Die Nacht der Vogelscheuche (Filmkritik)

Irgendein Bauernkaff. Die kleine Mary Lee ist mit dem zurückgebliebenen Bubba befreundet, was Leuten im Dorf natürlich gar nicht gefällt. Sie befürchten, dass er ihr was antun wird. Und als die Kleine von einem Hund angefallen wird, fällt sofort der Verdacht auf Bubba. Ein Lynchmob jagt ihn und entdeckt ihn schließlich als Vogelscheuche verkleidet am Feld.

Kurz nachdem sie ihn hingerichtet haben, stellt sich heraus, dass es der kleinen Mary Lee gut geht. Bei Gericht werden die Mörder zwar freigesprochen, doch fortan werden sie von einer geheimnisvollen Gestalt gejagt. Die Vogelscheuche will Rache…

Kritik:

Anfang der 80er drehte Frank De Felitta einen Film fürs Halloween TV Programm, der eine Mischung aus Horror und Milieustudie ist. Dabei porträtiert er ein Beispiel einer Dorfgemeinschaft im mittleren Westen der USA. Dominiert von heteromacho Männern, die alles was aus der Norm fällt verteufeln. Und so verabscheuen sie natürlich auch den Dorftrottel. Als der auch noch viel Zeit mit kleinen Kindern verbringt, dichten sie ihm ziemlich viele Untaten an.  Über die Jahre baut sich ein Hass auf und der kleinste Verdacht lässt die Gewalt aufkochen.

Natürlich wird schnell klar, dass Selbstjustiz nicht der richtige Weg ist. Und als die Männer freigesprochen werden, geht der Alptraum für sie erst richtig los. Der Horror geht hier ins psychologische, spielt mit der Angst der Protagonisten. Etwas Spannung und Atmosphäre kommen auf. Doch auf Blut sollte man nicht hoffen, die Morde geschehen allesamt im Off. Unterlegt ist das Ganze teilweise mit hysterischer Musik, die eine nicht vorhandene Dramaturgie vermitteln soll. Die Sets sind gut gestaltet und vermitteln Authentizität.

Die Charaktere sind stereotypisch und überraschen nicht wirklich. Entwicklung gibts keine und vorgestellt werden sie auch nicht wirklich. Die Darsteller sind halt da und machen ihren Job. Erwähnenswert ist keiner von ihnen. Sie bleiben ihren Rollen treu und spielen ziemlich geradlinig.

Fazit:

Retrofans könnten ihre Freude an dem etwas angestaubten Werk haben. De Felitta legt mehr Wert auf Drama und Spannung als auf Horror und Blut.

1,5/5

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