Pink Films 1&2 (Blu-ray Review)

VOL. 1 INFLATABLE SEX DOLL OF THE WASTELANDS
Der Auftragsmörder Sho soll im Auftrag des reichen Immobilienmaklers Naka dessen gekidnappte Liebschaft Sae finden. Naka zeigt ihm ein Video, wie das Mädchen von vier Yakuza verprügelt wird. So kommt Sho auf die Spur des Bandenanführers Ko, der für den Mord an Shos eigener Freundin fünf Jahre zuvor verantwortlich war. Auf seiner Reise durch die Traumlandschaften der Unterwelt des Tokyo der späten 60er Jahre bis zu einer verhängnisvollen Begegnung mit seinem Erzfeind wird sich Sho langsam unsicher, ob das Mädchen überhaupt existiert hat. Yamatoya schrieb Inflatable Sex Doll of the Wastelands gemeinsam mit seiner anonymen Einreichung zum Drehbuch für Suzuki Seijuns legendären Branded to Kill, der vier Monate zuvor veröffentlicht wurde. In einer ähnlich monochromen Art gefilmt, wirkt der Film so halluzinatorisch, fragmentiert und surreal wie sein Gegenstück und steht dafür, wie flexibel der Stil des Pink-Film in seiner Anfangszeit war.

VOL. 2 GUSHING PRAYER
Japan zu Beginn der 1970er, die Studentenbewegung ist am Ende und die Gesellschaft verliert sich im Materialismus. Yasuko, Yoichi, Koichi und Bill fühlen sich angewidert von der Welt ihrer Eltern und wagen den Ausbruch aus allen Konventionen. Experimentierend mit Gruppensex suchen sie nach einem alternativen Lebensentwurf. Yasuko offenbart ihre Affäre mit einem Lehrer, woraufhin ihr eingeredet wird, eine Prostituierte zu sein. Ehe sie es sich versieht, wird körperliche Liebe für sie zu einer Ware und Yasuko erkundet immer extremere Formen ihrer Sexualität. Masao Adachi gehört zu den radikalsten Avantgarde-Regisseuren der japanischen Filmgeschichte. Seine Beiträge zum Pinku-Eiga sprengen mühelos die Genre-Grenzen. Gushing Prayer ist daher weniger Erotikfilm, als viel mehr offensive Kritik an der in Selbstzufriedenheit erstarrten japanischen Gesellschaft. Mit dem Scheitern der 1968er-Studentenrevolte geriet Adachi in eine Krise, der er mit immer extremeren künstlerischen Mitteln begegnete. Sich der Kommerzialisierung seiner Genre-Kollegen verweigernd, radikalisierte sich Adachi politisch, bis er sich schließlich der japanischen Roten Armee anschloss.

Bild:

Auf der Blu-ray, wie auch auf der DVD befinden sich 2 Filme.
Beide Filme werden größtenteils in schwarz/weiß präsentiert. Die Graustufen verlaufen fließend, Kontrast und Helligkeit sind gut eingestellt. Vol. 2 schaltet als Stilmittel auf Farbe um. Dabei sind die Farben eher blass. Auch ein extremer Filtereinsatz wird als Stilmittel gewertet. Es gehen auch im Dunkeln keine Details verloren. Dem Alter entsprechen huschen Staubkörner und kleinere Unreinheiten durchs Bild. Ein Rauschen ist je doch nur minimal vorhanden. Die Schärfe ist bei Vol. 1, der auch einige Jahre älter ist, im mittleren Bereich und schwankt gelegentlich nach unten. Vol. 2 wird mit einer stabileren Schärfe im oberen Mittel präsentiert.

Bewertung: 3.5 von 5.

Ton:

  • Mono 1.0 Japanisch

Der Ton ist gelungen. Er kommt mit gut abgemischten Höhen und Tiefen aus dem Center. Dabei sind die Dialoge immer gut verständlich und werden nicht überlagert. Tondefekte fallen keine auf. Bei Vol. 1 klingen die Schüsse ein wenig zurückhaltend.

Bewertung: 3.5 von 5.

Extras:

  • Postkarten

Im gelungenen DigiPack befinden sich einige Postkarten.

Bewertung: 0.5 von 5.

Fazit:

Pink Films sind seit den 60 Jahren ein wesentlicher Bestandteil des japanischen Kinos. Dabei wird eine einfache Rahmenhandlung erzählt. Dazwischen gibt es mehr oder weniger erotische Szenen, ähnlich wie beim europäischen Softsexfilm. Oft geht aber bei diesen Szenen auch Gewalt einher. Bekannte Genrevertreter sind zum Beispiel die Sasori Filme, denen Rapid Eye Movies vor einigen Jahren eine sehr gelungene Box widmete.
Mit der Pink Films Reihe präsentieren sie uns weitere interessante Genrevertreter und bilden dank der gelungenen Auswahl auch ein breites Spektrum des Genres ab. So ist Vol. 1 im Gangstermilieu angesiedelt, wobei Vol. 2 sich schon etwas experimentierfreudiger zeigt und zur Zeit der Studentenrevolution auch mit Sozialkritik nicht spart.

Bewertung: 3.5 von 5.

Wir bedanken uns bei Rapid Eye Movies für die freundliche Unterstützung.

Hier könnt ihr das DigiPack kaufen.

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