Filmserie: Chucky

Tom Holland präsentierte uns 1988 einen neuen Horror Bösewicht und bediente damit auch gleich das Subgenre des Puppenhorrors. Dabei versucht Serienmörder Charles Lee Ray seine Seele wieder in einen Menschen reinzupflanzen. Sein auserkorenes Opfer Andy bietet ihm 3 Filme lang Paroli. Allerdings wurde die Geschichte dann zu ausgelutscht und so schlug man beim vierten Film einen anderen Weg ein und vergrößerte Chuckys Familie um Tiffany und ließ die beiden schließlich noch ein Kind bekommen. Diesem Knirps wurde im fünten Teil die Handlung gewidmet. Dann allerdings schlug man erneut einen anderen Weg ein und fuhr die Serie an die Wand.

Doch ein erfolgreiches Franchise ist nicht so einfacht todzukriegen. So wurde die Reihe mit Childs Play neu aufgelegt und eine Serie ist bereits in Arbeit.

Als der Serienmörder Charles Lee Ray bei einer Verfolgungsjagd angeschossen wird, überträgt er seine Seele  mittels Voodoo in den Körper einer Good Guy Puppe. Polizist Mike Norris findet nur noch den toten Körper des Mörders und schließt den Fall ab.

Über Umwege kommt die Puppe zum kleinen Andy, der sich an seinem Geburtstag nichts sehnlicher gewunschen hatte als einen Good Guy Freund. Dies kommt Charles gerade recht, denn er muss seine Seele wieder in einen Menschen transferieren, und die Zeit drängt….

Kritik:

Kultregisseur Tom Holland legte mit Child’s Play den Grundstein für eine lange Filmreihe und kreierte einen der charismatischsten und kleinsten Killer der Filmgeschichte. Im späteren Verlauf der Reihe wird Chucky zusehends witziger, doch zu Beginn ist er noch schön düster.

Dazu tragen auch die stimmungsvollen Sets bei. Das Klinkerzinshaus in dem Andy mit seiner Mutter wohnt, hat schon seinen eigenen Flair. Aber auch Schauplätze in den Armenvierteln der Stadt wurden gut gewählt. Dazu passt auch die Musik und vor allem die Kameraarbeit.

Highlight ist allerdings die Chucky Puppe, deren Bewegungen sehr gut umgesetzt wurden, ohne dabei auf CGI zurückzugreifen. Und vor allem gelingt es Holland, das Ganze spannend in Szene zu setzen. Blut gibts nur in Maßen und die Action steigt gegen Ende kontinuierlich an. Dafür sorgt Chucky auch im Mittelteil für Spannung und so kommen keine Längen auf.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und es wird auch der Hintergrund von Charles Lee Ray (der seinen Namen übrigens drei echten Mördern verdankt) beleuchtet. Das Thema Voodoo ist der Ausgang für Chuckys Geburt, wird aber zum Glück nicht in den Vordergrund der Geschichte gerückt.

Fazit:

Chucky ist einfach Kult. Vor allem Teil eins sollte man gesehen haben. Tom Holland liefert uns einen spannenden Einstieg in die Reihe.

Bewertung: 4 von 5.

Nach den traumatischen Vorkommnissen musste Andys Mutter in die Psychiatrie eingeliefert werden und Andy kam in ein Kinderheim und wird von Psychologen betreut. Währenddessen fand der Spielzeughersteller die Überreste von Chucky und stellte daraus eine neue Puppe her, was sich als fataler Fehler herausstellen sollte.

In der Zwischenzeit wird Andy von Pflegeeltern aufgenommen. Doch es dauert nicht lange, bis Chucky ihn findet, denn er will immer noch seine Seele in den Jungen übertragen. Und nachdem Andys Mutter ihn nicht mehr beschützen kann, ist er auf sich alleine gestellt…

Kritik:

Es sollte nicht lange dauern, bis Chucky wieder zum Leben erweckt wurde, wobei hier die Beweggründe der Firma eher fadenscheinig sind. Aber das soll nicht viel zur Sache tun. Chucky ist wieder da und stellt erneut Andy nach. Ansonsten hat es kein Charakter aus dem Vorgänger in den Film geschafft. In der Geschichte wird erklärt, dass man Andy seiner Mutter weg genommen hat. Er hat aber auch keine Intention sie wieder zu finden. Die neuen Charaktere werden mit einer kleinen Hintergrundgeschichte versehen und passen sich gut in die Handlung ein.

