Harry Potter und der Halbblutprinz (Filmkritik)

Im Sommer vor dem sechsten Schuljahr nimmt Dumbledore Harry auf einen nächtlichen Ausflug zu einem ehemaligen Lehrer von Hogwarts mit. Er möchte seinen alten Freund Horace Slughorn überreden, wieder zu  unterrichten. Dies tut er allerdings mit einem Hintergedanken, denn in Slughorns Geist versteckt sich die alles entscheidende Erinnerung, und Harry soll sie ihm heraus locken. Slughorn unterrichtet Zaubertränke und hatte schon immer ein Faible für gesellschaftlich wichtige Schüler, die er in seinen Slug-Club einlädt.

Im Gegenzug übernimmt Professor Snape den Unterricht in Verteidigung gegen die schwarzen Künste. Während Dubmledore mit Harry Voldemorts Vergangenheit erkunden, um hinter sein Geheimnis zu kommen, wurde Darko Malfoy mit einer wichtigen Aufgabe vom dunklen Lord persönlich in die Schule geschickt. Snape gab seiner Mutter den unbrechbaren Schwur, den Jungen zu beschützen. Und nebenbei versucht Harry herauszufinden, wer der Halbblutprinz ist, dessen Zaubertrankbuch er für Slughorns Unterricht bekommen hat…

Kritk:

Teil sechs der Reihe bereitet den Übergang zum Finale. David Yates hat den düsteren Stil aus seinem Vorgänger hierauf übertragen, doch gelingt es ihm diesmal nicht so gut, alle Infos aus dem Buch in den Film zu transportieren. So deutet er zwar an, dass auch die Muggelwelt bedroht ist, lässt aber dann den Besuch beim Premierminister einfach weg. Auch Dubmledores witziger Besuch bei den Dudleys wird hier schmerzlich vermisst, dafür dichtet Yates eine Szene am Bahnhof hinzu.

So zieht sich das durch den Film und immer wieder vermissen wir essentielle, wenn auch kleine Details. Hintergrundgeschichten zu neuen Charakteren werden nicht erzählt. Doch den schlimmsten Fauxpas erlaubt er sich am Ende, wo der den ganzen Angriff auf Hogwarts einfach weg lässt.

Nichtsdestotrotz haben wir hier einen Lückenfüller zum Finale. Es werden einige Weichen in der Geschichte gewählt. Charaktere schlagen einen unumkehrbaren Weg ein, die Lage für die Gute Seite wird immer kritischer. Doch Yates rückt leider Liebesgeschichten und Eifersuchtsszenen der Schüler viel zu sehr in den Fokus der Geschichte. Diese sind zwar teilweise recht witzig anzusehen, doch nerven mit der Zeit. Natürlich kommen sie im Buch auch vor, doch sind dort eher als Randnotiz zur Charakterentwicklung vorhanden. Die Eine steht auf Ron, die Andere auch, dann plärrt die Eine, weil er ständig die Andere abknutscht. Echt mühsam. Und dafür wurde uns eine kleine Schlacht verwehrt.

Interessant ist vor allem Voldemorts Hintergrundgeschichte, wo Yates allerdings nur an der Oberfläche kratzt. so bleiben uns auch hier wichtige Details zu seiner Psyche und den Horkruxen verwehrt. Natürlich hätte Vieles den Rahmen eines Films gesprengt, doch hätte man auch ruhig zwei draus machen können.

Gelungen ist aber wieder mal die angespannte Atmosphäre, wobei die Ausstattung der Sets und der Einsatz der passenden Musik eine wichtige Rolle spielen. Die neuen Orte, wie Snapes Heimat, sind sehr passend gestaltet. Action und Spannung gibts bei der Eröffnung und im Finale. Der Mittelteil dümpelt eher vor sich hin und ist den Charakteren gewidmet. Die Darsteller sind schon auf einem recht guten Niveau, da können wir uns nicht mehr beklagen.

Fazit:

Als Übergang zum Finale ist Teil sechs gelungen, doch fehlt uns hier viel an Hintergrundinformation und auch der Angriff auf Hogwarts wurde weg gelassen. Schade eigentlich. Ansonsten ein durchaus passabler Teil der Reihe.

3,5/5

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s