Psycho (Filmkritik)

Nachdem sie ihren Chef um 40.000 Dollar erleichtert hatte, die sie eigentlich für einen abgewickelten Kaufvertrag zur Bank bringen sollte, flüchtet die von privaten Problemen geplagte Marion nach Kalifornien. Aufgrund des schlechten Wetters strandet sie in Bates Motel, wo sie den von seiner Mutter unterdrückten Norman kennen lernt. Kurz darauf wird sie ermordet.

Daraufhin engagiert ihre Schwester einen Privatdetektiv, der in Bates Motel herumschnüffelt und die grausame Wahrheit aufdeckt…

Kritik:

Großmeister Alfred Hitchcock schrieb mit Psycho Filmgeschichte. Und dabei lässt er seine Hauptdarstellerin Janet Leigh schon in der Mitte des Films in der legendären Duschszene aus dem Leben scheiden. Zuvor nimmt er sich ausreichend Zeit um sie vorzustellen. Wir erfahren von ihren Problemen, ihren Freund, der sie mehr als Lückenfüller sieht, und begleiten sie auf ihrem Weg in die vermeintliche Freiheit. Dabei spielt Hitchcock ihre Gedanken als Off-Kommentare ein und lässt sie in mehreren Stationen Halt machen.

Im Motel trifft sie dann auf den jungen Norman Bates, Anthony Perkins, dessen Vorlage der Serienmörder Ed Gein ist. Bei einem gemeinsamen Essen übergibt Leigh quasi die Hauptrolle an Perkins, der dabei auch einiges von der Psyche seines Charakters preisgibt und seine Mutter abgöttisch liebt. Dabei wird er von ihr über den Tod hinaus unterdrückt, wie es auch bei Gein der Fall war. Perkins spielt sehr überzeugend.

Dann spitzt sich die Lage nach und nach zu. Hitchcock lässt Leigh beim Duschen ermorden, erschafft dabei eine am meisten zitierte Szene der Filmgeschichte und bricht auch gleich mit einem kleinen Tabu in Hollywood, indem er eine Toilette filmt. Der Mord ruft weitere Charaktere auf den Plan und Bates fühlt sich zusehends in die Ecke gedrängt.

Und schon steigt auch die Spannungskurve zusehends an. Die gelungene Musik trägt einen großen Teil dazu bei. Aber auch das sehr gelungene Set sorgt für eine dichte Atmosphäre. Das charismatische Bates Herrenhaus thront bedrohlich über dem Motel. Heute steht das Haus in Hollywood und kann bei Touren besucht werden. Gegen Ende steigt auch der Gruselfaktor.

Fazit:

Psycho ist Filmgeschichte. Hitchcock legte den Grundstein für moderne Horrorfilme, doch diese Klasse erreichte fast keiner mehr.

Bewertung: 5 von 5.

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