An die Atmosphäre des Vorgängers kommt der erste Aufguss leider nicht mehr ran. Die Sets sind nicht mehr so gut eingefangen und wirken auch nicht mehr so düster. Dennoch kommt noch etwas Spannung auf. Obwohl Chucky hier schon den ein oder anderen witzigen Spruch los lässt. Allerdings solle man ihn sich im Originalton anhören, die deutsche Synchro ist schlecht.

Tricktechnisch ist die Animation der Puppe ohne CGI wieder sehr gut gelungen. Und auch das Finale in der Puppenfabrik kann sich sehen lassen. Die Action ist etwas zahlreicher als beim Vorgänger, der Bodycount bleibt ungefähr gleich. All zu blutig gehts auch hier nicht zu, was aber nicht stört.

Fazit:

Teil zwei ist eine gelungene Fortführung der Geschichte rund um Andy.

Bewertung: 3.5 von 5.

Acht Jahre nach Chuckys Ende wird die Spielzeugfabrik, die daraufhin geschlossen wurde, ausgeräumt und reaktiviert. Die Firma hat alle Rechtsstreite hinter sich gebracht und nimmt die Produktion wieder auf. Als Chuckys Blut in den Rohgummi gerät, wird sein Geist in eine neue Puppe übertragen.

Andy ist mittlerweile in eine Militärschule geschickt worden, nachdem er von einem Pflegeheim in das nächste geschoben wurde. Natürlich findet ihn Chucky dort und folgt ihm. Als er dann aber vom kleinen Tyler gefunden wird, hat er nun einen neuen potentiellen Körper für seine Seele gefunden….

Kritik:

Bereits ein Jahr nach Teil 2 wurde auch schon eine weitere Fortsetzung nachgelegt. Diese wurde allerdings acht Jahre nach den Vorfällen in der Puppenfabrik angesiedelt. And ist nun ein Teenager und auf eine Militärschule gelandet. Schnell wird klar, wer die neuen Freund sind und wen man am liebsten zur Spielstunde mit Chucky einladen möchte.

Dieser hat sich ein neues Opfer gesucht, und möchte nun Andy aus dem Weg räumen. Doch der hat schon genug Probleme mit machtgeilen Ausbildnern. So nimmt sich der Film auch für Andys neue Misere ausreichend Zeit. Allerdings bremst dies ein wenig den Fluss. Atmosphäre kommt leider keine mehr auf. Dafür gibts aber durchaus spannende Szenen, etwas Blut und einen ähnlich hohen Bodycount als beim Vorgänger.

Chucky ist wieder mal gut gelungen. Seine Bewegungen sind wie bei den Vorgängern gut ausgearbeitet und werden hier auch nicht mit CGI ruiniert. Die übrigen Charaktere passen sich gut in die Geschichte ein. Andys Trauma wurde angeschnitten, aber nicht weiter vertieft. Der Großteil der Darsteller ist eher jung und unerfahren, also sollten wir uns auch nicht all zu viel erwarten. Mit Andy wurde zumindest jemand gecastet, der ein wenig Erfahrung hatte.

Fazit:

Teil flacht schon ab und kann das Niveau der beiden Vorgänger nicht mehr halten. Es gibt ein paar gute, spannende Szenen, Chucky ist noch nicht wirklich witzig, aber lehrt auch niemanden das Fürchten

Bewertung: 2.5 von 5.

Seit Jahren verstauben Chuckys Überreste in einer Asservatenkammer der Polizei. Bis seine Exfreundin die Überreste fladert, sie zusammenflickt und in einer gewittrigen Nacht mit Hilfe von „Voodoo für Dumme“ die Beschwörungsformel spricht und so Chucky zurück ins Leben bringt. Doch als er sich weigert, sie zu heiraten, eskaliert die kurze Freude gleich wieder und Chucky steckt Tiffanys Seele ebenfalls in eine Puppe.

Als die beiden beschließen ihre Mordserie bei einem Roadtrip wieder aufleben zu lassen treffen sie auf das junge Ausreißerpaar Jade und Jesse. Doch die beiden werden von Jades Onkel verfolgt, der noch dazu bei der Polizei arbeitet….

Kritik:

Nachdem die Chucky und Andy Geschichte schon ausgelutscht war, brauchte die Reihe frischen Wind und neue Ideen. Und mit Ronny Yu durfte wieder ein erfahrener Regisseur das Ruder übernehmen. Dieser versteht es eine gute Prise Humor mit einfließen zu lassen. Und diesen finden wir auch in kleinen Details, wie zum Beispiel Jasons Hockeymakse in der Asservatenkammer. So ist der Film genau das, was er sein möchte. Eine flotte Horror Komödie. Yu versucht nicht mal den Film ein eine andere Schiene zu drücken, und gut ists.

