Harry Potter und der Gefangene von Askaban (Filmkritik)

Nachdem Harry die aufgeblasene Schwester seines Onkels im wahrsten Sinne des Wortes aufgehen ließ, stürmt er aus dem Haus. Ihm ist bewusst, dass er unerlaubt Magie benutzt hat und somit von der Schule fliegen wird. Aber das ist ihm egal, es ist überall besser als bei den Dursleys. Rechtzeitig, bevor Harry von einem großen Hund angefallen wird, taucht ein violetter dreistöckiger Bus auf und bringt ihn zur Winkelgasse, wo schon Zaubereiminister Fudge auf Harry wartet, der ihn wider Erwarten nicht suspendiert, sondern schon ein Zimmer für ihn vorbereitet hat. Schon am nächsten Tag soll es mit seinen Freunden nach Hogwarts gehen.

Doch etwas Unbehagen liegt in der Luft, ein Mörder ist aus dem Hochsicherheitsgefängnis der Zauberer geflohen. Harry erfährt, dass Sirius Black, der für den Tod seiner Eltern verantwortlich war, nun hinter ihm her ist. Daher wurden auch die Sicherheitsvorkehrungen um die Schule verstärkt und Dementoren, die Gefängniswärter Askabans, bewachen nun alle Zugänge. Seltsamerweise scheint Harry diese Bestien anzuziehen, und so hofft er auf Professor Lupin, der ihn eine wirkungsvolle Methode lehren soll um die Dementoren in Schach zu halten…

Kritik:

Chris Columbus übergibt den Regiestuhl an Alfonso Cuarón, fungiert aber als Produzent. Und man merkt im dritten Teil schon einen leichten Richtungswechsel. Weg vom verspielten Kinderfilm, hin zu ernsteren Gefilden. Wie die Kinder werden auch die Bücher und Filme zusehends erwachsen. Rowling war natürlich wieder beim Drehbuch beteiligt.

Diesmal steht Harry nicht Lord Voldemort oder seiner Seele gegenüber, der macht in diesem Teil eine kleine Pause. Doch die Dementoren brauchen sich hinter dem Dunklen Lord nicht zu verstecken. Sie greifen Harry bei jeder Gelegenheit an und der Junge muss Verteidigungskünste erlernen, die weit über sein Niveau hinaus gehen. Die Auftritte der Gefängniswächter sind sehr gut und düster in Szene gesetzt, um sie herum friert alles ein oder stirbt, sie saugen jedes bisschen Glück aus der Umgebung, die Szenerie wird dunkel und kalt.

Cuarón zeigt uns Hogwarts, wie wir es zuvor nicht gesehen haben. Er hebt uns in die Lüft und überfliegt mit uns das Schlossgelände, wo wir beeindruckende Außenaufnahmen des alten Gemäuers bekommen oder auch mit dem Hipogreif über den See fliegen dürfen. Der übrigens eines der Highlights des Films darstellt. Weiters besuchen wir auch das Dorf Hogsmede, wo Harry ohne Erlaubnis seines Vormundes leider nicht hin darf. Das alte Dorf ist genauso verspielt gestaltet wie die Winkelgasse. Klar wirkt es etwas ländlicher, aber alle Orte aus dem Buch sind vorhanden, wenn sie auch weniger Bedeutung erfahren.

Generell kratzt auch dieser Teil eher an der Oberfläche und lässt aus Zeitgründen einiges Interessantes aus dem Buch weg. So erfahren wir leider nicht, wie Hermine zu ihrer Katze kommt, und welche wichtige Rolle das schlaue Tier eigentlich spielt. Auch bleibt uns viel aus der Freundschaft von Black, Lupin, Pettigrew und Potter senior vorenthalten. Auch ihr Verhalten gegenüber Professor Snape wird nicht mal ansatzweise erwähnt. Weiters sehen wir nicht, wie Snape Lupin mit helfenden Tränken versorgt. Bei den gekürzten Szenen finden wir wieder interessante Teile der Geschichte, die es nicht in den finalen Film geschafft haben, so können wir uns Blacks zweiten Besuch im Gryffindor Turm leider nur im Bonusmaterial ansehen. Auch Hermines streit mit der Wahrsagelehrerin geht aus Zeitgründen unter.

Dennoch bleibt genug Material um einen interessanten und vor allem kurzweiligen Film zu drehen, der mitunter sehr von der düsteren Atmosphäre und der detailreichen Schönheit der Sets lebt. Dazu passt natürlich die Musik gut dazu und verleiht dem Film eine dichte Atmosphäre.

Mit Black und Lupin treffen wir erneut auf neue und vor allem sehr wichtige Charaktere für den weiteren Verlauf der Geschichte. Gary Oldman und David Thewlis sind passend für ihre Rollen gewählt und verleihen den beiden den Charme, den sie schon in der Romanvorlage hatten. Auch Emma Thomspon ist hervorragend als Professor Trelawney und verleiht ihrer Rolle eine passende schrullige Art. Leider darf sie nur einmal im Film Harrys Tod vorhersehen, was im Buch einige Male passiert. Unsere drei Hauptdarsteller haben dazugelernt, können nun auch Gefühle gut darstellen und werden schön langsam erwachsen. Wir haben es hier nicht mehr mit einem Kinderfilm zu tun, und das ist gut. Aufgrund des Todes seines Vorgängers übernimmt nun Michael Gambon die Rolle des Dumbledore. Leider wurde nicht versucht, ihn ähnlich aussehen zu lassen, und so wirkt er nun wesentlich jünger, dennoch ist er die bessere Wahl und passt für die Rolle hervorragend.

Fazit:

Der Wechsel im Regiestuhl hat der Reihe gut getan. Teil 3 schlägt eine nicht minder phantastische, aber doch düstere Gangart ein.

4,5/5

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