Burning (Filmkritik)

Jong-su möchte Schriftsteller werden. Doch bis er einen Job findet, hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Bei einem Lieferjob trifft auf dem Markt eine junge Frau, die in der gleichen Nachbarschaft aufgewachsen war. Sie erzählt ihm, dass sie eine Zeit nach Afrika gehen will und bittet ihn auf ihre Katze zu schauen während sie weg ist. Als sie ihm die Katze vorstellen will, landen die beiden im Bett.

Als er seine Angebetete vom Flughafen abholt, stellt sie ihm ihren Reisebegleiter Ben vor. Fortan ist Ben immer mit dabei, wenn Jung-su sich mit Shin Hae-mi Jun treffen will. Ben offenbart Jong-su, dass er als Hobby Gewächshäuser abbrennt….

Kritik:

Chang-dong Lee erzählt in seinem Film langsam und bedächtig die Geschichte eines jungen Mannes. Dabei lässt er sich viel Zeit. Jong-su (Lee Jong-su) lässt sich im Leben treiben, obwohl er ein Ziel hat, scheint dies fast unerreichbar zu sein. Er stammt aus einer armen Bauernfamilie an der Nordkoreanischen Grenze, die Mutter hat die Familie verlassen, sein Vater steht vor Gericht, weil er einen Beamten tätlich angegriffen hatte. In Jong-seo scheint Jong-su einen Lichtblick in seiner tristen Welt gefunden zu haben. Nach dem ersten Sex verliebt er sich schon in sie.

Als sie dann mit Ben (Steven Yeun) im Schlepptau zurückkehrt fühlt Jong-su einen Konkurrenzkampf aufkeimen, den er nicht gewinnen kann. Ben fährt im Porsche vor und führt die beiden auf die teure Seite der Stadt. Sein Charakter bleibt zum Großteil mysteriös, Lee gibt nicht viel über ihn preis. Ja wie gesagt, Lee lässt sich sehr viel Zeit bei seinem Film. Langsam werden die Charaktere vorgestellt. Wir tauchen in ihre Welt ein, die unterschiedlicher nicht sein kann. Nach und nach erfahren wir ihre Geschichten und Geheimnisse. Die Darsteller können allesamt überzeugen und es tut gut Steven Yeun mal ohne Zombies zu sehen.

Langsam und ruhig filmt er die Landschaften, die Wohnungen der Protagonisten und lässt uns diese bei ganz alltäglichen Dingen wie pissen und wichsen beobachten. Die Sets sind sehr detailreich gestaltet und wirken authentisch. Lee gelingt es beide Welten von ihrer schönsten Seite zu zeigen. Stimmungsvoll setzt er Licht und Ton ein.

In der zweiten Hälfte schlägt der Film in Richtung Odyssee um. Jong-su ist auf der Suche. Auf der Suche nach seiner Angebeteten, auf der Suche nach sich selbst. Langsam aber sicher wird die Stimmung etwas bedrohlicher bis sie im überraschenden Finale ihren Höhepunkt findet. Bis dahin dürfen wir mögliche Szenarien, Beweggründe nur vermuten. Lee spricht sie im Film nicht offen aus.

Fazit:

Burning ist ein langsames und beklemmendes Drama, das mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren.

Bewertung: 4 von 5.

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