Jennifer Tilly passt als Tiffany recht gut ins Konzept und bringt frischen Aufwind für Chucky. Die Interaktion der beiden Liebenden von Sex bis Ehekrise ist durchaus amüsant in Szene gesetzt und passt auch zur Rahmenhandlung mit dem ausgerissenen Paar. Yu nimmt sich für seine Charaktere etwas Zeit und stellt sie uns auch ordentlich vor.

Dank der stets passenden Musik, unter anderem von Rob Zombie, und gelungener Kameraführung bietet der Film eine coole Atmosphäre. Gelegentlich kommt etwas Spannung  auf. Allerdings liegt der Fokus eher auf witzige, und bissl blutige Morde. Hier gibts auch genug Abwechslung und Kreativität.

Fazit:

Frischer Wind tut gut und hier wurde alles richtig gemacht. Chucky und seine Braut weiß auf ganzer Linie zu gefallen.

Bewertung: 4 von 5.

Seit sechs Jahren reist ein Bauchredner mit seiner Puppe, die er Shitface nennt, durchs Land und begeistert die Massen bei diversen Veranstaltungen. Doch Shitface ist lebendig und wird auch von Alpträumen geplagt. Er wünscht sich nichts sehnlicher als seine Eltern zu finden. Als er Chucky im Fernseher sieht, entflieht er seinem Käfig und reist nach Hollywood.

Dort angekommen erweckt er die beiden Puppen zum Leben, welche zuerst von ihrer neuen Elternschaft schockiert sind. Sie  nennen den Jungen Glen, bzw. Glenda, weil er nicht weiß ob er männlich oder weiblich ist. Während der Kleine keiner Fliege was zu Leide tun kann, führen die Eltern ihre Mordserie unverblümt fort. Dazu nistet sich die Kleinfamilie im Haus von Jennifer Tilly ein.

Kritik:

Don Manchini übernimmt nun die Regie für die nächsten 3 Chucky Filme. Tja, das sind auch die einzigen Filme bei denen er bis jetzt Regie geführt hat. Für die Fortsetzung von Chucky und seiner Braut hat er sich Einiges von Altmeister Ronny Yu abgeschaut und die Geschichte interessant weiter gesponnen.

Dabei baut er auch auf den gelungenen Humor des Vorgängers und die Interaktion der kleinen Puppenfamilie untereinander. Thematisch grenzwertig ist die Männlein/Weiblein Diskussion um den Puppenteenager. Hingegen die Tatsache, dass eben dieser gar nicht nach seinen Eltern gerät und eben keine Mordlust verspür, führt wiederum zu witzigen Momenten.

Gelungen sind auch die abwechslungsreichen und teilweise witzig umgesetzten Morde. So schickt Chucky zum Beispiel Britney mit den Worten „Ups, I did it again“ über den Jordan. Diese sind über dein Film gut verteilt, so dass keine Längen auf kommen. Atmosphäre und Spannung gibts allerdings nicht.

Fazit:

Teil 5 der Reihe erzählt die Geschichte des Vorgängers weiter, kann aber nicht ganz die Klasse des Vorgängers halten. Dennoch weiß er durchaus zu unterhalten.

Bewertung: 3.5 von 5.

Nica ist seit ihrer Geburt an den Rollstuhl gefesselt. Eines Tages bekommt sie eine Good Guy Puppe geschenkt. Als in der selben Nacht noch ihre Mutter in den Tod stürzt, bittet sie ihre Schwester zu sich, um sich um die Beerdigung zu kümmern. Diese tanzt dann mit ihrer kleinen Tochter an, welche Chucky findet. Und schon beginnt eine weitere Mordserie…

Kritik:

Nachdem Chuckys Familiengeschichte scheinbar abgeschlossen war, oder den Autoren kein Weg eingefallen ist, wie sie weitererzählt werden kann, Machte Don Mancini quasi einen Neuanfang. Wobei Neuanfang nicht die passende Bezeichnung ist. Er erzählt eine neue Geschichte, wo halt Chucky mitspielt. Eigentlich könnte jede andere Killerpuppe seinen Part übernehmen.

Weg ist der Humor, Chucky kommt auch nicht mehr viel zu Wort. Und außerdem bleibt er uns die Geschichte schuldig, wie er wieder zum Leben erwacht ist und wieso er nun aussieht wie neu. Es wird kurz erzählt, in welchem Zusammenhang er zu der Familie steht. Wir erfahren aber relativ wenig über die Familiengeschichte. Die Schwestern können sich nicht wirklich leiden.

