Hereditary – Das Vermächtnis (Filmkritik)

Familie Graham wohnt mit den beiden Kindern in einem Haus am Waldrand. Sohn Peter hadert mit dem Erwachsenwerden und Tochter Charlie ist eher eine Außenseiterin. Als die Oma stirbt ist die Familie eigentlich weit weniger traurig, als sie denken, es sein zu müssen. Annies Mutter war zuletzt schwer krank und dement und hat die letzten Wochen ihres Lebens in dem Haus am Waldrand verbracht. Zuvor hatten sie nicht viel Kontakt, da die alte Frau immer recht manipulativ war und Annie in ihrer Jugend einige Schicksalsschläge erleiden musste.

Erst als Annie ihre Tochter bekam, besserte sich das Verhältnis zu ihrer Mutter ein Wenig und Tochter Charlie hatte mehr Bezug zur Oma als der Rest der Familie. Seit Omas Tod liegt eine dunkle Präsenz auf dem beschaulichen Haus und Annie muss sich mit der leidvollen Familiengeschichte auseinander setzen…

Kritik:

So, hier ist er nun. Der angeblich Furcht einflößendste Film des Jahres. Naja, zum Fürchten war er nicht. Geht man ohne diese Erwartung an den Film ran, bekommt man ein atmosphärisch dichtes und durchaus spannendes Familiendrama mit einer sich langsam entwickelnden, und über aus interessanten Geschichte geboten. Hereditary ist somit nicht eine Aneinanderreihung von Geisterszenen in einem Spukhaus, und das ist gut so. Denn somit hebt Regisseur Ari Aster seinen Film von den übrigen Genrevertretern ab.

Aster gelingt es in seinem ersten Langfilm eine düstere und stimmungsvolle Atmosphäre zu kreieren. Dazu passen die dunkel gehaltenen Sets und der finstere Wald im Hintergrund hervorragend. Das Haus wirkt bedrückend. Alle Räume sind mit dunklen, alten Möbeln eingerichtet und die Wände sind in dunklen Farben gestrichen. Schummrige Lampen dienen als Lichtquellen. So wundert es nicht, dass unsere Protagonisten schemenhafte Gestalten in dunklen Ecken vermuten.

Langsam aber doch treten übernatürlich Ereignisse in Erscheinung. Annie wird von Alpträumen geplagt, schlafwandelt und kämpft immer verzweifelter mit ihrer Trauer und Angst. Auch Sohn Peter erfährt am eigenen Leib Böses. Er wird sogar bis in die Schule von den Mächten verfolgt und heimgesucht. Erst gegen Ende erfahren wir die Hintergründe und das Puzzle fügt sich gelungen zusammen.

Doch Aster geht tiefer, er stellt die Familie in den Fokus. Wir erfahren von traumatischen Ereignissen der Vergangenheit. Erleben wie sich die Familie für Manches die Schuld zu schiebt und an diesen Gefühlen zerbricht. Annie, hervorragend gespielt von Toni Collette, verarbeitet ihre Trauer, indem sie Modelle der Geschehnisse baut. Überraschend gut gibt sich auch Alex Wolff als Sohn Peter.

Fazit:

Ari Asters erster abendfüllender Film überzeugt mit gut ausgearbeiteten Charakteren, einer interessanten Geschichte und einer bedrückenden Stimmung, die sich langsam zusammenzieht und den Film somit immer intensiver werden lässt.

5/5

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