Boys in the Trees (Filmkritik)

Corey feiert mit seiner Skaterclique das letzte Halloween, bevor die Highschool zu Ende geht und ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Er möchte in New York studieren, weit weg von zuhause, alles hinter sich lassen. Doch das passt weder seinem Vater, noch seinem besten Freund Jango. Auf dem Nachhauseweg trifft er auf seinen alten Jugendfreund Jonah.

Bevor Jonah zum Mobbingopfer von Jangos Gang wurde, waren er und Corey die besten Freunde. Doch sie hatten sich immer mehr entfremdet. Nun bittet Jonah Corey, ihn nachhause zu begleiten um der Alten Zeiten willen, und dabei in Erinnerungen zu schwelgen…

Das ist die Nacht, die Nacht in der die Gräber tanzen.

Der australische Regisseur Nicolas Verso, der schon bei den Nowhere Boys mitwirkte, bescherte uns 2016 mit seinem für Netflix gedrehten Film einen überaus gelungenen, surrealen Trip ins Erwachsenwerden. Dabei begleiten wir ehemalige beste Jugendfreunde, die Tagaus, Tagein in ihrer Fantasiewelt spielten und sich vor Jahren entfremdeten.

Corey fand in einer Skaterclique neue Freunde, die seinen Jugendfreund zum Opfer erkoren hatten. Die Jugendlichen brachten Corey dazu, sich von seiner Kindheit zu lösen. Und als er den nächsten Schritt gehen will, rebelliert die Jugend in Form von Jango und seiner Gang, die sich die Wölfe nennen. Doch Corey folgt seinem alten Freund Jonah und lässt seine Jugend Revue passieren. Stets werden sie von Jangos Gang verfolgt und Corey, der für Halloween ein Wolfskostüm trägt, demaskiert sich immer mehr.

Jonah führt Corey zu diversen Stationen ihrer Kindheit, wo er ihn stets überreden will, die alten Spiele wieder zu spielen, seine Fantasie zu benutzen. Doch Coreys erwachsene Vernunft hält ihn davon ab. Je weiter sie ziehen, desto mehr kommen die Erinnerungen an alte Freunde und Mitschüler wieder auf, bis es dann zum überraschenden Finale kommt. Bis dahin entsinnt sich Corey wieder seinen alten Werten, bereut, dass er seinen Freund hat sitzen lassen und geht einen weiteren Schritt in Richtung Erwachsen werden, indem er seine Vergangenheit verarbeitet.

Die jungen Darsteller machen ihre Sache dabei recht gut und überzeugen in ihren Rollen. Obwohl sie nicht viel Erfahrung haben, wirken sie routiniert und tragen so ihren guten Teil zum Film bei. Das Hauptaugenmerk legt Verso allerdings auf die Optik, und diese überzeugt auf ganzer Linie.

Die Bild- und Tonkomposition ist durchwegs gelungen. Rockige Musik, bis hin zu Rammstein untermalen die sehr gut eingefangenen und atmosphärischen Szenerien. Dabei wirken einige Szenen überaus stylish und zugleich surreal. Verso beweist hier Potential, so sind wir mal auf seine nächsten Werke gespannt.

Manchmal klettern Jungs nur auf Bäume, um eine bessere Sicht zu haben.

Boys in the Trees ist ein überaus gelungener Coming of Age Film, der seine Geschichte in genialen Bildern und mit interessanten Charakteren, die als Metaphern des Lebens fungieren, erzählt.

4,5/5

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