Davon abgesehen haben wir es hier mit einem stimmungsvollen und teilweise spannenden Film zu tun, der auch mit Blut nicht sparsam umgeht. Und die Hauptprotagonistin in einen Rollstuhl zu setzen war auch eine gute Idee und trägt zur Spannung bei. Das große, alte Haus hat schon seinen eigenen Flair und ist recht gut in Szene gesetzt. Die Musik ist teilweise zu aggressiv.

Fazit:

Im siebenten Aufguss macht Chucky eine komplette Wende. Dabei wird er wieder etwas düsterer. Spannung löst den Humor ab. Und es gibt wieder einige blutige Morde. Ach ja, Abspann abwarten.

Bewertung: 3 von 5.

Andy ist zurück, und er hat Chuckys Kopf aus dessen Überresten aufgehoben und teilt sich eine Waldhütte mit ihm.

Seit dem Chucky ihre Familie ausgelöscht hat ist Nica in einer Heilanstalt für psychisch kranke Personen. Ihr Arzt möchte sie in eine andere Anstalt verlegen. Natürlich glaubt niemand an eine Mörderpuppe, so wird Nica für die Morde verantwortlich gemacht. Doch um gegen ihr Trauma anzukämpfen, taucht der behandelnde Arzt mit einer Chucky Puppe bei der Gruppentherapie auf. Dieser wird gleich von Madeline, deren Baby gestorben war, in Beschlag genommen.

Eines Tages taucht Tiffany Valentine in der Anstalt auf, die der Vormund von Nicas Nichte ist. Da die Nichte gestorben ist, bringt Tiffany Nica die Chucky Puppe, die die Nichte zur Therapie verwendet hatte. Es dauert nicht lange, bis Chucky in der Heilanstalt auf die Jagt geht…

Kritik:

Don Manchini durfte mit dem 7. Teil der Chucky Reihe gleich an seinem Vorgänger anschließen und fuhr die Reihe nun endgültig an die Wand. Dabei hat er allerdings gute Ansätze. Auf der anderen Seite leidet der Film an Logiklöchern, Vorhersehbarkeit und zu vielen Chuckys.

Wer den Abspann von Teil 6 abgewartet hat, weiß dass Andy und Tiffany wieder da sind. Andy hat sich die Überreste von Chucky gekrallt und lebt mit dem Puppenkopf in einer WG. Tiffany ist es gelungen Chucky in andere Puppen zu bringen und sie stellt damit Nica nach, die ihr Dasein in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, zusammen mit normal psychisch Kranken fristet. Tja, Cucky oder die Chuckys tun was sie am besten können, und niemand glaubt Nica. Andy, dessen Part eigentlich relativ unnötig ist, eilt ihr zu Hilfe.

Gelungen ist die Farbgestaltung am Set, so ist die Anstalt im Gunde weiß und steril gehalten. Auch die Zimmer sind kühl gehalten. Hingegen der Gruppentherapieraum, wo die Protagonisten ihre dunklen Geheimnisse preis geben und über ihre Psyche sprechen, ist dunkel und schwarz gehalten. Der stetige Schneefall bei Außenaufnahmen trägt seinen Teil zur Atmosphäre bei. Musikalisch gibts keine Überraschungen.

Eine Steigerung gabs beim Gewaltgrad. Die Morde sind hier wesentlich Blutiger, wenn auch mit CGI, als im Vorgänger. Leider machten blutigen Morde allein keinen guten Film aus. Spannung gibts so gut wie keine. Obwohl versucht wird, diese zu generieren, gelingt es nicht. Und die Aufteilung auf mehrere Chucky Puppen ist irgendwie dämlich, auch wenn es für den ein oder anderen witzigen Moment sorgt, sobald diese aufeinander treffen.

Fazit:

Naja, als würdigen Abschluss der Reihe würde ich Cult of Chucky nun wirklich nicht bezeichnet. Ganz schlecht ist er auch nicht.

Bewertung: 2.5 von 5.

Gerade in eine neue Stadt gezogen fühlt sich der junge Andy nicht gerade wohl. Seine Hörbehinderung macht es ihm auch nicht wirklich leicht, neue Freunde zu finden. Außerdem wohnt er nun mit seiner Mutter nicht gerade in der besten Gegend. Noch dazu kommt er mit ihrem neuen Freund gar nicht klar. Da er bald Geburtstag hat, und sich seine Mutter um ihn sorgt, schenkt sie ihm eine in ihrem Spielzeugladen reklamierte Buddi Puppe.

