Dora und die goldene Stadt (Filmkritik)

Dora wächst mit ihren Cousin Diego im Südamerikanischen Dschungel auf. Ihre Eltern sind Forscher und suchen seit Jahren nach antiken Städten und Artefakten. Gemeinsam mit Diego und dem Affen Boots erlebt die kleine Dora die größten Abenteuer. Doch dann zieht Diego mit seinen Eltern in die USA.

Zehn Jahre später sind Doras Eltern der goldenen Stadt entscheidend nahe gekommen und sind der Meinung, dass es nun für Dora zu gefährlich wird. Also schicken sie ihre Tochter kurzerhand zu Diego in die USA. Dieser ist nicht sehr begeistert als Dora mit ihrer naiven, offenen Art in der Highschool ankommt, und Freunde findet sie auch nicht wirklich.

Während eines Museumsbesuches wird sie mit Diego und zwei weiteren Schülern entführt und nach Südamerika gebracht. Von einem Freund ihrer Eltern erfährt sie, dass diese verschwunden sind. Er hilft den Kids zur Flucht und begleitet sie durch den Dschungel, auf der Suche nach den Eltern und natürlich der goldenen Stadt…

Vorweg ist zu sagen, dass Füchse eigentlich nicht klauen.

Dora the Explorer ist eine kindgerechte Zeichentrickserie über ein kleines Mädchen, dass mit einem Affen, der Stiefel trägt durch den Dschungel läuft um Tieren zu helfen. Mit dabei hat sie immer ihren Rucksack und eine Landkarte. Dabei interagiert sie mit den jungen Zuschauern in dem sie nach dem Weg fragt oder manche Sätze in einer Fremdsprache, im Original Spanisch, bei uns Englisch, spricht. Als Running Gag taucht immer wieder der Fuchs Swiper auf und versucht was zu stehlen. Dazu gibts eine Spin-off Serie über ihren Cousin Diego, der Tiere rettet.

Also was Disney kann, das kann Paramount auch, und so gibts nun erstmal einen Realfilm über die quietschvergnügte Entdeckerin. Erfreulicherweise ist der Übergang gut gelungen. Dora bleibt sich selbst treu und wir finden immer wieder Elemente aus der Serie im Film, die für den richtigen Dora Flair sorgen. So spricht Dora gelegentlich mit ihren Eltern oder mit Diego einige Worte auf Spanisch. Boots, der kleine Affe mit den Gummistiefeln ist natürlich mit dabei und der Fuchs Swiper darf auch versuchen was zu stehlen. Die beiden sind allerdings am Computer entstanden, also es wurden keine echten Affen in Stiefel gezwängt und auch keine echten Füchse zum stehlen angestiftet.

Obwohl der Film für ein junges Publikum gedreht wurde, entschied man sich zum Glück zehn Jahre vergehen zu lassen, so dass die Protagonisten Teenager sind. Dora wird in die USA geschickt und findet sich im Urwald der Highschool wieder, wo sie mit ihrer kindlichen Art natürlich gleich auf Ablehnung stößt und in die Schublade der Looser gesteckt wird. Diego, der zu den coolen Kids gehören will, schämt sich für sie. Und doch ist gerade auch diese Zeit im Film für uns Zuschauer überaus witzig, wenn zum Beispiel der Security Doras Rucksack am Schuleingang ausräumt.

Wieder im Dschungel angekommen lässt der Humor keinesfalls nach, und es kommt auch noch etwas Spannung hinzu. Action gibts außerdem auch genug und der Film legt Einiges an Tempo zu. Verletzt wird natürlich niemand, es ist ja ein Kinderfilm. Diego und  zwei andere Schüler begleiten Dora unfreiwillig und die Truppe lernt im Urwald zusammenzuwachsen und Vorurteile abzubauen.

Die jungen Darsteller machen dabei ihre Sache recht gut und könnten in ihren weiteren Karrieren durchaus erfolgreich werden. Erfreulicherweise ist man vom Whitewashing schon abgekommen und so spielen auch wie in der Serie Darsteller mit lateinamerikanischen Wurzeln die Hauptrollen. Doras Mutter wird übrigens von Eva Longoria, die wir noch als verzweifelte Hausfrau kennen, dargestellt. Aber natürlich konzentriert sich der Film auf die jugendlichen Charaktere.

Die Sets und die Ausstattung sind ebenfalls sehr gelungne. Der Dschungel wirkt authentisch und die goldene Stadt kann als solche auch überzeugen und könnte auch Indiana Jones als Schauplatz dienen. Die Musik ist stets passend gewählt und so passt auch die Atmosphäre im Film.

Swiper, nicht klauen!

Dora gelingt der Sprung auf die große Leinwand der realen Welt, ohne was von ihrem Charme einzubüßen. Im Gegenteil, was die Serie ausmacht wird hier mit Humor eingebaut. Die Geschichte ist nicht neu, aber gut erzählt und die jungen Darsteller können auch überzeugen.

4/5

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