Parasite (Filmkritik)

Familie Kim hatte bisher nicht viel Glück im Leben. Beide Eltern sind arbeitslos und hausen mit den Kindern in einem Keller. Sie halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und das Highlight der Woche ist, wenn das W-Lan wieder funktioniert. Eines Tages steht Ki-woos Freund Min vor der Tür und bittet ihn als Englisch Nachhilfe Lehrer bei einer reichen Familie einzuspringen, da er selbst ein Auslandsstudium macht. Und er vertraut seinen Mitkommilitonen nicht, denn er fürchtet die spannen ihm die Freundin aus.

Und so stellt sich Ki-woo als neuer Englischlehrer vor. Nach und nach gelingt es ihm, das Personal der Familie Park durch seine eigene Familie auszutauschen. Als die Parks auf einen Campingausflug fahren, quartieren sich die Kims kurzerhand im Herrenhaus ein. Doch als ein Sturm aufzieht steht plötzlich die alte Haushälterin vor der Tür. Und nun überschlagen sich die Ereignisse…

Kritik:

Erstmals in der Geschichte wurde ein nicht englischsprachiger Film mit dem Oscar für den Besten Film ausgezeichnet. Und das auch zu Recht. Regisseur Bong Joon Ho, der schon mit Memories of Murder oder The Host überzeugen konnte, porträtiert in Parasite zwei komplett gegenseitige Familien.

Die wohlhabenden Parks wohnen in einer modernen Villa auf einem Hügel im Nobelviertel der Stadt. Der Vater leitet eine IT Firma, die Kinder werden von Privatlehrer unterreichtet, Chauffeur und Haushälterin umsorgen die Familie. Doch die Perfektion hat ihre Schattenseiten.

Familie Kim ist ganz unten. Sie bewohnen einen muffigen Keller, an dessen Fenstern andauernd Betrunkene urinieren. Die Eltern sind arbeitslos und die Familie ist in ihrer Not ziemlich erfinderisch geworden. Sie zapfen das W-Lan der Nachbarn an, nehmen alle erdenklichen Nebenjobs an und halten stets zusammen.

Bong lässt nun die arme Familie in das Leben der reichen Familie eindringen. Wie Parasiten verdrängen sie das alte Personal der Parks und nisten sich ein. So ist die erste Hälfte mitunter auch durchaus witzig und fröhlich. Mit dem heftigen Regen werden nicht nur die Habseligkeiten im Keller weg geschwemmt, es werden auch Geheimnisse enthüllt, die die Situation der Kims etwas unentspannter werden lassen. Nun schlägt der Film eine dunklere Tonart an und die Spannung steigt stetig an.

Die Sets sind sehr gut ausgestattet und wirken überaus authentisch. Bild- und Tonkomposition sind sehr stimmungsvoll. Bong gelingt es auch, die Gegensätze der beiden Gesellschaftsschichten, ihre Situation, Erwartungen und Träume gut einzufangen. Dabei bedient er sich auch Nebencharakteren, die mit den Protagonisten interagieren.

Die Darsteller überzeugen in ihren Rollen. Die Meisten weisen schon Einiges an Erfahrung auf. So haben wir zB Woo-sik Cho (Ki-woo) schon in Train to Busan gesehen. Regisseur Bong nimmt sich genug Zeit um seine Charaktere vorzustellen, wir erfahren ihre Hintergrundgeschichten und Zusammenhänge. Beide Familien, so unterschiedlich sie auch sind, wachsen uns förmlich ans Herz.

Fazit:

Parasite überzeugt mit einer interessanten Geschichte, sehr gut ausgearbeiteten Charakteren und bringt auch einige Überraschungen mit sich. Die vier Oscars hat er sich redlich verdient.

5/5

Wir bedanken uns bei Koch Media für die freundliche Unterstützung.

Hier könnt ihr die DVD kaufen.

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