Diese Puppe, namens Chucky, ist darauf programmiert der beste Freund des beschenkten Kindes zu sein. Nebenbei kann er noch alle elektronischen Geräte seiner Herstellerfirma über die Cloud steuern. Da er einen Produktionsfehler hat, kommt er dem auch nicht perfekten Andy gerade recht. Außerdem finden auch die Nachbarskinder Andy und seine Puppe interessant. Chucky entwickelt ein eigenes Bewusstsein und möchte alles für seinen besten Freund tun. Und er will Andys einziger Freund sein, wobei er über Leichen geht….

Kritik:

Ach was haben alle über den Film geschimpft bevor er überhaupt ins Kino kam. Wieder ein Remake eines Kultfilmes, zu modern, und die Puppe sieht scheiße aus, konnten wir alle halben Stunden in diversen Filmblogs oder Gruppen lesen. Und dann waren plötzlich doch alle begeistert. Aber mal der Reihe nach.

Voodoo ist out. Es gibt hier keinen wahnsinnigen Killer, der mittels Voodoo seinen Geist in die Puppe transferiert und dann wieder in einen Menschen will. Und nach sieben Filmen war das Ganze auch schon ziemlich ausgelutscht. Also entschied man sich schließlich Chucky in die Gegenwart zu holen. Und da bietet es sich doch auch gleich an, Kritik an den neuen Technologien und künstlicher Intelligenz, wie Alexa und Co zu platzieren.

So hat Chucky, abgesehen vom Aussehen und Produktnamen (Buddy statt Good Guy) nun ein kräftiges Update bekommen. Wie diese KI Würfel/Kuben des heimischen Wohnzimmers kann die Puppe sämtliche Geräte und auch selbst fahrende Autos steuern, die mit der Cloud verbunden sind. Dabei zeigt der Film nun etwas übertrieben die Gefahren eben dieser Technologie auf. Denn wie eingangs erwähnt, gibt es keinen Voodoomörder, sondern einen falsch programmierten Computerchip und schließlich entwickelt die KI ein eigenes Bewusstsein.

Dabei kann er zwar nicht von seinem Grundprogramm, der beste Freund eines Jungen zu sein, abweichen, entwickelt aber einen krankhaften Fanatismus, der in überraschend brutalen Morden gipfelt. Spannung gibts zwar nur mäßig, dafür punktet aber der neue Chucky auch mit Humor, wie es schon sein Vorgänger tat. Doch bis es soweit ist, muss man die erste Hälfte des Films durchtauchen. Diese wird dazu genutzt, die Charaktere vorzustellen.

So treffen wir Andy, der mit seiner recht jungen Mutter frisch umgezogen ist. Andy ist ein Teenager, der sich durch seine Behinderung als Außenseiter sieht und somit auch eher schwer Kontakt zu andern Jugendlichen findet. Und Regisseur Lars Klevberg stellt uns auch andere Haupt- und Nebencharaktere, wie den Polizisten, der oft seine Mutter in Andys Nachbarwohnung besucht, ausreichend vor, welche sich im Verlauf des Films auch entwickeln dürfen. Dies hat er der originalen Reihe schon mal voraus. Klevberg stellt auch die Jugendlichen mehr in den Vordergrund. Dennoch weist diese erste Hälfte doch ein paar Längen auf.

Ist diese Einführungsphase vorbei, legt der Film auch gleich ordentlich an Tempo, Blut und Humor zu, was ihn dann zum Glück vor dem Absturz bewahrt und für einen gelungenen Filmausklang sorgt. Ob der neue Chucky nun besser als der Alte ist, liegt im Auge des Betrachters. Jeder hat seinen eigenen Charme und spielt den Grundtenor seiner Handlung gut aus. Der Weg in die Moderne war sicher schon mehr als überfällig und tut dem Film sichtlich gut. Den Flair des Originals erreicht die Neuauflage jedoch nicht. Gut, dieser Flair war im Verlauf der Fortsetzungen auch schon weg. Bei der Optik der Puppe hat ganz klar der alte Chucky die Nase vorne. Allerdings macht Mark Hamills Synchro wieder Einiges wett.

Fazit:

Der neue Chucky ist durchaus gelungen. Er nimmt sich ausreichend Zeit für seine Charaktere, übt Kritik an der immer beliebter werdenden künstlichen Intelligenz und überzeugt mit brutalen Morden, sowie der richtigen Portion Humor. Und so nebenbei waren die Promotionsposter mit Bezug auf den kommenden Toy Story Film genial.

Bewertung: 4 von 5.

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