem gelungenen und aufrüttelndem Film einen Spiegel vor die konservative Fratze.

Bewertung: 4 von 5.

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